7 Bayrische Worte, die ihr in eurem Wortschatz braucht Bavarian slang in a nutshell Vol. 2

Servus und Grias eich zum Bayrischkurs. Uns freit’s narrisch, dass ihr wieder da seid’s. Ihr habt den ersten Teil verpasst? Das ist gar kein Problem, Nachholen ist allerdings erwünscht. Denn auch wenn in München der Dialekt nicht an jeder Ecke auf euch lauert, gibt es da schon immer diese bestimmten Worte oder Sätze, die aus euch dann eben einen richtigen Münchner machen. Und mal unter uns – wie viel Charme kann ein Dialekt haben? Denn wir finden, dass auf bayrischen sogar fluchen wundervoll klingt. Aber gut, vielleicht sind wir da auch einfach etwas voreingenommen. Nun gut, zückt die Stifte und Blöcke, macht euch aufmerksam Notizen (und vielleicht ein Bier auf. Immerhin sind wir ja in Bayern).  

Eine bayrische Brise ist immer noch die schönste Brise!
© wunderland media GmbH
Schau wia i schau

Spatzl

Wenn ihr einen Gspusi habt (hiermit bringen wir noch ein weiteres Wort ein), dann ist das noch nicht euer Spatzl. Aber sobald ihr beide fest zam seid – oder sich das ganze Techtelmechtel in eine ernste Richtung entwickelt, wird aus dem Gspusi euer Spatzl. Und bitte merken: Einen anderen Kosenamen gibt es nicht. Kein Bärchen, Schnuffelhase oder Schatz. Hier heißt es Spatzl und Schluss. Also: Gspusi ist eher etwas Lockeres, man trifft sich abends auf ein Bier und verbringt die Nacht zusammen – Verpflichtungen gibt es aber nicht. Ein Spatzl kann hingegen die große Liebe sein – oder sich zu einer entwickeln. Wenn ihr also ein Date mit einem waschechten Münchner Kindl habt: Damit könnt ihr beeindrucken! (Wir sprechen da aus Erfahrung…)

Bier gehört bei uns auch zu den Nahrungsmitteln.
© wunderland media GmbH
So nämlich:

Scheiss da nix, dann feid da nix!

Wir Bayern reden nicht viel. Aber denken noch weniger, bevor wir dann wirklich mal was sagen. Denn wir leben frei nach dem Motto „Scheiss da nix, dann feid da nix!“ Denn wenn du dir keine Gedanken machst über Dinge, die du sagst oder tust, erlebst du viel mehr. Denn dort greift das Prinzip: Weniger denken, mehr machen. Und damit fährt man eigentlich immer gut. Auch bei so manchen Aktionen, die vielleicht nicht zu hundert Prozent den gesellschaftlichen Normen entsprechen – einfach nix scheissen. Eben einfach das machen, wonach einem ist, ohne sich Gedanken zu machen, dass es bei der Umgebung schiefe Blicke gibt. Sollten wir uns eigentlich alle noch mal eine Scheibe von abschneiden oder nicht?

Des wär dann "was guads"!
© wunderland media GmbH
Merkt euch das:

Es gibt nix bessas wia wos guads

Der Bayer an sich ist ein Genussmensch. Ein Bier in der Sonne, einen Ratsch mit einem guten Spezl, Karten spielen, die Natur oder eben auch die schöne Stadt – alles wird hier genossen. Darum ist es sicherlich kein Wunder, dass es hier eben „nix bessas wia wos guads“ gibt. Und ja, wir wissen, dass es grammatikalisch korrekt eigentlich „nichts Besseres als etwas Gutes“ heißen sollte. Aber in Bayern heißt es eben wie. Immer. „I bin größer wia du“ oder „I bin bsuffana wia du.“ Wir machen es uns eben ein bisschen leichter als der Rest von Deutschland. Und die Zeit, die wir dadurch gewonnen haben, genießen wir dann schon unser Bier in der Sonne. Während sich alle anderen noch fragen, ob es jetzt eigentlich „wie“ oder „als“ heißt. Denkt mal drüber nach…

