7 bayrische Sprüche, die einem immer weiterhelfen Bavarian slang in a nutshell

(Fast) jeder Dialekt hat so seine Schmankerl. Wir behaupten einfach mal, die bayrische Sprache hat am meisten. In keinem anderen Bundesland kann man so gut und so genau seine Gefühlslage ausdrücken wie hier im Freistaat. Und da vor allem innerhalb der Münchner Stadtgrenzen der geliebte Dialekt leider mehr und mehr ausstirbt, wollen wir euren eingerosteten (oder zuagroaßten) Gehirnzellen etwas auf die Sprach-Sprünge helfen. Deswegen haben wir die waschechten Münchner Kindl unserer Redaktion gefragt, welche sieben Ausrufe bei ihnen keinen Tag fehlen dürfen. Denn wir wollen nicht untätig rumsitzen, sondern etwas dagegen tun, dass die Mundart verloren geht. Also bitte aufmerksam lesen und in den Sprachgebrauch einbauen (übrigens hier in München ein absoluter Gamechanger zum Beispiel im Bereich Dating – dem bayrischen Charme erliegt ja schließlich jeder).

© wunderland media GmbH
Der Allrounder

Ja mei

Ein klassisches „Ja mei“ geht wirklich immer. Denn der Bayer an sich hat zwar zu vielem eine Meinung, muss diese aber nicht immer gezwungenermaßen jedem mitteilen. Mit diesen zwei kleinen Worten kann er sich eigentlich zu allem äußern, was gerade besprochen wird. Eine weltweite Pandemie? Ja mei! Die 40 jährige Nachbarin hat sich jetzt einen 20 jährigen Gspusi geholt? Ja mei! Jacke zu Hause vergessen? Ja mei! Wird das Prinzip deutlich? Ja mei ist in Bayern irgendwie eine Reaktion auf alles. Denn es passt immer, es zeigt nicht zu viele Gefühle (was der Bayer an sich eh bissl ungern macht) und man hat trotzdem was gesagt. Außer wenn das Bier leer ist. Dann ist Grund zur Panik angesagt. Aber nach wie vor mit bayrischer Gmiatlichkeit. Eine gmiatliche Panik sozusagen. Ach Bayern…

© wunderland media GmbH
Geht immer!

Schau ma moi, dann seng ma scho

Wenn der Bayer eins ist, dann ist es spontan. Er möchte keine Termine wochenlang im Voraus planen – außer es geht natürlich um wichtige Ereignisse wie die Maifeier, die Wiesn oder den Stammtisch. Doch grundsätzlich möchte der Bayer sich zu keiner Verpflichtung vorzeitig hinreißen lassen. Entweder er taucht im Biergarten auf oder eben nicht. Entweder es geht noch eine dritte Maß oder eben nicht. Ein bisschen Ähnlichkeit hat das mit den Surfern. Der Bayer lässt sich sozusagen von der Welle treiben. Nur dass diese hier meistens aus Hopfen und Malz besteht. Und auch ob der Hubsi und die Vroni jetzt diesen Sommer endlich heiraten – schau ma mal, dann seng ma scho. Es steht in den Sternen. Und das ist auch gut so. Man wird es ja dann sehen.

© wunderland media GmbH
Entweder, oder

Der ganze Bua a Depp

Hierzu muss man eigentlich nicht mehr viel erklären – ein paar Worte geben wir euch aber trotzdem mit auf den Weg. Dieser Spruch kann sowohl todernst, wie auch liebevoll gemeint sein. Denn egal ob euer Spezl sich die Maß über die Hose kippt oder bei seiner Freundin Mist gebaut hat – schon Manni Kopfeck sagte zu seinem Freund Monaco Franze immer: „A rechter Depp bist scho, Franze.“ In Bayern wird übrigens bei diesem Spruch wie folgt gegendert: Gar nicht. Natürlich kann man den Spruch auf das weibliche Geschlecht ummünzen und sagen „Das ganze Madl a Depp“. Es würde euch aber niemand krumm nehmen, wenn ihr den Originalwortlaut an eure Freundin richten würdet. So oder so. A bissl Depp schlummert in jedem von uns. Ja mei.

© wunderland media GmbH
Ausruf des Entsetzens

Zefix!

