Cheers to that: Ménage Bar! Manege frei für die Kinly Boys

Theaterbücher im Regal, quietschpinke Buchstaben an der Wand und Pflanzenkübel, die von der Decke hängen: Beim Betreten der neuen Szene-Bar fällt sofort auf, dass der Laden der Kinly Boys definitiv das Zeug hat, das After-Work-Juwel im Glockenbach zu werden. Um die Atmosphäre und die Drinks kurz und knackig zu beschreiben: New York lässt grüßen!

Das Markenzeichen sticht in seinem grellen Pink deutlich hervor – we like!
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Ungewollt und doch gekonnt.
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Cooler Cord!
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Eins zu null für die Gastro

Eigentlich wollte Johannes Möhring was ganz anderes machen in seinem Leben – schließlich steht das Lehrbuch „Ästhetik des Performativen“ von Erika Fischer-Lichte ja nicht umsonst neben Grey Goose, Gordon’s & Co. „Jaja, da musste sich jeder Theaterwissenschafts-Student mal durchquälen“, erzählt er uns lachend, während er gerade noch dabei ist, den gestrigen Abend aus der Bar zu moppen. Tja, und dann ist halt doch alles ganz anders gelaufen, wie eigentlich gedacht: Um seinen Speiseplan nicht gänzlich studentisch auf Spaghetti mit Tomatensoße umzustellen, hat er sich mit Gelegenheitsjobs in der Gastro über Wasser gehalten und ist da jetzt irgendwie hängen geblieben. Glück für uns – sonst gäb’s ja jetzt keine Ménage Bar.

Corona-Update Ménage To Go

Soul Food & Fly Drinks gibt es aktuell von Freitag bis Sonntag von 16:00 Uhr bis 21:00 Uhr! Da solltet ihr auf jeden Fall einen Zwischenstopp einlegen, wenn ihr im Glockenbachviertel seid.

Ein bisschen Literatur zwischen all dem Schnaps.
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The meaning of KB 

Die Kinly Boys – dazu gehört natürlich auch noch der zweite Boy: René Soffner. Die Jungs sind seit über 10 Jahren befreundet und haben beide reichlich Erfahrung im Nachtleben gesammelt. René wohnt eigentlich in Frankfurt und hat da ein Auge auf sein erstes Baby, die Kinly Bar. Mit viel Herzblut, Kreativität und harter Arbeit hat er aus dem Kellerloch im verrufenen Frankfurter Bahnhofsviertel eine Bar gemacht, die zuletzt sogar für den „Tales of the Cocktail“ nominiert wurde. Beeindruckt von so viel Tatendrang, hat Johannes nicht lange gezögert als Renés bisheriger Partner den Cocktailshaker geschmissen hat und ist Sommer 2018 Teilhaber der Kinly Bar geworden.

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Tales of the Cocktail DER OSCAR DER BARWELT

Die berühmt berüchtigte Preisauszeichung „Spirited Awards“ geht sonst eigentlich nur an exklusive Nobelbars in allen Metropolen dieser Welt – und die kleine Kinly Bar aus Frankfurt hat es tatsächlich zu einer Nominierung gebracht. Der Award, der in der Gastro-Branche als prestigeträchtigste Auszeichung überhaupt gesehen wird, wird jedes Jahr in New Orleans verliehen und krönt unter anderem die „Best International Restaurant Bar“ oder die „Best International Cocktail Bar“. Auch wenn die Jungs knapp am Ziel vorbei geschlittert sind – mit der Ménage Bar haben sie auf jeden Fall die besten Chancen, doch noch einen Oscar zu gewinnen.

Kein Bock? Nö: Kinly Boys
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Was du heute kannst besorgen…

.. das verschiebe nicht auf morgen! Den Wunsch „irgendwann mal eine Bar in München aufzumachen“ fest im Hinterkopf, fiel den beiden keine drei Monate später die ideale Location in der Buttermelcherstraße nahezu direkt vor die Füße. (Also wer auch immer da oben Bars fallen lässt – wir würden auch eine nehmen!) Während die beiden jedoch selbst ziemlich skeptisch waren, ob das jetzt nicht vielleicht doch ein Fünkchen zu flott geht, wurden sie von ihren liebsten Mitmenschen ermutigt, das Risiko einzugehen und hatten bereits am 1. November 2018 den Schlüssel zu ihrem wahr gewordenen Wunschtraum in der Hand.

