Das Park Café Love, Peace & Leberkäs

Es gibt Orte, die so besonders sind, dass es sie nur einmal auf der Welt geben kann. Sie sind von einer kultigen, fast schon magischen Aura umhüllt, die sich wie ein seidenweiches Tuch um sie legt und uns sofort in ihren Bann zieht. Ein kleiner Schritt durch die Tür genügt, – schon tauchen wir ein in einen kunterbunten Kosmos voller Geschichten und Emotionen. Einen solchen Ort zu finden, ist alles andere als einfach. Es braucht ein waches Paar Augen, ein neugieriges Herz und vielleicht auch ein kleines bisschen Glück, um ihn zu entdecken. Aber dass es eben doch möglich ist, wissen wir spätestens seit unserem letzten Besuch im Park Café. Das legendäre Café, das nur einen Steinwurf vom Königsplatz entfernt ist, hat uns nämlich nicht nur mit seiner beeindruckenden Geschichte, sondern auch mit seiner weltoffenen Philosophie voll und ganz überzeugt.

© wunderland media GmbH
© wunderland media GmbH

Das Tor zum Gastro-Kult

Das Park Café ist vieles – nur nicht unscheinbar. Mitten in der Maxvorstadt erhebt es sich majestätisch aus dem Boden; der klassizistische Haupteingang eingerahmt durch vier imposante Pfeiler. Als wir gespannt durch die dunkle Holztür treten, merken wir: Auch das Interieur des Kultrestaurants ist alles andere als minimalistisch. Allein der Anblick des hell funkelnden Kronleuchters in der Mitte des Bar-Raumes lässt uns für einen kurzen Moment innehalten. Kaum haben wir uns an die prunkvolle und gleichzeitig doch irgendwie heimelige Atmosphäre gewöhnt, kommt ein breit lächelnder, schon auf den ersten Blick sympathisch wirkender Mann auf uns zu: Chris Lehner. Dass er nicht nur stolzer Pächter des Park Cafés, sondern auch ein waschechter Vollblutgastronom ist, merken wir sofort. Denn er strahlt sie einfach aus – diese ganz besondere Leidenschaft, die nur ein Mensch kennt, der seinen Lebensweg gefunden hat. Aber lasst uns von vorne anfangen…

Imposanter Anblick, finden wir!
© wunderland media GmbH
Chris – stolzer Besitzer des Park Cafés und Vollblutgatronom.
© wunderland media GmbH
Hier fühlen wir uns auf jeden Fall wohl!
© wunderland media GmbH

Von der Kinderstube bis zum Türsteher

Es ist eigentlich ganz einfach: Chris und sein Park Café gehören zusammen – so wie die Weißwurst und die Brezn. Oder die Wiesn und die Maß. Angefangen hat ihre Liebesgeschichte in den 70er-Jahren. Schon als er ein kleiner Junge war, verbrachten seine Eltern ihre Sonntagnachmittage in diesem einen, ganz bestimmten, Tanzcafé in der Sophienstraße 7. Einige Jahre später, am 21. Mai 1987, war es dann soweit – auch Chris macht sich auf den Weg zum legendären Park Café. Der Anlass: Prince (ja, DER Prince) gibt hier, mitten in München, ein exklusives Live-Konzert. „Ich erinnere mich, als ich – noch minderjährig – vor der Tür stand und total enttäuscht war, weil ich nicht reingekommen bin.“, erzählt uns Chris schmunzelnd. „Da haben auch die Schulterpolster nichts gebracht“. Zum Glück endete die Geschichte zwischen Chris und dem Park Café an diesem Punkt allerdings noch lange nicht…

Wie der IT-Student in der Gastro landete

Was uns während des Gesprächs überrascht: Chris kommt ursprünglich gar nicht aus der Gastronomie. Denn eigentlich hat er Informatik studiert. Weil er aber früh von Zuhause ausziehen musste, verdiente er sich sein Geld nebenbei in Bars oder Restaurants. Und wie so oft im Leben nahm dann irgendwie alles seinen Lauf. „Ich hatte im Studium richtig gute Noten. Aber trotzdem habe ich mich zwischen all meinen Kommilitonen immer gefühlt wie ein Fremdkörper, der nicht dazugehört.“, gibt er zu. Nach der Vorlesung zur Arbeit zu gehen und sich mit den verschiedensten Menschen auszutauschen, wurde zu seinem Highlight. Und so wundert es uns auch überhaupt nicht, dass er jetzt, so viele Jahre später als gestandener Wirt vor uns steht. Denn auch bevor er 2006 völlig unerwartet das Park Café übernahm, war Chris schon in der Münchner Gastroszene unterwegs – er hat zum Beispiel im Enchilada oder im The Big Easy gearbeitet. Die Erfahrungen, die er dabei gesammelt hat, halfen ihm dabei, das Park Café zu dem zu machen, was es heute ist: einem Ort für Menschen, die sich selbst treu bleiben und das Leben nicht nur leben, sondern auch feiern.

© wunderland media GmbH

Laut & lecker

Auch wenn wir Chris‘ Geschichten stundenlang lauschen könnten, – langsam, aber sicher gibt unser Magen ein immer lauter werdendes Knurren von sich. Wir machen uns also gemeinsam auf den Weg in die Küche. Kaum fällt unser Blick auf die üppig gefüllten Teller, die nebeneinander aufgereiht auf der Theke stehen, läuft uns das Wasser im Mund zusammen. „Moment, da fehlt noch ein bisschen Schnittlauch!“, ruft einer der Köche und garniert ein saftiges Stück Leberkas mit zwei zarten, grünen Halmen. Und dann geht es auch schon zu Tisch. Wir setzen uns hin und wissen vor lauter Auswahl gar nicht, was wir zuerst probieren sollen. Vielleicht den unwiderstehlich duftenden Hackbraten? Oder doch lieber den cremigen Kartoffelsalat? Und was ist eigentlich mit dem Burger, der an der Seite von einem orangenen Berg aus knusprigen Süßkartoffelpommes so verführerisch aussieht? Letztendlich entscheiden wir uns für die altbewährte Foodie-Methode „Ein bisschen von Allem!“ und stibitzen mal hier und mal da. Knappe 20 Minuten später lehnen wir uns pappsatt zurück. Das war vielleicht gut! Solltet ihr gerade an eurem Sommer-Body arbeiten – auch kein Problem. Denn auf der facettenreichen Karte des Park Cafés findet ihr neben echten Soulfood-Träumen wie diesen auch leichtere Kost. Da spart ihr zwar an Kalorien – nicht aber am Geschmack. Denn Chris und sein Team leben ganz nach dem Motto „Laut & lecker“ und wissen genau, was sie da tun.

Eine Auswahl nach unserem Geschmack.
Der Klassiker – geht einfach immer.
© wunderland media GmbH
…und der Burger darf natürlich auch nicht fehlen.
© wunderland media GmbH

Zwischen Röstaromen und Golden Hour

Spätnachmittags sitzen wir an der eindrucksvollen Bar, hinter deren beweglicher Wand sich übrigens ein DJ-Pult versteckt. Vollkommen entspannt schlürfen wir an unserem heißen, vollmundigen Cappuccino und lassen die im Raum schwebende Atmosphäre ein letztes Mal auf uns wirken. Und während unsere Rezeptoren noch die feine Mischung aus Kaffee und Milch genießen und die Sonne ihre goldenen Strahlen durchs Fenster wirft, macht sich ein behagliches Gefühl in uns breit, welches den Abend in schönster Manier ausklingen lässt: Zufriedenheit.

Mehr Gastro-Perlen in München entdecken? Haben wir für euch!