Bavarian Caps

Bavarian CapsHeimatliebe trägt man auf dem Kopf

Snapback, Dad Cap, 5 Panel Cap, Flat oder Curved Cap… und, und, und. Wenn es um Caps geht, lässt die Modewelt wirklich keine Trends oder Variationen aus den Augen. Caps sind und bleiben einfach classy. Und egal ob als nützliche und schützende Kopfbedeckung oder als stylisches Accessoires – Mützen können viel über ihren Besitzer aussagen. Das findet auch André, einer der Mitgründer von Bavarian Caps, der vor fünf Jahren gemeinsam mit Freunden in das Cap-Business eingestiegen ist. Was sie von den anderen unterscheidet? Modische Caps mit einem Hauch bayerischer Heimatliebe. Wir waren zu Besuch in ihrem neuen Flagshipstore in der Hofstatt und haben uns “mützentechnisch“ beraten lassen.

Die erste ihrer Art – die Trachten Cap. © Geheimtipp München

Zwischen Biertisch und Maß entstanden: die Trachten-Cap

Im Gegensatz zu manch anderen Marken hat Bavarian Caps eine ziemlich ulkige Entstehungsgeschichte. Alles begann im September 2014, als André und seine Freunde, die sich seit Kindesalter aus dem niederbayerischen Kelheim kennen, zusammen auf der Wiesn waren. Peter, ebenfalls einer der Mitgründer und eingefleischter Cap-Träger, fiel auf, dass er keine passende Cap zu seinem Trachtenoutfit hatte. Und wie so oft entstand aus einem persönlichen Need urplötzlich eine Idee. Zwischen Maß und Biertischen malten sie sich aus, wie wohl eine Cap passend zur Tracht aussehen könnte. Zeitlos, zu jedem Anlass tragbar und einen bayerischen Wiedererkennungswert – das müsste die Cap mitbringen. Kurz darauf entstand der erste Prototyp der „Trachten-Cap“ – übrigens die erste ihrer Art. Zuerst entwarfen sie die Cap nur für sich. Doch der Zuspruch und das Feedback von außen waren so groß und durchweg positiv, dass sich die Fünf kurzerhand dazu entschieden, ihre Idee zu professionalisieren. Gemeinsam zogen sie los in unterschiedliche Trachtenläden, um sie vom Plan zu überzeugen. Aber wie Bayern halt manchmal so ist: den traditionellen Fachgeschäften war die neuartige Modeerscheinung eben genau das - zu modern.

Im neuen Glanz und dabei alles selbst gemacht – der Flagshipstore von Bavarian Caps © Geheimtipp München

Mitgründer André und der Storeleiter Michi begrüßen einen trotz Maske mit einem Lächeln im Gesicht. © Geheimtipp München

Bavarian Caps ist nicht nur ein Eldorado für Cap-Liebhaber. © Geheimtipp München

Liebevoll und ansprechend abgestimmt – natürlich im typical Bavarian Style. © Geheimtipp München

Aus Gaudi wurde Ernst

Aber die fünf Kelheimer ließen sich nicht von ihrem Weg abbringen. Neben ihren Jobs und Studiengängen lief das Business von Bavarian Caps nebenher an, erst einmal ausschließlich online. Ursprünglich sei es auch gar nicht darauf ausgelegt gewesen, dass man davon leben könne, erzählt uns André. Die fünf sahen es eher als ein Projekt der Leidenschaft. Doch irgendwann kam der Punkt: zunehmende Nachfrage erzeugte mehr Arbeit. „Aus Gaudi wurde Ernst“, bringt es André lachend auf den Punkt. Mittlerweile hat sich Bavarian Caps erfolgreich in der bayerischen Modewelt etabliert und ist für viele Cap-Träger der Inbegriff für Heimatliebe, die man auf dem Kopf trägt. Letztendlich wurde auch der Wunsch für die Fünf immer größer, neben ihrem Headquarter in Kelheim einen eigenen Store in der bayerischen Landeshauptstadt zu eröffnen. Im letzten Jahr kam ihnen dann spontan die zentralliegende Hofstatt in der Sendlinger Straße zugeflogen. Mit Liebe zum Detail und dem Sinn für Hochwertiges gestalteten die Fünf ihren ersten eigenen Flagshipstore. Mitte März dieses Jahres feierten sie sogar noch ihr Opening, kurz bevor der Lockdown kam. „Da hatten wir echt noch Glück“, sagt André.

Trag dein Herz auf dem Kopf

… So lautet der Slogan von Bavarian Caps. Und uns wird auch schnell bewusst warum. Denn neben eigenen Entwürfen, die sie in ihre Kollektionen miteinfließen lassen, pflegen sie ebenso guten Kontakt zu regionalen Brauereien, Künstlern und Sportvereinen. Bierkultur und Sport seien Ankerpunkte für die Heimatverbundenheit, und das insbesondere in Bayern, sagt André. Deshalb beginnt er damals zusammen mit Designer Hannes aktiv auf die Brauereien zuzugehen und die ersten Kooperationen loszutreten. Gerade für André war das eine Herzensangelegenheit, da er durch den Beruf seines Vaters, ein Braumeisters, schon früh in die Brauereikultur reinschgenuppert hatte. Das Schöne an den Kooperationen sei, dass sie die Freiheit hätten, ihre eigenen Ideen verwirklichen zu können. "Das Ziel ist es, beim Entwurf dieser Caps nicht, eine reine Markenbotschaft zu verbreiten, sondern eher die Identifikation zum jeweiligen Verein oder mit der Brauerei herzustellen", erzählt uns André. Und das bringe nicht nur einen Mehrwert für die Cap-Community, sondern auch für den Partner.

