Die Roomers Bar im Izakaya

Die Roomers Bar im IzakayaKreative Drink-Highlights zur japanischen Fusion-Kitchen

Das Izakaya im Roomers Hotel bietet seit 2017 nicht nur feinstes asiatisches Fusion-Food, sondern auch das Beste aus der Welt der Cocktails. An der 360-Grad-Bar aus schwarzem Holz arbeiten Barchefin Christina Beck und ihr Team sieben Tage die Woche. Das ist ein großer Kraftakt, der zugleich die Kreativität herausfordert. Trotzdem schaffen sie es, regelmäßig eine neue Barkarte zu kreieren und ihren Gästen Tag für Tag ein zweites Zuhause zu bieten.

Japanische Einflüsse mit modernem Twist © Geheimtipp München

Streit, Tränen, Glücksmomente – in einer Bar kann alles passieren

Betritt man das Izakaya, fällt einem zuerst die Bar auf. Sie steht frei im Raum, strahlt schwarz zwischen den hellen Holzbalken hervor und ist prall gefüllt. Das Team dahinter weiß zu überzeugen. Barchefin Christina ist es besonders wichtig, dass die Stimmung stimmt. Schön ist auch zu sehen, dass diese Bar kein reines Männergebiet ist. Doch was bedeutet es überhaupt, Barkeeper zu sein? „Man muss Gastgeber sein, kreativ und wirklich für seinen Beruf brennen. In einer Bar führt man ganz andere Gespräche als in einem Restaurant. Es ist viel persönlicher und man hat mehr Zeit für den Gast. Jeder Gast hat ein anderes Bedürfnis, dafür muss man ein Gefühl entwickeln. Man ist schon eine Art Psychologe, das stimmt schon“, erklärt Christina. Streit, Tränen, Glücksmomente – all das teilt sie mit ihren Gästen. Die Barchefin legt mit ihrem Team sehr viel Wert darauf, dass jeder mit einem guten Gefühl nach Hause geht und sich denkt: „Ich hatte einen rundum gelungenen Abend.“

Barchefin Christina und ihre Leidenschaft © Geheimtipp München

Und das Endergebnis © Geheimtipp München

„Eine Frau hinter der Bar ist sehr ästhetisch“

Für das positive Gefühl sind vor allem die Mitarbeiter verantwortlich: „Ich versuche immer, hinter der Bar Männer und Frauen zu vermischen. Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. Der eine kann super Mixen, der andere ist der perfekte Gastgeber. So ergibt es einfach das beste Gesamtbild“, erzählt die Barchefin. Uns gefällt es sehr, hier so viele weibliche Gesichter zu sehen, Christina sieht das ähnlich: „Eine Frau hinter der Bar ist etwas unglaublich Ästhetisches. Ich schaue einer Frau wahnsinnig gerne beim Mixen zu. Denn das kann sie genau so gut wie ein Mann.“ Als sie uns erzählt, dass die Konstellation hinter der Bar so schon seit mehr als anderthalb Jahren besteht, wird sie etwas nostalgisch. Christina als Barchefin ist sehr darauf bedacht, dass das Teamwork einwandfrei funktioniert: „Auch ein kurzes Zusammensitzen nach der Schicht ist mir wichtig, so können wir direkt über alles sprechen und uns als Team stetig verbessern. Das ist nicht nur für die Bar ganz wichtig, sondern auch für die Stimmung des Teams.“ Denn die Stimmung des Teams spürt man schließlich auch als Gast.

Herzblut und Empathie sind unerlässlich für den Job als Barkeeper

Doch wie schaffen es die Jungs und Mädels eigentlich, uns einen angenehmen und schönen Abend zu bereiten? „Wir versuchen, immer das Gespräch mit dem Gast zu suchen. Denn Gespräche sind das A und O. Auch, wenn der Drink mal nicht den Erwartungen entsprochen hat oder der Gast privaten Stress hatte – wenn wir das zwischenmenschlich wettmachen, ist der Abend eigentlich gerettet“, erklärt die Barchefin. Dafür brauche es Herzblut und Empathie. „Eine Fähigkeit, die meiner Meinung nach jeder Gastronom haben sollte. Das Ziel ist immer: Dem Gast etwas zu präsentieren, was er liebt, was ihm schmeckt und was er nicht vergisst.“ Jede Bar hat einen anderen Anspruch und ein anderes Konzept. Sich also mit anderen Bars zu vergleichen und darüber zu urteilen, wie andere das machen, ergibt für Christina wenig Sinn. Überall liegt der Fokus auf anderen Dingen. Die Roomers Bar im Izakaya setzt unter anderem auf hochwertige asiatische Spirits, aber auch populäre Classics bis hin zu Rezepten, mit denen sie sich auf komplett neues Drink-Terrain wagen. Doch wie entsteht so ein Kunstwerk im Glas eigentlich? Und wie beeinflussen Trends die Rezepturen?