Keine gmahde Wiesn in Sicht, dafür aber ein Maibaum.
© wunderland media GmbH
Nochmal Glück gehabt

Des is a gmahde Wiesn

Hier gehts weniger um die Länge von Gras im Vorgarten. Denn jeder soll vor seiner eigenen Tür kehren und in seinem eigenen Garten mähen. Vielmehr geht es hier um Dating. Folgendes Fallbeispiel: Man läuft in eine Bar (ja, so was hat man früher mal gemacht), Blicke treffen sich, es wird viel gelächelt und zugeprostet. In diesem Fall könnte man zu seinen Freunden sagen: „Soll ich hingehen? Des schaut für mich aus wie a gmahde Wiesn!“ Person A ist also in freudiger Erwartung, heute die Bar nicht alleine zu verlassen und ist sich dieser Annahme ziemlich sicher. Einen Korb bekommt man bei einer gmahden Wiesn nicht. Und das ist an manchen Abenden ja auch ganz schön.

An der Isar treibt ein Stenz sich gerne rum.
© wunderland media GmbH
Denn a bissl was geht immer

Stenz

Der bekannteste Stenz ist und bleibt Monaco Franze. Patrick Süskind, Co-Autor der Serie, beschrieb den Stenz besser, als wir es jemals könnten: „Nicht der Erfolg ist ihm das Wichtigste, sondern der Weg dahin; nicht der Besitz, sondern die Verführung.“ Und damit unterscheide er sich ganz klar vom Macho. Denn dem ginge es mehr um den Besitz. Der Stenz aber liebt einfach die Verführung, das Flirten – egal wo. Beim Bäcker, in einer Bar, auf der Straße. Der Stenz liebt schöne Dinge (vor allem eben Frauen) und kommuniziert dies. Auch wenn ein Stenz in Zeiten von Feminismus nicht mehr die allerbeste Stellung hat – überzeugt er eben dennoch durch seinen unbändigen Charme (und natürlich der Münchner Mundart).

Am Chinesischen Turm is fei scho schee!
© wunderland media GmbH
Die wohl besten Füllworte

Fei & ge

„Des is fei scho schee, ge?!“ Und somit hätten wir eigentlich schon erklärt, wie die beiden Worte funktionieren, oder? Wir gehen aber noch etwas tiefer in die Materie. Wir in Bayern LIEBEN Füllworte. Also eigentlich nur diese beiden. Aber die eben ganz besonders. „Ge“ kann man im entfernten Sinn als „Stimmt’s“ oder „oder“ übersetzen. Und „Fei“ gehört vielleicht zur Gruppe des Wortes „übrigens“. Aber wie das immer so ist mit den Dialekten – eine genaue Übersetzung ist oft schwierig. „Des is fei scho schwierig.“ Wird der Punkt klar? Ganz klassisch funktioniert als Antwort übrigens auch immer: „Ja, ge?!“ Damit wird die größte Zustimmung ausgedrückt, die nur möglich ist. „Mei, gestern war’s aber wieder schee.“ – „Ja, ge?“

An diesem Tisch scheint niemand hoaglig zu sein.
© wunderland media GmbH
Bist heid a weng

hoaglig?

Hoaglige Menschen sind unentschlossen. Und auch ein bisschen schwierig. Hoaglig kann man sein bei der Auswahl von Essen, Kleidung, Unternehmungen oder auch Partnern. Im Großen und Ganzen bedeutet es, dass man viele Dinge nicht mag und somit die Auswahl sehr stark beschränkt wird. Man ist einfach sehr wählerisch. Bei vielem. „Des is a ganz a Hoaglige.“ Wir bayrischen Kinder haben das früher oft bei Oma gehört, wenn sie Speisen der wildesten Sorte servierte und wir es nicht anrühren wollten. Wir sagen mal so: A bissl hoaglig dearf ma scho sei. Aber wie bei allem sollte man wissen, wann es genug ist. Und um hier auch einen runden Abschluss zu finden: Scheisst’s eich nix, dann feid eich nix! Einfach mal probieren, am Ende ist es dann doch gut.

Noch mehr Minga erleben? Wir haben die Geheimtipps!