Der Hochdeutsche würde es vielleicht mit „Mist!“ übersetzen. Aber Zefix klingt einfach viel schöner. Und es ist vor allem eins: Der Anfang des Grants. Denn sollten nach dem ersten Ausruf noch viele weitere Dinge schief gehen, könnte der sonst sehr ruhige, aber schon immer etwas grummlige Bayer auf einmal explodieren und Dinge ausrufen wie „Himmi Herrgott Zackrament Zefix Scheißglump verrreckts!“ Und dann sollte man sich als Außenstehender besser zurückhalten. Denn ist ein Bayern einmal im Modus, kommt er aus diesem so schnell nicht mehr raus. Aber genau dieser Grant macht uns ja auch ein bisschen aus, oder nicht? Und tief im Inneren (wenn eben alles glatt geht) sind wir menschenfreundliche und herzensgute Wesen. Wie der nächste Spruch beweist.

© wunderland media GmbH
Gemütliches Gemeinschaftsgefühl

Hock di herra, samma mehra!

Entgegen aller böser Gerüchte, dass der Bayer an sich ein immer grantiger Zeitgenosse ist, der alleine mit seinem Maßkrug auf der Bierbank sitzt und in seinen Schnauzer flucht, sind wir eigentlich ganz anders. Also versteht es nicht falsch. Wir sitzen auch oft genau so auf der Bierbank und fluchen. Geht auch ohne Schnauzer. Doch es gibt auch ein anderes Beispiel: Es ist Wiesn, die Sonne scheint und ihr möchtet mit einem Spezl im Biergarten ein bis viele Maß genießen. Also sucht ihr euch einen Platz. Es ist aber natürlich voll und keiner möchte seinen geliebten Platz teilen. Doch dort hinten im Eck ist ein halb leerer Tisch voll mit perfekten Lederhosen und Gamsbärten. Sie winken euch rüber und rufen „Hockts eich herra, samma mehra!“ Diese Art von Gastfreundschaft muss man sich zwar verdienen. Aber hat man dies einmal getan, sind wir Bayern zuvorkommend, höflich und sehr sehr gute Trink- und Gesprächspartner (jedenfalls wenn es keine sprachliche Barriere gibt). Darauf ein Prosit!

© wunderland media GmbH
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Obacht gebn, länger leben!

Ist eigentlich selbsterklärend. Obacht heißt einfach Achtung und hilft oft gewisse Gefahrensituationen zu bewältigen oder gar zu vermeiden. „Obacht, is hoaß.“ Ist zum Beispiel ein Klassiker, den man oft im Wirtshaus zu hören bekommt. Auch im Straßenverkehr nicht zu unterschätzen, wenn ein Radler mit gefühlten 500 Km/h an euch vorbeirast und euch einfach nur „Obacht!“ zuschreit. Sollte nun ein Unfall passieren, ist es ganz sicher nicht mehr seine Schuld. Denn er hat euch ja vorgewarnt. Doch auch Vorsicht ist mit Vorsicht zu genießen. Denn wenn euch ein Bayer zu euch „Obacht“ sagt, würden wir euch raten, die vorherrschende Situation kurz zu bewerten. Es könnte nämlich auch sein, dass ihr gerade eine Grenze überschritten habt und euch freundlich nah gelegt wird, jetzt besser einen Rückzieher zu machen. Denn „Obacht, glei klatscht’s. Aber koan Beifall.“ gibt’s eben auch.

© wunderland media GmbH
Wir sehen uns!

Ciao Servus und Pfiad di!

Zum Abschluss bleibt uns nicht mehr zu sagen als Ciao Servus. Da wir hier ja nun mal in der nördlichsten Stadt Italiens leben, ist diese Symbiose der Sprache vollkommen legitim. Servus kann allerdings noch für mehr Dinge verwendet werden als für Begrüßung und Verabschiedung. Seht ihr zum Beispiel an der Isar eine schöne Frau oder auch einen netten Herren vorbeilaufen, wäre der Ausruf „Ja servus!“ nicht fehl am Platz. Genauso aber auch, wenn ihr gerade einen stressigen Tag hinter euch habt und euch abends aufs Sofa fallen lasst. Und solltet ihr nach Hause gehen, könnt ihr anstatt Servus auch Pfiad di (Einzahl) oder Pfiads eich (Mehrzahl) verwenden. Hat manchmal irgendwie noch mehr Charme, finden wir. Also Pfiads eich und bis zur nächsten Bayrischstunde. Es gibt noch viel zu lernen!

Mehr Minga für Dahoam? Wir haben die Geheimtipps!