COSBY Sound of Munich #15: Independent Sound mit 80s-Synthesizern

Lange zottelige Haare, aufgerissene Jeans und ein leicht melancholischer Touch – daran denken wir wohl alle, wir den Begriff „Indie“ hören. Die Münchner Band Cosby zeigt uns aber, dass Indie mehr als der Grunge-Look von Nirvana in den 90ern oder die Lederjacken-Sammlung von Franz Ferdinand bedeutet. Independent ist keine Musikrichtung, sondern eine Philosophie des Arbeitens, des Erschaffens und des künstlerischen Daseins. Wie der Name schon sagt, sind Cosby wahrlich „Independent“, also „unabhängig“. Bei ihren Ideen, ihren Songs und auch ihren Musikvideos. Denn die Mitglieder Marie, Chris, Kilian und Robin schreiben nicht nur ihre Songs selbst, sondern veröffentlichen sie auch auf ihrem eigenen Label.

Cosby: Die Synthie Pop Band aus München
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Musikalisches Quartett.
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Namensfindung

Die Band gibt es seit 2015, die vier kennen sich teilweise untereinander aber schon viel länger. Die Idee zum Bandnamen kam ursprünglich von der Bill Cosby Show – zu einem Zeitpunkt, an dem noch keiner ahnen konnte, welche schrecklichen Heimlichkeiten der ehemalige Schauspieler verbarg. Für die Band ändert das dennoch nicht, dass die Show ihre Kindheit geprägt hat. „Wer genau aufpasst“, erzählt Marie, „der findet auch einiges Dancemoves aus der Bill Cosby Show in unseren Videos“. 

Eine Spielwiese in Unterföhring 

Überhaupt steckt in ihren Liedern immer viel Leidenschaft, aber auch viel harte Arbeit. Songs beginnen oft mit Ideen, die sie sich als Sprachmemos auf dem Handy abspeichern. „Dabei sind es mittlerweile so viele Ideen, dass niemand mehr so richtig an die ersten Sprachmemos erinnert“, muss Kilian schmunzeln. Getragen werden die Songs von der Vielzahl an Instrumenten, die die Band in ihrem Studio in Unterföhring hat. Vor allem alte Synthesizer haben es ihnen angetan. Manchmal entstehen die Songs aber auch durch Sängerin Marie erst mal akustisch am Klavier. Denn Cosby ist es ganz wichtig, dass „die Songs auch ohne Klimbims funktionieren“, erklärt Kilian. Die Bezeichnung der Musikrichtung ihrer Kunst ist den vier eigentlich am Ende gar nicht so wichtig. 

Cosby war schon vor der 80s Welle Trendsetter

Omnipräsent in Cosbys Werken sind die 80er-Jahre. „Das war einfach eine magische Zeit, die Leute heute noch fasziniert“, sagt Marie und erzählt von vielen Serien und Filmen, die wieder gehypt werden. Ihnen als Band kommt das gerade sehr entgegen, auch wenn Sie leise betonen, dass Sie ihren Stil schon entwickelt haben, bevor die große Trendwelle anrollte. Im Stil der Achtziger ist auch ihr neuer Song „Spaceship“. Aus warmen Synthesizern, kraftvollem Gesang und bekannten 80s-Stilelementen entsteht ein Gesamtkunstwerk.

Liegt den Vieren am Herzen: Das Land Malawi und seine Einwohner.
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Ausschnitte aus einem Gänsehaut-Musikvideo (wir ihr gleich selbst sehen werdet).
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Musikalisch begleitete Entwicklungshilfe

Dass Cosby mehr als eine Band sind, haben sie sich selbst 2017 bewiesen. Sie organisieren auf eigene Faust eine Hilfsaktion für ein Dorf in Malawi in Ostafrika. Mit Hilfe von Sponsoren bringen sie Solarmodule ans andere Ende der Welt und helfen dabei, diese zum Beispiel auf einer Schule zu montieren. Zwar wird alles noch schwerer als gedacht, doch das Projekt gelingt und die vier entschließen sich, das Video für ihren Song „Milestone“ in Malawi zu drehen. Alle vor Ort sind gleich begeistert von der Idee und als Musik und Kamera laufen, bricht aus den Menschen die pure Lebensfreude. „Wir mussten gar nichts machen“ – lachen Kilian und Marie, „auf einmal sprangen alle“. Bei ihrer Abreise aus Malawi lassen die vier ihre Instrumente dort, noch heute bekommen Sie manchmal Videos aus dem Musikzimmer der Schule geschickt. Und so gelingt es Cosby mit „Milestone“ ihre persönlichen Erinnerungen künstlerisch festzuhalten, die uns in ihrem Bann ziehen. Übrigens: Wer noch mehr über Cosby erfahren möchte, dem sind auch der Instagram- und der Youtube-Kanal der Band ans Her gelegt. Hier erfahrt ihr alles Wichtige rund um Neuerscheinungen und Projekte der vier.

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