Beaver Coffee

Beaver CoffeeThird Wave auf Türkisch

Diese hübschen, kleinen, meist kupferfarbenen Mokka-Kännchen hat wohl jeder schonmal gesehen. Sich dann gefragt, was türkischen Kaffee so besonders macht. Und vielleicht sogar schon ein türkisches Kaffee-Erlebnis gewagt ... Aber Bohnen, Röstung und Zubereitung in Third Wave Qualität? Mokka, so aromatisch und lecker, dass man ihn direkt zur Morgenroutine machen möchte? Fehlanzeige. Suchte man in München bis vor Kurzem vergeblich. Aber jetzt gibt's ihn, den "Specialty Mokka"! Im Beaver Coffee in der Schwanthalerhöhe!

Serdar hat sich mit dem Beaver Coffee einen Traum verwirklicht.

Ein buddhamäßig tiefenentspanner Besitzer

Wenn man Serdar so zuhört, bekommt man fast den Eindruck, sein Café hat sich von selbst eröffnet. Buddhamäßig tiefenentspannt erzählt er davon, wie er den Laden in der Gollierstraße, ein ehemaliges Feinkostgeschäft, für seine Zwecke praktisch nicht umbauen musste. Die wunderschönen, rohen Backsteinwände, die schwere „Stalltür“ oder die industrial-stylisch offenliegenden Rohre – alles konnte er übernehmen wie es war. Das riesige Kaffeepflanzenbild fand er einfach dekorativ. Und der Name „Beaver Coffee“ war auch einfach irgendwie da. Passt.

Hier gibts Specialty Coffee – nicht nur, aber vor allem auch türkischen! © Geheimtipp München

Schon gewusst? Biber sind die einzigen Tiere, die Kaffee in großen Mengen vertragen. Scherz. © Geheimtipp München

Industrial Style und Backsteinwand im Beaver Coffee. © Geheimtipp München

Ibrik = das Herzstück

Neben der großen La Marzocco Siebträgermaschine, an der Serdar die üblichen Kaffee-Spezialitäten zaubert, ist das Herzstück des Cafés aufgebaut: der Ibrik, auch Cezve genannt. Mokka-Kännchen – in diesem Fall wunderschöne, handgefertigte Kupferkännchen – in denen der Chef nun so seelenruhig wie fachmännisch einen türkischen Kaffee zubereitet.

"Ibrik" oder "Cezve" nennen sich die dekorativen Mokka-Kännchen. © Geheimtipp München

Diese von "soy" sind handgefertigt und können im Beaver Coffee gekauft werden. © Geheimtipp München

... aber auch eine standesgemäße Siebträgermaschine darf im Beaver Coffee nicht fehlen. © Geheimtipp München

How to Mokka

Dazu löst er sehr fein gemahlenes Kaffeepulver in einem Kännchen voll Wasser auf und kocht das ganze zweimal auf. Danach setzt sich der Kaffeesatz am Boden des Kännchens ab und der Mokka kann getrunken werden.

Step 1: Kaffeemehl und Zucker in den Ibrik füllen. © Geheimtipp München

Step 2: Mit Wasser auffüllen. © Geheimtipp München

Step 3: Das ganze zweimal aufkochen. © Geheimtipp München

Step 4: Und genießen! © Geheimtipp München

... wie er dich anlacht! © Geheimtipp München

Ohne Lokum ohne uns

Ganz traditionell gibts zum Mokka einen Würfel Lokum. Von der türkischen Süßigkeit aus Sirupmasse, verfeinert mit Aromen und Nüssen, kann man im Beaver Coffee zwischen verschiedensten Variantionen wählen. Alle geil. Genauso die Florentiner. Für alle, die's noch ein bisschen gehaltvoller mögen.

Alles Single Origins

Den Kaffee, den man im Beaver Coffee sowohl trinken als auch für zuhause kaufen kann, lässt Serdar nach seinen Vorstellungen rösten. Das Mokka-Pulver muss nämlich besonders fein gemahlen werden. Und auch die jeweils zwei Filterkaffee- und Espresso-Sorten genügen (nicht nur) seinen hohen Ansprüchen: alle sind Single Origins. Aus Äthiopien, Kolumbien oder Peru.

Fünf Sorten lässt Serdar rösten: zwei Espressi, zwei Filterkaffees und einen Mokka. © Geheimtipp München

Die Bohnen frisch mahlen ... © Geheimtipp München

... das Kaffeepulver fest in den Siebträger pressen ... © Geheimtipp München

... und heraus kommt herrlich duftender Espresso. © Geheimtipp München

Viele Aromen, viel Hingabe

Die Aromen der fünf Röstungen reichen von „karamellig“ bis „tropische Früchte“. Und Serdar kitzelt sie mit dermaßen viel Hingabe aus den Bohnen, dass man ihm ewig dabei zusehen könnte. Hier ist ein echter Liebhaber am Werk.
Und wie, Serdar, heißt nun Third Wave auf Türkisch? 
- Third Wave. 🙂

  • Kaffee

    Beaver Coffee, verschiedene Aroma-Profile, eigene Röstung. Mokka aus dem Ibrik: 3,80 Euro.

  • Kaffee-Begleitung

    ein Würfel Lokum (türkischer Honig). Oder zwei. Oder drei.

  • Lieblingsplatz

    auf der breiten Fensterbank – sowohl Straße als auch das Geschehen an der Theke im Blick.

  • Café-Begleitung

    Einen experimentierfreudigen Freund, der für den Genuss auch mal über ein paar Körnchen Kaffeemehl hinwegsehen oder darin sogar die Zukunft lesen kann.

Shotgun Sister Coffeebar

Giesinger Nachbarschaftscafé reloaded

Bilder von Murat Kaydirma für Geheimtipp München.

Verena Schindler

Gut ist, was neu ist! Verenas Augen und Ohren sind permanent im Aufnahmemodus. Als Designerin freut sie sich über alles, was das als spießig verurteilte München auf der Skala der hippen Städte etwas steigen lässt. Zum Reizflut-Ausgleich: einen Cappuccino in der Sonne – very Munich... Die Welt sehen?! Unbedingt! Woanders leben? Auch cool. ABER: keine Berge sind keine Option.