Juliet Rose Munich

Juliet Rose MunichFlorale Konzepte im Glas & auf dem Teller

Das Konzept für die nicht einmal zwei Jahre junge Juliet Rose Bar in Haidhausen ist ganz schön raffiniert: Alles dreht sich um das Motto „From root to fruit!“ und die „Sweet Juliet“. Was die geheimnisvolle Rose mit Gastronomie zu tun hat, dazu später mehr. Aber so viel sei schon eimal vorraten: Nicht nur der Name, auch die kulinarischen und getränketechnischen Aussichten sind ziemlich rosig.

Delight Guide

Das Interieur: Clean & schick mit einem Hauch Unschuld. © Wunderland Media

Der delight guide

1 Buch, 13 Bars, 13 Drink-Erlebnisse

Ihr seid immer heiß auf besondere Drinks, neue Locations, spannende Bartender und ihre kreativen Gastronomiekonzepte? Dann solltet ihr das delight guide Magazin, den Instagram- und Facebook Kanal auf dem Schirm haben. Ach ja, und natürlich schleunigst das Buch besorgen! Macht übrigens auch als Geschenk ordentlich was her.

Rosen für alle Sinne

In der Juliet Rose Bar wird nichts dem Zufall überlassen – das Konzept ist genauso durchdacht, wie die Namensgebung. Frisch und blumig steigt uns ihr Duft in die Nase, als wir die Bar betreten. In der eleganten Inneneinrichtung setzen Blumen verschiedenster Arten farbige Akzente und unter den Cocktails gibt es Exemplare wie den BerryBasil Smash. Wem fällt etwas auf? Ganz genau, es geht um die Rose und ihre botanische Welt drumherum.

Delight Guide

Das Zentrum des kreativen Schaffens © Wunderland Media

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Entspannte Atmosphäre © Wunderland Media

Bar Impressionen © Juliet Rose

From Root to Fruit

Die Juliet Rose wurde durch den Engländer David Austin lange gezüchtet, bis sie zu der wurde, die sie heute ist. Um genau zu sein dauerte das über 15 Jahre. Diese Ausdauer, Hingabe und Leidenschaft haben die kreativen Köpfe hinter der Juliet Rose Bar für das gesamte Gastrokonzept aufgegriffen. Ein zentrales Ergebnis davon: Die kulinarischen Entdeckungen auf den verschiedenen Getränke- und Speisekarten (von Frühstück und Brunch über die Tageskarte bis hin zu verschiedenen Karten für den Abend) lassen sich in vier Kategorien unterteilen, und zwar nach den botanischen Eigenschaften „From Root to Fruit“: Woody, herbal, floral, fruity

Jeder Drink ist ein Erlebnis © Geheimtipp München

Delight Guide

Mit dem Delight Guide bekommt ihr den Signature Drink des Hauses © Wunderland Media

Präzision vom Feinsten © Wunderland Media

Liquide Blumen-Erlebnisse auf der Karte

Man stelle sich also die Rose bildlich vor und beginne am untersten Ende der Wurzel. Langsam arbeiten wir uns hoch über den Stängel und die Blätter bis hin zur floralen Blüte. Genau so lässt sich die Cocktailkarte lesen: Sie startet mit den holzigen, rauchigen oder kräftigen Spirituosen wie Cognac oder Brandy und geht weiter mit den kräuterbasierten und mediterranen Drinks mit Gin und Basilikum oder „thymian infused“ Wodka. Weiter geht’s mit den floralen Geschmacksnoten, die Drinks wie einen Lemongras Tonic entstehen lassen. Abgeschlossen wird das liquide Menü mit den fruchtigen Varianten wie dem Pineapple Punch. Bei Letzterem ist nicht nur der Geschmack selbst ein Erlebnis: Er wird in einer kupfernen Ananas in Originalgröße serviert, die das Genusserlebnis auch optisch zu etwas Besonderem macht.  

Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der mit seinem kulinarischen Angebot so einzigartig ist, wie die Rose selbst.

Sebastian Lumpe, General Manager Juliet Rose Bar

A la Carte oder individuell

Innerhalb der vier Kategorien "woody, herbal, bloomy & fruity" gibt es also jeweils unterschiedliche Ausprägungen, die für besondere Geschmäcker sorgen und die Auswahl nicht gerade einfach machen: Wir haben die Qual der Wahl! Wie gut, dass wir fachmännisch und vom sympathischen Barkeeper beraten werden. Dabei können wir uns nicht nur ein Cocktail à la Carte aussuchen: Auf Wunsch bekommen wir eine individuelle Cocktailkreation, fein abgestimmt auf unsere persönlichen Vorlieben - ein guter Service weiß eben auf seine Gäste einzugehen. 

