Der 24h-Kiosk Münchner Freiheit im Deubl Glass Cube

Der 24h-Kiosk Münchner Freiheit im Deubl Glass CubeAuf 25 Quadratmeter always there for you

Wusstet ihr, dass der Kiosk Münchner Freiheit im Deubl Glass Cube als einziger Kiosk in München rund um die Uhr geöffnet hat? Damit macht das Alltime-Eldorado auf 25 Quadratmetern seinem Namen alle Ehre. Egal ob ein schnelles Augustiner, eine Feierabendzigarette oder die aktuelle Ausgabe der Tagespresse - hier gibt es alles, was das impulsive Lustgefühl auf Herz und Zunge stillt. Und zwar around the clock! Wir wollten mehr über den außergewöhnlichen Glaskasten wissen und haben deshalb mit Besitzer Matthias Kehr über seinen Kult-Kiosk im Münchner Norden gesprochen.

Tagsüber und nachts: der Andrang ist groß. © Geheimtipp München

Ein grünschimmernder Fels in der Brandung

Leopoldstraße Ecke Feilitzschstraße. Ein stalaktiten-ähnlicher Pavillon als Bus- und Tramhaltestelle, im Stress fokussierte Berufspendler und rasende Fahrradfahrer prägen die Szenerie an der Münchner Freiheit. Wir haben das Gefühl, dass hier die Zeit nie stillsteht – weder am Tag noch in der Nacht. Am Rande des Trubels steht ein Kubus, Holzhütte mit leuchtender Vorhangverglasung, circa fünf mal fünf Meter – der 24h-Kiosk Münchner Freiheit. An dem mitunter meist frequentiertesten Münchner Kiosk hat man schnell das Gefühl, das es so etwas wie Zeit gar nicht gibt. Wieso auch? Denn der beliebte Life Safer wirkt in der Nacht mit seinem (er)hellen(den) grünen Licht wie ein Leuchtturm, der uns Stadtpiraten in allen Notlagen zur Seite steht. Nicht nur die Ladentheke von Inhaber Matthias, auch sein Ohr sind für die laufende Kundschaft immer offen.

Was für den süßen Zahn - Snacks to go sind hier der Dauerbrenner. © Geheimtipp München

Kiosk-Kultur in deiner Hood entdecken

HopfenStop App

Euer Herz schlägt mal wieder für ein WeHel (Weg-Helles), aber es ist nach 20 Uhr? Die App HopfenStop zeigt euch, welche Kiosk und Spätis eure Retter in Not sein können. Gefiltert nach Vierteln, Öffnungszeiten und Sortiment. Die App gibt es kostenlos im App Store und bei Google Play.  

Aller Anfang ist schwer

Die Idee eines Kiosks an dem Alt-Schwabinger Umschlagplatz sei zu seinem Startzeitpunkt gar nicht so neu gewesen, erzählt uns Matthias. Vor elf Jahren nahm sein damaliger Ehepartner Alex einfach die Zügel selbst in die Hand. Inspiriert von Harald Guzahn vom Kiosk an der Reichenbachbrücke mit dem er guten Kontakt pflegt, ging er trotz Widerstand der Anwohner und dem Ladenschlussgesetz im Nacken mit seinem Konzept durch alle politischen Instanzen – vom Stadtrat bis zum KVR. Fünf Jahre gingen ins Land bis der neue Kiosk am Schwabinger Hotspot im Herbst 2014 endlich öffnen durfte. Alex und Matthias schafften das, wo von schon vorher viele Einzelhändler geliebäugelt hatten: Eine Ladenfläche auf der heißbegehrten Kanzel nahe des nördlichen Drehkreuzes der MVG. Alex, eigentlich aus der Unternehmensberatung, nutzte sein Marketing Know-How und holte sich übrigens für die Vorhangverglasung von der familienbetriebenen Glaserei Deubl aus Freimann Unterstützung. So entstand der Name, den der kleine Shop seit Anbeginn trägt: Der 24h-Kiosk Münchner Freiheit im Deubl Glass Cube.

