Der Reiseführer „Pride on Tour – 35 queere Reiseziele in Europa“ möchte eins klarstellen: Pride ist nicht nur ein Tag oder ein Monat. Für queere Menschen ist das die Lebensrealität 365 Tage im Jahr. Und dasselbe gilt für ihre Businesses. Darum ist es wichtig, wo es geht, queere Cafés, Clubs, Buchläden oder Festivals zu unterstützen. Denn eine Franchisekette am Leben erhalten, sollte nicht unser Ziel sein. Ein guter Alley, also ein*e Verbündete*r sein, schon. Nicht nur der Reiseführer von Simone Bauer präsentiert dabei unzählige Safe Spaces in München, sondern auch wir! Hier kommen unsere Lieblingsspots aus dem Buch. Und wir haben noch einige Geheimtipps aus unserem Team ergänzt …
Und welcher Ort ist dabei das wohl beste Aushängeschild für ein queeres München? Genau, das Fesch. Dieses queere Wirtshaus ist in der Tat ziemlich fesch und versorgt uns mit unglaublichen bayerischen Köstlichkeiten. Im Sommer wird ein Biergarten auf die Beine gestellt im Nußbaumpark, den wir ebenfalls lieben.
Die Deutsche Eiche gewinnt das absolute Triple: Restaurant, Sauna und Hotel in einem! Dazu noch eine Dachterrasse im 6. Stock mit Blick auf den Gärtnerplatz. Nicht nur einer treuen Stammkundschaft gefällt das völlig zurecht. Die Küche ist also absolut gutbürgerlich („Der längste Lümmel der Eiche“ ist natürlich die Currywurst).
Das Café Nil hat euch ja schon Dean DeVille empfohlen. Auch die Drag Kolleginnen Janisha Jones und Pasta Parisa lieben das bunte Kleinod im Glockenbachviertel. Janisha und Pasta treten sogar regelmäßig in dem Café auf und liefern den Gästen eine Show, die sie so schnell nicht vergessen.
Das go drag! Festival findet nach zwei Jahren erneut in der bayerischen Landeshauptstadt statt, kuratiert von Ruby Tuesday und Bridge Markland. Sie legen zwischen dem 10. und 14. Juni den Fokus auf Drag Kings, Quings und Things! Denn Drag ist nicht immer Queen-Sache.
Aber: Manchmal eben auch. Die DRAGademy hat sich daher Queens, Kings, Quings und Things gewidmet und diese Künstler*innen seit dem vergangenen September ausgebildet. Initiiert hat das Vicky Voyage. Beim Showcase am 24. Juni im PATHOS zeigen die Schüler*innen ihr Können.
Weiterlesen könnt ihr am QueerBookDay am 21. Juni im SUB. Seit 2024 findet ein ausgewogenes Lesungsprogramm queer durch alle Genres statt und alle Autor*innen stehen euch für Gespräche und Signaturen zur Verfügung.
Das SUB im Übrigen ist natürlich eine Institution für München. Der Verein bietet allerlei Beratungen und Gruppen für alle Buchstaben der LGBTQIA+-Community an. Oder auch einfach nur die legendären Barabende.
Garry Klein – Münchens queere Party jeden Mittwoch! Queer Techno und House von talentierten DJ*Artists und die legendäre Midnight Show Time bekannter Münchner Drag*Artists. Eine bunte Crowd und die besondere Atmosphäre des Clubs Rote Sonne machen die Mittwochsparty zu deinem queeren Highlight. *Be queer, be open, be visible, be peaceful!* Garry Klein ist ein Safer Space, für alle Queers und Allies. Diversity & AllGenders. AllAges & NewSound.
Das glitch! ist ein wirklich wichtiger queerfeministischer Buchladen, der von einem über dreißigköpfigen Kollektiv geführt wird. Sie können euch genauso schnell eure gewünschten Bücher (sogar, wenn nicht queerfeministischer Art!) bestellen wie manche Giganten aus Amerika. Und ihr unterstützt damit einen Laden, der regelmäßig Konzerte veranstaltet, Zines vertreibt und Soli-Gutscheine anbietet für Menschen, die sich gerade keinen Lesestoff leisten können.
Im Zweimal Store Haidhausen findet ihr alles, was euch und euer Zuhause schöner macht: Mode von den Laufstegen der Welt, coole Pflanzen, Geschenke und Interior Stuff plus ein super sympathisches Team an Hairstylist*innen, die eure Frise upgraden. Good vibes gibts on Top noch for free dazu vom unprätentiösen Dream Team Emil und Jules, die den Laden vor einigen Jahren eröffnet haben.
SpeXter gehört zu den queeren Sexshops der Stadt an der Müllerstraße und verkauft seit 1997 sogar Kondome im Regenbogenlook.
Tolle Drag-Shows findet ihr auch in der X Bar. Einmal im Monat stellt das Ensemble von DragX eine neue, aufregende Show auf die Beine und bietet monatlich eine Open Stage für Newcomer*innen oder alte Hasen, die ihre Acts testen möchten.
Hinter dem NY.Club steckt eine bewegte Geschichte: Seit den 80er Jahren hat er die Szene in München mit geprägt. Das Team versteht sich seit jeher als Familie. Von der Bar bis zur Tür, von der Kasse bis zur Toilette. Und die wollen mit ihren Gästen nicht nur das Leben feiern, sie wollen auch etwas zurückgeben. Inspiriert vom 1-1-1-Modell setzen sie sich für die queere Community ein. Mit dem Ziel, die Freude, die man Nacht für Nacht dort erleben kann, auch in gesellschaftliches Engagement umzuwandeln.
Eine Abbiegung vom SUB entfernt wird hinter dem goldenen Lamettavorhang in der Prosecco Bar gerne gefeiert. Antonio Jorke und Yaniv Levi verlangen meist keinen Eintritt und beginnen ihre Partyabende schon ungewohnt früh für München. Einst befand sich in den Räumlichkeiten eine Schwulenbar – selbstverständlich eine, die schon Freddie Mercury besucht hat, darum ziert sein Portrait auch die Wände.