Kostümverleih Breuer Zu Besuch im Faschingsparadies

Stellt euch vor, ihr könntet jeden Morgen jemand anderes sein: Mal seid ihr die zauberhafte Alice, die mit dem verrückten Hutmacher eine Teeparty im Wunderland schmeißt; mal der rebellische James Dean, der am Broadway die Herzen der Ladies zum Tanzen bringt. Oder wollt ihr die Arbeit vielleicht lieber Arbeit sein lassen und stattdessen in die Rolle der frechen Pippi Langstrumpf schlüpfen, um euch die Welt zu machen, widdewidde wie sie euch gefällt? Glaubt uns: Das geht tatsächlich! Zumindest, wenn ihr euch davor, mithilfe der fachkundigen Verkleidungsexperten, erfolgreich durch den Fundus des Münchner Familienunternehmens Breuer gestöbert habt. Wir haben schon mal losgelegt und das ein oder andere Kostümchen für euch ausprobiert. Und dabei herausgefunden: die Möglichkeiten sind riesig! Selbst dann, wenn ihr keine Faschingsparty anstehen habt. Denn das Repertoire beinhaltet auch Abend-, Fest- und Trachtengarderobe.

Herz & Seele vom Kostümverleih Breuer: Waltraud Breuer.
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Versteckt in einem Hinterhof in der Hohenzollernstraße eröffnet sich ein wunderbares Kostüm-Wunderland.
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Na dann arbeiten wir uns mal durch.
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Abenteuerlicher Neuanfang – Ein Blick in die Geschichte der Breuers

Wir schreiben das Jahr 1950: Der Krieg ist vorbei, endlich sind die Gassen von München wieder mit schallendem Lachen und sorglosem Leben erfüllt. Mitten im Herzen der Stadt, genauer gesagt in der Feilitzschstraße, eröffnet ein junges Paar einen kleinen Textilladen. Es muss wohl Schicksal sein, dass eines schönen Tages eine junge Frau ohne Geld, dafür mit großen Visionen, in das Lädchen von Wilma und Peter Breuer stolpert: Sie will nach Amerika auswandern und ist auf der Suche nach einer warmen Jacke – kann aber nur in Naturalien bezahlen. Gesagt, getan: Sie überlässt den beiden frisch gebackenen Shop-Besitzern einige Faschingskostüme und weiß vermutlich bis heute nicht, dass sie den beiden damit eine Welt voller neuer Möglichkeiten eröffnete. Der Startschuss zum Kostüm-Imperium, welches mittlerweile zu den größten in ganz Europa gehört, war gefallen.

BACK TO THE 50IES Kurze Kostüm-Kunde

Die ersten Kostüme, die das Breuer’sche  Sortiment zu bieten hatte, waren tatsächlich… Clowns & Narren! Der Grund dafür? Waltraud weiß es: „Nach dem Krieg brauchten die Leute was zum Lachen, alles musste fröhlich sein – daher waren diese Verkleidungen besonders beliebt“.

Das Genie beherrscht das Chaos

40 Jahre später, im Jahr 1990, übernimmt Tochter Waltraud das mittlerweile reich ausgestattete Verkleidungsgeschäft: Zu den anfänglichen zehn Kostümen wurde einiges dazu gekauft und auch ein Locationwechsel in die Hohenzollernstraße ging erfolgreich von statten. Waltraud lernt schnell, dass die Leitung ihres Familienbetriebs viele neue Aufgaben mit sich bringt – so ein Kostümverleih ist schließlich kein stinklangweiliger Nine-to-five-Job. Es braucht jede Menge Fantasie für die Gestaltung und Zusammenstellung der aufregenden Gewänder; ein Näschen für die angesagten Fashion Trends; historisches Hintergrundwissen zu Materialien, Farben und Looks und nicht zuletzt ein ausgeprägtes Händchen für Ordnung und Struktur. Da guckste nämlich ganz schön blöd, wenn du unter mittlerweile 50.000 Einzelteilen DEN einen Goldohrring finden sollst – und du keinerlei System hast. Was das angeht, ist man bei Breuers natürlich mittlerweile ein eingespieltes Team: Jedes Teilchen hat eine Kennzeichnung wo es hingehört. Eine kleine Suche hin und wieder gehört aber sicherlich zum Spaßfaktor dazu – wär ja auch langweilig, wenn das alles so einfach wäre.

Waltraud legt Hand an…
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Sitzt alles? Kriegt unsere Redakteurin noch Luft?
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Macht des Wissens

Wenn Waltraud von ihrem Familienunternehmen spricht, kommt das Leuchten in ihren Augen einem griechischen Sternenhimmel gleich: Sie ist nicht nur wahnsinnig stolz auf alles, was ihre Eltern und sie gemeinsam erreicht haben – sie hat auch jede Menge Spaß an der Materie und Leidenschaft für opulente Kostümierungen (wir persönlich haben jedenfalls noch niemanden bisher getroffen, der uns so passioniert von Reifröcken erzählt hat). Kein Wunder also, dass sie ihr gesammeltes Wissen auch allzu gerne an die nächste Generation weitergibt: Von den zehn bis fünfzehn Mitarbeitern, die sie auf ihrer Reise durch die Fantasiewelten begleiten, sind einige ihre eigenen Auszubildenden. Während die handwerklich begabten Nachwuchstalente die schönsten Kostüme selbst anfertigen dürfen, helfen sie Waltraud hin und wieder, wenn es um Digitalisierung & Co. geht. Waltraud lacht: „Jetzt haben wir uns 30 Jahre geweigert was das angeht – mittlerweile nehmen wir das aber in Angriff. Das ist jetzt die Aufgabe für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre“. Ja gut, ähm, da haben sie ja noch einiges vor. Aber so wie wir Waltraud kennen lernen durften, sind wir uns sicher: Das rockt sie ganz gewohnt lässig nebenher ab.