Hiesigen Bayern erklären wir gerne, dass wir 24 Stunden geöffnet haben.

Matthias Kehl, Besitzer des 24h-Kiosk Münchner Freiheit im Deubl Glass Cube

Ein unerwarteter Schicksalsschlag

Mit Matthias, der vorher ebenfalls als gelernter Cutter kaum Berührung mit dem Einzelhandel hatte, führte er nicht unweit von dem grünschimmernden Glaskubus einen Feinkostladen sowie ein Tagescafé und Restaurant. Doch 2017 passiert etwas Unerwartetes: Alex erleidet urplötzlich einen Herzinfarkt und verstirbt. Matthias kommt bald an den Punkt, dass es ihm mit drei Lokalitäten zu viel wird und entscheidet sich kurzerhand für das Lukrativste unter ihnen: den Kiosk an der Münchner Freiheit. Seitdem führt er das bis dato gemeinsame Geschäft in Alex Sinne weiter. 

"Bist du schon 16?" © Geheimtipp München

Kiosk Classics statt exklusive Schmankerl

Wir wollen von Matthias wissen, wer denn zu den Stammkunden des beliebten Kiosks zählt. „Vor allem Anwohner, die abends noch schnell ein Feierabendbier besorgen, gehören dazu. Und zwar auch die, „die sich damals bewusst gegen den Kiosk ausgesprochen haben“, erzählt uns der Chef. Doch nicht nur für die Nachbarschaft ist der 24h-Kiosk zu manch später Stunde ein Retter in der Not. Berufspendler auf dem Radl oder die mit Bus oder Bahn verkehren, kommen gerne ihren Gelüsten nach und kaufen sich im Vorbeiziehen Schokoriegel oder eine Packung Kippen. Verkaufsschlager bleibt aber das gute alte Bier, so Matthias. Insbesondere Augustiner geht wie warme Semmeln über die Ladentheke. Matthias und Alex versuchten auch lange Zeit exklusive Schmankerl ins Sortiment einzubringen. "Aber die Kunden mögen’s spontan, eher klassisch und überlegen ungern lange, wenn es um Impulskäufe geht." Da sind doch eher die Kiosk-Classics gefragt.

Kiosk-Classics soweit das Auge reicht... © Geheimtipp München

Vorhang auf für die Spät-Kultur!

Wir beobachten die Kulisse an der Münchner Freiheit - fast schon wirkt es wie ein einstudiertes Theaterstück mit dem Kiosk als Protagonist im Zentrum des Bühnenbildes. 700 bis 1000 Kunden kommen täglich vorbei - je nach Wetterlage. Dabei bleibt die laufende Kundschaft höchstens eine Minute, erzählt uns der Besitzer. Obwohl die Späti-Kultur aufgrund des strengen Ladenschlussgesetzes in München geradezu rar ist: dort wo man dann doch auf sie trifft, zeigt sie sich umso charmanter. Man muss nur genau hinsehen. Der gläserne Kubus auf der Kanzel in Altschwabing ist und bleibt einer der Versorger auf die wir uns jederzeit verlassen können. Denn wie heißt es so schön: Besser Späti, als nie!

Bilder von Sarah Langer für Geheimtipp München.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit HopfenStopp entstanden. 

Paul Harhausen

Temporärer „Zuagroaßter“ - so würden wohl waschechte Münchener Paul bezeichnen. Auf der To-Do-Liste des eigentlichen Wahl-Weimarers und geborenen „Jong“ von der Waterkant stand schon immer, irgendwann mal in der südlichsten Großstadt Deutschlands zu leben. Die grandiose Lebensqualität, das beständige Wetter, aber auch die Sehnsucht zu den Bergen, das alles hat Paul nach München gelockt. Mit jedem Tritt in die Pedale seines Rennrads und den Blick auf die Isar gerichtet, spürt er nämlich genau das: Lebensqualität. Darauf ein Prosit!