Barkeeperin oder Zauberin? © Geheimtipp München

The sky is the limit

„Jedes Jahr ist etwas anderes angesagt: Der Gin ist ein Dauerbrenner. Die letzten Jahre waren auch Tequila und Mezcal ein großes Thema.“ In der Roomers Bar im Izakaya geht Christina deshalb mit ihrem ganzen Team regelmäßig das komplette Sortiment durch. Viele Spirituosenhersteller stellen sich gezielt vor, beratschlagt wird immer im ganzen Team. Und wie verrückt darf man dann sein bei der Kreation von Drinks? Wenn es nach Christina geht, gibt es keine Vorgaben. „The sky is the limit. Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt ein Limit gibt. Primär geht es darum, dass der Gast einen Drink bekommt, der ihn so flasht, dass er ihn nie vergisst – ob es da dann tatsächlich No-Gos gibt? Ich würde sagen, nein. Zu crazy gibt es für mich nicht. Es muss einfach schmecken!“ Auf der Karte von 2019 gab es in der Roomers Bar zum Beispiel einen Cocktail mit fermentierter Paprika und Süßholz. „Wenige Gäste trauen sich im ersten Moment ran, aber haben sie solch außergewöhnliche Drinks erst mal probiert, sagen sie nur: ‚Wow, will ich nochmal haben!'“ In diesem Jahr arbeitet das Team deshalb unter anderem mit Kefir. Auch alkoholfreie Drinks liegen immer mehr im Trend. Die sogenannten Virgin Drinks werden heute viel weniger belächelt als früher. Christina ist da gleicher Meinung: „Jede Bar sollte etwas Alkoholfreies anbieten. Denn auch Leute, die gar keinen Alkohol trinken oder nur an diesem Abend nicht, sollten genauso abgeholt und verwöhnt werden, wie Gäste, die Alkohol trinken.“

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München als Bar-Vorreiter in Deutschland?

Neue Drink-Kreationen hören – gerade in einer Stadt wie München mit einer unglaublich hohen Bardichte – nie auf. Wir fragen uns, wie man es schafft, immer wieder aufs Neue kreativ zu sein? „Jährlich kreieren wir eine neue Barkarte mit 18 neuen Drinks. Jedes Mal fragen wir uns, ob wir die letzte Karte toppen können. Es ist ein sehr langwieriger Prozess, aber als Team schaffen wir es – toi, toi, toi – immer wieder. Jeder bringt seine Ideen ein und an den Grundrezepten feilen wir dann zusammen. Und genau das ist auch das Spannende.“ Doch wie trendy ist München in Sachen Barkultur? „Ich würde fast sagen, dass wir Vorreiter in Deutschland sind, was die Bars angeht. Klar, auch beispielsweise in Berlin gibt es hippe Bars. Aber diesen Anspruch an Qualität und die extreme Bardichte, das gibt es eigentlich sonst nirgendwo in Deutschland. Angeführt vom legendären Schumann's.“

Hier wird mit Spiegelungen und Zutaten gespielt © Geheimtipp München

Ein zweites Zuhause für die Gäste – so soll es bleiben

Ob es einen Masterplan gibt, die Roomers Bar im Izakaya auch zur Münchner Legende zu machen, wollen wir wissen. „Klar, jede Bar will irgendwo die beste Bar sein. Aber für uns ist es einfach wichtig, dass der Gast einen rundum guten Abend hat und deshalb wiederkommt", sagt Christina. Dass die Bar erfolgreich ist, das Team bestehen bleibt und die Atmosphäre weiterhin so heimelig bleibt – auch das ist der Barchefin wichtig. „Das größte Kompliment als Bar ist es, wenn Gäste uns während der Corona-Zeit geschrieben haben ‚Wir vermissen es, bei euch an der Bar zu sitzen‘ – Genau das wollen wir so beibehalten.“

Bilder von Geheimtipp München.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem delight guide entstanden.

Sarah Langer

Sarah ist ein echtes Münchner Kindl. Heißt: „Gmiatlichkeit” hat für sie oberste Priorität. Ihr Herz schlägt für Electro-Funk-Musik und Weinschorle. Bar oder Berge, Currywurst oder Salat, Hund oder Katze – festlegen gehört definitiv nicht zu ihren Stärken. Dafür aber Kreativität, Lebensfreude und ein guter Schuss Sarkasmus.