Es muss nicht immer gekauft sein: Bei Breuer könnt ihr euch auch Trachten leihen.
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Dirndl anyone?
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Auf zur Wiesn!

Aus der Ruhe zu bringen ist sie tatsächlich nicht so schnell: Als der französische Schauspieler Pierre Brice (na ihr wisst schon, Winnetou und so – klingelt da was?) nach einem Frack für den Wiener Opernball suchte, war Waltraud natürlich sofort zur Stelle. Als Otto, der liebenswerte Quatschkopf, seinen Smoking verlegt hatte, kurz bevor er auf den Münchner Filmpreis musste, hieß seine Retterin: Waltraud. Besonders starke Nerven braucht die Kostümfee allerdings zur Wiesnzeit: Gerade Firmen aus dem Ausland, die ihren Mitarbeitern was Gutes tun wollen (das kann man jetzt sehen wie man will), quartieren ihre Leute zur Oktoberfestzeit in München ein und brauchen dann selbstverständlich auch a gscheide Tracht. Da kommt der Kostümverleih Breuer ins Spiel: Gemeinsam mit ihren zahlreichen Helfer-Elfen bereitet die Powerfrau gut und gerne an die 200 Dirndl und Lederhosn in den richtigen Größen vor, bringt diese ins Hotel und hilft wenn’s sein muss auch noch beim Anziehen. Ja, wir hörten schockierende Geschichten davon, dass manche Männer ihr Beinkleid tatsächlich falsch rum angezogen haben. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht…

Best dressed 

Nach der Frage, was den gerade so Trend ist, zuckt Waltraud die Schultern: „Das kommt immer ein bisschen drauf an, welche Filme gerade im Fernsehen oder Kino laufen. Die Mode ändert sich auch im Kostümbetrieb ständig.“ Das wichtigste bei der Auswahl eines Kostüms ist für die Verkleidungs-Künstlerin aber ganz klar: Es muss zum Motto passen (also nicht als Tomate zur Gatsby-Party auftauchen) und man muss sich wohl fühlen. Soll ja schließlich keiner Schnappatmung beim Dinner bekommen. Dann steht einem gelungenen Party-Abend definitiv nichts mehr im Weg! Auch nicht der Reifrock.

Facts & Figures

Ihr habt Bock auf ein lustiges und zugleich professionelles Foto-Event? Kramt eure Kindheitsträume aus der Schatzkiste hervor, schmeißt euch in wilde Kostüme und posiert was das Zeug hält! Für weitere Infos zu Pauschalpreisen & Co., werft am besten direkt einen Blick auf die Website. Auch praktisch: Wenn ihr euren nächsten Geburtstag zum Beispiel im 20er-Jahre Stil planen wollt – bei Breuer findet ihr das Ausstattungs-Komplettpaket.

Wenn ihr ein Kostüm kaufen wollt, könnt ihr entweder im preisgünstigen Outlet (pssst… hier gibt’s Einzelteile ab 3€ zu kaufen) vorbeischauen, etwas Maßschneidern lassen oder euch im vorhandenen Fundus bedienen. Der Kaufpreis bewegt sich hierbei im Rahmen von ca. 100€ bis 5.5000 € und variiert je nach Materialwert, Arbeitsstunden und wie oft die Traumteile schon getragen wurden. Leihen lohnt sich also: Hier gehen die Accessoire-Preise bereits bei 8€ Tagespauschale los. Das teuerste Kostüm liegt bei 295€ – dafür darf man dann für einen Tag Modevictim König Ludwig spielen. Inkl. Overknees, Ordenkette, Degen, Umhang…

Ihr kennt doch den knuffigen Bär aus der Bärenmarke-Werbung, oder? Wir verraten euch ein Geheimnis: Der kommt ebenfalls aus der Breuer’schen Werkstatt! Egal ob ihr für euren Sportverein endlich ein standesgemäßes Maskottchen wollt oder als Unternehmen auf der Suche nach einem medienwirksamen, plüschigen Publikumsliebling seid – bei Breuer gibt es den garantierten Rundum-Service.

Habt ihr Netzstrumpfhosen? Also durchgenetzte? Oder welche mit Slipteil? Wie, der hat auch Federn auf dem Kopf? Die Federn gefallen mir aber viel besser als meine! Wer hier einen Tag Mäuschen spielt, wird wohl Zeuge einiger seltsamer Fachgespräche. Allein dafür lohnt sich ein Besuch bei den Kostüm-Profis.

Auf zum Maskenball?
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