Die Zubereitung ist ein Spektakel für sich © Wunderland Media

Extravagant, aber nie arrogant

Trotz extrem hohem kulinarischen Niveau reckt hier niemand seine Nasenspitze in die Höhe. Im Gegenteil, wir fühlen uns von Beginn an sehr wohl und willkommen und genießen unsere Drinks in lockerer Atmosphäre, während Sebastian Lumpe uns die Geschichte der Juliet Rose erzählt. Er ist General Manager und hat die Bar und das Konzept dahinter, das aus der Feder der Fachagentur Cocktailkunst stammt, zum Leben erweckt. Als Teil des gesamten Hilton-Hotel Makeovers startete auch die Idee für die Bar im Frühjahr 2017 und nahm nach und nach konkretere Form an. Der Bar-Eröffnung im Juli 2018 ging eine intensive Onboarding-Phase voraus. Nicht nur um das richtige Personal an Bord zu holen, sondern auch das Bartender-Team entsprechend fit zu machen und schon früh in den Kreativprozess mit einzubeziehen – und zwar in allen liquiden Angelegenheiten rund um Drinks, Wein sowie Kaffee und Co.

Das Besondere kreieren, immer auf's Neue

Heute steht hinter der Bar ein 12-köpfiges Team mit viel Kompetenz und Spirit. Sebastian weiß, wie er seine Crew motiviert: „Ja, wir haben eine stylische Bar. Aber wir müssen es immer wieder schaffen, ein besonderes Erlebnis für unsere Gäste zu kreieren. Als Bartender seid ihr die Seele der Bar, das ist meine Message ans Team.“ Wo er Recht hat, hat er Recht. Gute Drinks alleine sind in einer Stadt wie München nicht ausreichend. Den Gästen etwas zu bieten, was sie überrascht und woran sie sich erinnern, das ist das Ziel. Unterstützt wird das Team dabei von Barikone Oliver von Carnap, der das theoretische Barkonzept mit viel Hingabe in die Praxis übersetzt. Oliver will dabei besonders den Gedanken des Sustainable Bartending vorantreiben. Heißt: die komplette Frucht verwenden, unnötigen Müll vermeiden, indem man zum Beispiel Sirup oder Aromen aus Stängeln, Schalen oder Wurzeln gewinnt.

Die Juliet Rose findet ihr zusammen mit 12 weiteren Bars im delight guide © Wunderland Media

Rosen auf dem Teller

Und wie sieht es eigentlich an der kulinarischen Front aus? Der Culinary Head ist Roman Kotte, dessen Leidenschaft es ist, bestehende Gerichte neu zu erfinden. Durch Fermentation zum Beispiel verpasst er einer fruchtigen Zutat eine holzige Note. Er liebt es kreativ zu arbeiten, neue Geschmackskombinationen zu schaffen und einfach mal mit anderen Texturen und Geschmäckern zu inspirieren. Roman holt sich dabei Ideen aus aller Welt, immer mit den vier Geschmackskategorien der Rose im Hinterkopf. Uns hat er mit seiner kulinarischen Idee erreicht, sogar ohne dass wir ihn persönlich kennengelernt haben. Das Essen war köstlich und lässt uns jetzt noch das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Unser Fazit:

Hotelbars kennen wir viele. Leider auch viele mit einem eher „angestaubten“ Look & Feel. So skeptisch wir auch vor unserem Besuch waren, so positiv überrascht sind wir danach. Wer heute in Sachen hochkarätiger Hotelbar-Genuss im Kopf bleiben will, der muss einiges auf die Beine stellen. Und das haben die Macher der Juliet Rose Bar sich auf jeden Fall zu Herzen genommen. Beim nächsten Mal wird dann aber der Brunch ausprobiert. Den gibt's samstags und sonntags von 9 bis 15 Uhr - eure individuelle Auswahl serviert auf der Etagere. Und danach? Day Drinking. Welch rosige Aussichten!

Bilder von Wunderland Media und Juliet Rose.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem delight guide entstanden.

Lena Weber

Jede Frau ist für gutes Essen anfällig. Das hat Casanova schon damals erkannt. Und es trifft bei Lena zu 100 Prozent zu. Wenn es ums Schlemmen und Schnabulieren geht, ist sie immer mit von der Partie. Mehr als 5 Jahre Mannheim und die Nähe zur Pfalz haben sie geprägt – vor allem die Vorliebe für Wein. Als Neumünchenerin ist Lena nun neugierig darauf, die Gastrowelt der Biermetropole zu entdecken.