Das Heimatgefühl als Print – wie hier der Maibaum. © Geheimtipp München

Leger aber traditionell – die Lausbux © Geheimtipp München

Oder hier das Lauskleidl mit Strickjacke für die Girls. © Geheimtipp München

Schon leicht ironisch wirken die schicken Stickereien auf den Shirts, aber so sollte man Tradition handhaben, oder? © Geheimtipp München

Bayerisch hip, jetzt auch mit Lausbux und Lauskleidl

Doch die Jungs von Bavarian Caps haben es nicht nur auf Caps abgesehen, sondern gehen auch modisch in die Offensive. Detailverliebte und hochwertige Stickereien oder Drucke finden wir ebenfalls auf ihren T-Shirts, Hemden und Sweatshirts wieder. Auch die Lausbux oder das Lauskleidl, eine lässig-schlichte Casual-Ausführung von Lederhose und Dirndl, sind seit neustem in ihrer Kollektion zu finden. Dabei ist es ihnen vor allem wichtig, nicht mit bayerischer Heimatverbundenheit oder Patriotismus zu übertrumpfen. Stattdessen legt Bavarian Caps Wert auf minimalistische Spielerein mit Symbolen, die die landestypische Tradition so hergibt. Feine Stickereien von Edelweiss, Haxn, Steckerlfisch oder dem Boandlkramer verzieren Shirts und Co. Bavarian Caps sieht sich darum auch keineswegs als klassisch-traditionelle Marke, sondern als modische, bayerische Brand. „Bayerisch hip“, wie André selbst es formuliert.

Wir haben mit der Zeit irgendwie versucht bei der eigenen Capform den Bayerischen Durschnittsschädel zu finden.

André Lang, Mitgründer von Bavarian Caps

Achtung: Caps können süchtig machen!

Was genau passiert, wenn eine neue Cap entsteht? Zunächst probieren und spielen die Fünf mit unterschiedlichen Formen und Stoffen. Zum Beispiel bei der Trachten-Cap integrierten sie typische Textilien wie Filz oder Leder. André und seine Crew haben aber auch ein offenes Ohr für ihre Community, von der sie ebenfalls viel Feedback bekommen. Manche von ihnen schicken Fotos von gestochenen Tattoos oder sogar ganze Torten mit ihren Motiven oder von ihren Caps, erzählt uns André mit einem Schmunzeln im Gesicht. Ein Accessoire mit Suchtfaktor, denn selbst André besitzt alleine 30 Caps, die er auch gerne mal unterwegs verschenkt.

Die Auswahl einer Cap kann schon mal etwas Zeit benötigen, gerade weil man sich durchprobieren sollte. © Geheimtipp München

Do's and Don'ts bei der Cap-Auswahl

Aber kann wirklich jeder eine Cap tragen? Und was sollte man beim Kauf beachten? "Irgendwie ist das schon eine Wissenschaft für sich", sagt André. "Tatsächlich ist nicht jede Art von Kopf passend für jede Cap. Doch dank der verschiedenen Formen lässt sich für jede Kopfform die passende Cap finden." Auch wie man sie trage, spiele eine Rolle. Wichtige Faktoren: Kopfgröße und Breite. Der Experte empfiehlt, immer durch unterschiedliche Variationen zu “schmökern" und das am besten vor Ort, bei einer großen Auswahl und einer ehrlichen Beratung. "Caps im Internet bestellen, macht bei der Suche nach der richtigen Form weniger Sinn." Auch das war für die Fünf Kelheimer ein wichtiger Punkt, weshalb für ihre Community vor Ort sein wollten. Und wie viel muss ich eigentlich für eine gute Cap investieren? Bei uns, so sagt es der Pro, kann man ab 35 Euro eine qualitativ gute Cap erwarten. Bei Bavarian Caps gibt's zudem noch ein Getränk auf's Haus dazu - in dem großen Kühlschrank lagern Biere und Softdrinks von den Brauereien, mit denen sie kooperieren. Eine Beratung ohne Bierangebot, die gibts hier nicht. Typisch Bayerisch eben.

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Exklusive Sohlen und Essen für die Seele

Bilder von Paul Harhausen für Geheimtipp München. 

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Paul Harhausen

Temporärer „Zuagroaßter“ - so würden wohl waschechte Münchener Paul bezeichnen. Auf der To-Do-Liste des eigentlichen Wahl-Weimarers und geborenen „Jong“ von der Waterkant stand schon immer, irgendwann mal in der südlichsten Großstadt Deutschlands zu leben. Die grandiose Lebensqualität, das beständige Wetter, aber auch die Sehnsucht zu den Bergen, das alles hat Paul nach München gelockt. Mit jedem Tritt in die Pedale seines Rennrads und den Blick auf die Isar gerichtet, spürt er nämlich genau das: Lebensqualität. Darauf ein Prosit!