Organic Garden Vegane Hot Dogs am Viktualienmarkt

Dass die beiden Wörter Hotdog und vegan irgendwann mal in einen Satz passen, das hätten wir vor ein paar Jahren ehrlicherweise auch noch nicht gedacht. Klar, es tut sich seit einiger Zeit superviel bei den Ersatz-Produkten, – trotzdem fällt es gerade denjenigen schwer, sich gewisse Gerichte mit pflanzlichen Alternativen vorzustellen, die eben nicht dem Veganismus folgen. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass es jetzt einen weiteren Vorreiter in München gibt, der sich dem Fast-Food Klassiker Hotdog verschrieben hat: das Organic Garden, gut versteckt am Viktualienmarkt. Wir mussten natürlich direkt losprobieren und waren überrascht, wie vielfältig ein Hotdog eigentlich sein kann. 

© wunderland media GmbH

Zurück zur Normalität

Es ist der erste Tag an dem die Außengastronomie wieder geöffnet hat, der Vikualienmarkt pulsiert. Es ist schön, dass die Stadt wieder lebt – und wir wieder mittendrin sind. Unter Beachtung aller Regeln natürlich. Wir schlängeln uns durch glückliche Menschen, die sich zuprosten und anlachen – bis wir irgendwann vor dem kleinen Laden mit dem unübersehbaren roten Schild stehen. Gut, nicht nur das Schild ist nicht zu übersehen, auch die kleine Schlange die sich davor gebildet hat. Sind natürlich alle neugierig, was sich hinter der noch nicht allzu lange eröffneten Theke versteckt. 

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Von der Nadel zum Kochtopf

Während wir warten, bis wir dran sind, gucken wir uns schon mal kurz im Laden um: Vom ehemaligen Tattoostudio, das hier davor drin war, ist nichts mehr zu sehen. Die Wand leuchtet in erfrischendem Grün, die Einrichtung ist schlicht, aber modern und neben der offenen Ausgabe, in die wir schon mal interessiert reinlugen, gibt es außerdem ein kleines Regal voller veganer Leckereien, die wir mit nach Hause nehmen können. Neben veganer Mayonnaise finden wir verschiedene Snacks, Öle, Kochbücher und – Achtung, gut zulesen – vegane Bratensauce. „Hey, was wollt ihr denn haben?“, reißt es uns aus unserem Staunen. Also gut – ran an die Tofu-Wurst! 

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Mehr als Zwiebel & Senf

Die Buns sehen schon mal anders aus als gewohnt: Statt weichem Weizenbrötchen gibt es die Auswahl zwischen Kurkuma-, Spinat- und Laugen-Bun – alle gemacht aus Dinkelmehl. Bei der fleischlosen Fleischbeilage können wir auswählen zwischen einem klassischen Tofu-Würstchen, einem Räucherknacker (auch aus Tofu, aber eben würziger) oder Pulled Chicken von eat.planted – und wer jetzt noch nicht überfordert genug ist, weil er gerne alles probieren würde, der kann zu guter Letzt noch bei den zusätzlichen Toppings, die allesamt aus regionalen Zutaten bestehen, verzweifeln. Eingelegte Zwiebeln, No-Cheese, Teriaky-Auberginen, Gurkensalsa, Cranberry-Rotkraut…? Puh. Keine Chance, wir nehmen einfach von allem ein bisschen. Dazu noch einen Klecks Chilli-Mayo und Apfel-Senf-Sauce, verfeinert mit knusprigen Röstzwiebeln und fertig ist unser Hot Dog, der jetzt doch eher einem kleinen Kunstwerk ähnelt. 

Hot Dog Historie Wo kommt er eigentlich her, der heiße Hund?

Ja, das ist eine wahrlich gute Frage! Das weiß nämlich keiner so genau. Die Frankfurter behaupten, ein Metzger aus Coburg war der Vorreiter; in der USA besteht man darauf, dass der deutsche Einwanderer Charles Feltmann mit Sauerkraut, Wurst und weichem Brötchen den Hot Dog Startschuss in Brooklyn gab. Auch der Name ist ein Mysterium – von Cartoonist bis zum deutschstämmigen Schlachter in den USA, der einen Dackel gehalten hat, ist alles möglich. Aber wisst ihr was? Im Endeffekt ist es uns auch (Tofu-)Wurst! Hauptsache, er schmeckt. Woher die Produkte von Organic Garden herkommen, das wissen wir aber ganz sicher – größtenteils nämlich von ihrer eigenen Farm. Ihr wollt mehr wissen? Dann werft mal einen Blick auf die Website.

Neu interpretierter Klassiker

Finden auch die Passanten, die uns ein paar Meter weiter in die Arme laufen. Kaum haben wir den Laden verlassen und uns ein sonniges Plätzchen gesucht, merken wir, wie die Grüppchen um uns herum anfangen zu tuscheln. Okay haben wir Sauce am Mundwinkel hängen? Klebt die Zwiebel auf dem Shirt? Nein, nein, sie wollen alle nur wissen, wo wir die fluffigen Farbexplosionen herhaben, – nur um kurze Zeit später wieder an uns vorbeizulaufen und selbst in einen rein pflanzlichen Fast-Food-Klassiker reinzubeißen. Nachdem wir alle Fragen beantwortet haben, können wir uns endlich dem Essen widmen: Unsere Geschmacksknospen werden umhüllt von so vielen Eindrücken gleichzeitig, dass wir erst beim zweiten Bissen das volle Ausmaß an Köstlichkeit entfalten können. Klar, es schmeckt anders als ein klassischer Hot-Dog – das liegt aber gar nicht mal am Tofu, sondern an den besonderen Zutaten, die das Organic Garden Team zusammengestellt hat. Wir können es also eigentlich gar nicht mit dem Normalo-Produkt vergleichen, sondern würde neher sagen: Hot Dog neu interpretiert. 

Bis bald im neu entdeckten organischen Stadt-Garten!

Und wir kommen wieder! Wir haben ja schließlich noch lange nicht alle Variationsmöglichkeiten durch. Wer sich übrigens selbst nicht ans Zusammenbauen traut, der vertraut auf die drei Varianten der Profis: Green Wiener, Funky Dawg oder Vegan Bavarian. Und das Organic Garden Team muss ja schließlich wissen, was sie da tun, – immerhin belegen sie nicht einfach nur Hotdogs – sie haben kleine Organic Garden Farm gebaut, in denen sie selbst Lebensmitte anbauen, die in ihrem sogenannten Food Lab weiterverarbeitet werden. Eine Wertschöpfungskette, vor der wir gerne den Hut ziehen – und die wir gerne mit Hotdog schlemmen unterstützen. Könnten uns wahrlich schlimmere Aufgaben vorstellen. 

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Das Café Saphir Eine Boulangerie zum Verlieben

Frühstücken wie Gott in Frankreich – auf diesem Gefühl sind wir irgendwie hängen geblieben, seit wir das erste Mal das kleine Paradis der Unvernunft nahe dem Prinzregentenplatz betreten haben. Der gebürtige Tunesier Issam Ben Ahmed und seine Frau Baran haben uns mit ihrer authentischen Boulangerie einen Spielplatz der Sinne geschenkt.