AMAZONEN Magazin Das realitätsnahe Frauenmagazin aus München

Hand aufs Herz: Wen verunsichern die klassischen Frauenmagazine nicht? Schlank- und feinporig gephotoshopte Models, die von Kohlsuppendiäten schwärmen und euch vorschreiben, wie ihr euch am modischsten zu kleiden habt. Kommunikationsdesignerin Lena Augustin hatte genug von den desillusionierten Zeitschriften und erschuf deshalb im Rahmen ihrer Abschlussarbeit das AMAZONEN-Magazin. Mit Frauen, so wie sie wirklich sind, – echt und natürlich.

Gründerin und Kommunikationsdesignerin Lena und Social Media Beauftragte Nina.
© wunderland media GmbH

Gemütliches AMAZONEN-Headquarter am Westpark

Wir sitzen in einer gemütlichen Küche nahe dem Westpark. Lena hat uns soeben eine dampfende Tasse Tee gereicht, darin schwimmen getrocknete Heidelbeeren. Neben ihr auf der Bank hat Nina Platz genommen. Die beiden sind nicht nur Freundinnen und Mitbewohnerinnen, sondern arbeiten auch zusammen am AMAZONEN-Magazin. Wir sitzen nicht nur in ihrer Küche, nein auch im Headquarter. Erdige Töne, gemütliche Teppiche an Wand und Boden und zwei herzliche Gastgeberinnen – wir fühlen uns sofort wohl. Dann fängt Lena an, uns ihre Geschichte zu erzählen.

Vom kleinen Dorf in die große Welt

Aufgewachsen ist die heute 28-Jährige in einem Dorf in der Oberpfalz. Realschulabschluss, Ausbildung zur Bankkaufrau und von 14 bis 20 Jahren in einer festen Beziehung. Erst nach einem Unfall mit ihrer Hand und der anschließenden Therapie begann sie ihr Leben zu hinterfragen und beschloss, auf Reisen zu gehen. Nach Australien, Thailand und Vietnam. „In Melbourne habe ich dank eines Freundes meine künstlerische Ader wiederentdeckt“, berichtet Lena. Zudem nahm sie das erste Mal an einer spirituellen Heldinnenreise – auch Isha genannt – teil, bei der man sein Inneres in unterschiedlichen Stufen ausdrückt und seine Höhen und Tiefen bespricht. „Auf dieser Reise habe ich zum ersten Mal die gebündelte Energie von Frauen gespürt“, erzählt Lena begeistert. Nach ihrer Weltreise wollte Lena sofort nach Berlin, doch dann kam alles anders und sie landete in München, wo sie an der Meisterschule für Mode und Design angenommen wurde.

Nina verzichtete drei Jahre auf Pizza, obwohl sie den italienischen Klassiker liebt.
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Der Verlust der Weiblichkeit

Zur selben Zeit arbeitete die heute 26 Jahre alte Nina im Aroma Café im Glockenbachviertel. Zuvor war die gebürtige Pfaffenhoferin nach ihrem Abi durch Neuseeland und Bali – Indonesien gereist. Nun studierte sie Geowissenschaften in München. „Auch wenn es vielleicht seltsam klingt, als Lena eines Tages das Café betrat, spürte ich sofort eine Verbindung und die Energie, die von ihr ausging“, erzählt uns Nina. Aus Café-Kolleginnen wurden schnell beste Freundinnen und seit zwei Jahren nun auch Mitbewohnerinnen. Trotz ihrer innigen Freundschaft verschwiegen sich die beiden einiges, was sie beschäftigte. So fand Nina ihre unterschiedlich großen Brüste so unangenehm, dass sie sich nie im Bikini zeigte. Mit ihrer Figur war sie auch nicht zufrieden. „Ich habe drei Jahre lang keine Pizza gegessen, obwohl ich Pizza liebe!“, erzählt sie kopfschüttelnd. Lena, die nach ihrer Trennung rund 10 kg zugekommen hatte, fand sich in ihrem Körper nicht mehr attraktiv. „Ich dachte, erst wenn ich wieder abnehme, bin ich glücklich und zufrieden mit mir“, sagt sie. Zudem hatte ich nach meiner Trennung zwei Jahre keine Periode mehr und das Gefühl, meine Weiblichkeit verloren zu haben“.

Ohne Filter

Mit der Zeit öffneten sich die beiden und erzählten sich gegenseitig von ihren Unsicherheiten. Da wurde ihnen klar, sie sind nicht alleine. „Als wir das verstanden hatten, konnten wir Tools entwickeln, um weg von diesem Vergleich-Denken zu kommen das von Frauenmagazinen verstärkt wird“, sagt Lena. Gleichzeitig wuchs Lenas Wunsch, Frauen zu zeigen, wie sie wirklich sind. Ohne Filter. Für ihre Abschlussarbeit an der Meisterschule für Mode und Design entschied sich Lena deshalb, ein realitätsnahes Frauenmagazin zu schaffen. Das AMAZONEN-Magazin. Als wir durch das Magazin blättern, dass uns Nina reicht, spüren wir sofort, dass hier eine Kommunikationsdesignerin am Werk war. Ausgewählte Designs, angenehme Haptik und endlich mal kein Hochglanz. „Alle Bilder im Magazin habe ich mit meiner analogen Kodak-Kamera geschossen – ohne Filter“, erzählt Lena.

Ninas Artikel zu ungleichen Brüsten mit Lenas Design.
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Lena und Nina bieten u.a. Lesungen, Räucherworkshops oder Heldinnenreisen an.

Das Magazin gibt es online oder ab Januar 2021 im SODA Books zu kaufen.

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Das Magazin erhaltet ihr für 17€. Damit unterstützt ihr den nachhaltigen, lokalen Druck und die Autorinnen.

Zwei Designpreise und Veröffentlichungen im Rhythmus der Jahreszeiten

Bis zur Finalisierung ihrer Abschlussarbeit ahnte Lena nichts von dem großen Anklang, den ihr Frauenmagazin finden wird. Doch das positive Feedback ließ nicht lange auf sich warten. Die Nachfrage war so hoch, dass die gedruckten Exemplare sofort vergriffen waren. Im Januar 2021 folgt deshalb der zweite Druck. Bis dahin können alle Interessentinnen und Interessenten ihr Exemplar vorbestellen. Lohnt sich auf alle Fälle. Nicht nur inhaltlich auch optisch ist das AMAZONEN-Magazin etwas ganz Besonderes. Das sahen auch die Juroren und so gewann Lena bereits zwei Designpreise für ihre Abschlussarbeit. Das goldene Pony und den ADC Design Award. Alle viertel Jahre im Rhythmus der Jahreszeiten möchte Lena in Zukunft das AMAZONEN-Magazin rausbringen. Bei der positiven Energie, die sie und Nina verströmen, können wir schon erahnen, wie spannend und gut diese werden. Übrigens sind beide mittlerweile rund um zufrieden mit ihren Körpern und treiben nur Sport aus Genuss-Gründen. Auch wir pfeiffen auf vermeintliche Schönheitsideale, lieben jede unserer Corona-Speckröllchen und gönnen uns in der WG-Küche am Westpark erst mal eine Portion Pizza. Denn auf die sollte man wirklich nie verzichten müssen.

Ein Magazin das Frauen Kraft und Energie schenkt, statt sie zu rauben.
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