Oh so fancy!
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Das konzeptlose Interieur-Konzept

Und dann musste auf einmal alles ganz schnell gehen: Es wurde gestrichen, improvisiert und geschreinert. Innerlich dankt Johannes immer noch der Partnerwahl seiner Schwester – die hat sich nämlich einen Schreinermeister geangelt, der innerhalb von kürzester Zeit die Sitzbänke, den imposanten Tresen sowie das Ménage Schild an der Außenwand zusammengetüftelt hat. Ob dunkelgrün allerdings wirklich eine kluge Wandfarbe ist, die Cordstühle nicht altbacken aussehen und das KB an der Wand nicht doch viel zu grell ist ­– für solche Gedanken blieb keine Zeit. Wir finden: Genau das macht den zeitgemäßen Charakter und den kompromisslosen Charme der jungen Trendlocation aus.

Die Größe vom Raum lässt eskalative Kreativität zu!

Johannes Möhring

Rotations-was?

Und im Trend sind sie wirklich – wenn nicht sogar dem Trend voraus. Immerhin beweist unter anderem der gewagte „King Clear“ aus redestilliertem Erdnussbutter-Bourbon, herbem Tequila, exotischem Pandan-Sirup, frischem Zitronensaft und einem Hauch Salzlösung, dass man hier gerne mit detailverliebter Raffinesse experimentiert. Und auch die riesigen Weckgläser, die uns dunkel an kindliche Ausflüge in Omas geheime Vorratskammer erinnern, sind ein weiteres einzigartiges Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Bars: Johannes und René fermentieren hier tatsächlich frische Ananas und knackige Äpfel, um daraus abgefahrene Drinks wie Apple Cider oder Tepache zu schöpfen. Ach ja, und mit dem fancy Gerät à la Rotationsverdampfer, welches gut sichtbar hinter der Bar steht, streben die beiden tatsächlich kein Chemie-Studium an, sondern führen Vakuumredestillationen bei niedrigen Temperaturen durch, um maximale Geschmackserfolge zu erzielen.

Johannes testet schon mal, ob das was geworden ist – im Hintergrund der Rotationsverdampfer.
Back to the roots: Weckgläser wie bei Oma.

Niveauvolles Junkfood

Koch Luke Rogers, den die beiden ideenreichen Inhaber in seinen neuen Job „irgendwie reingelabert haben“, hat seinen Kochlöffel bis dato in edlen Schickeria-Läden wie dem Mural oder dem Walter & Benjamin geschwungen. Jetzt zaubert er in der kleinen Küche, welche die Kinlys vom Vorgänger übernommen haben, so pikante Dinge wie den „Bambi Burger“ aus Rehfleisch, Karamell Käse und Kardamom Birnen oder – angelehnt an ihren Lieblingsfilm „Deadpool“ – Chimi-Ducking-Changas, was überbackene Burritos mit perfekt gegarter Ente beschreibt.

Eis ist nicht gleich Eis – jetzt wird es besonders!
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WhaTepache? EIN MEXIKANISCHES KULTGETRÄNK

Die Mexikaner wissen wie’s geht: Das Lieblingsgetränk der Taco-Experten besteht hauptsächlich aus Ananas, braunem Zucker und Wasser. Während des Fermentationsvorgangs erreicht es verschiedene Stadien, die von süß-fruchtig über alkoholisch gehen. Schmeckt nach Sommer, Sonne, Leichtigkeit!

Glücksgeheimnis Freiheit

Wichtig ist den aufgeschlossenen Kinly Boys, dass sie zu 150% frei arbeiten können: Sie arbeiten mit den Spirituosen, die sie selbst auch im heimischen Schnapsschränkchen stehen haben, sie servieren das Essen, auf das sie Bock haben und sie sprechen die Leute an, mit denen sie auch gerne feiern würden. Die Ménage Bar hat ihren Namen schließlich nicht umsonst bekommen: Das französische Wort steht für den Hausstand, die Ehe, das Duett – das hört sich nicht nur vornehm an, sondern passt auch zum familiären Hintergrund. Zwei Bars, zwei Boys, zwei Erfolgsgeschichten.

Eiskünstler und Drink-Genie.
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Hier entstehen selbstgemachte Konzentrate.
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Und außergewöhnliche Drinks.
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