Schock für München! Die Eisbachwelle wird kostenpflichtig

„Es war ja nur eine Frage der Zeit“, werden manche jetzt sagen. Und tatsächlich: das Leben in München ist teuer. Nicht nur die Mieten ziehen immer mehr an, auch in Sachen Freizeit ist Münchner und Münchnerin gewohnt, öfter mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Und das was wir umsonst genießen können, ist dadurch – klar doch – oftmals überlaufen. Bestes Beispiel: Die Eisbachwelle. Weil das Wohlhaben der Stadt ja schließlich nicht von ungefähr kommt, haben die Verantwortlichen jetzt reagiert und den beliebten Spot zur eintrittspflichtigen Zone erklärt – sowohl für die Surfer*innen, als auch für die Zuschauer*innen. 

Nie wieder kostenlos unterspülen lassen?
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Neues Konzept wird schon im Spätsommer umgesetzt

Die Eisbachwelle ist die wohl schönste Welle der Stadt. Sie zieht nicht nur viele Tourist*innen an, sondern auch alle Münchner Surfer*innen, die gerade nicht die Wellen der Welt erkunden. Mit dem Fahrrad oder der Straßenbahn kutschieren sie ihr Surfbrett zum Haus der Kunst, werfen sich in ihren Neoprenanzug und dann ins Wasser. Von der Brücke schauen ihnen die Passanten aufgeregt zu, schießen Fotos und stehen stundenlang – egal bei welchem Wetter – auf der Brücke. Und genau das sehen die Verantwortlichen als Problem: Die Brücke vollgepackt mit Menschenmassen störe den Radverkehr ebenso wie den Fluss der Fußgänger – ganz schön gefährlich so nah an der vielbefahrenen Prinzregentenstraße. Also musste ein Konzept her, das nun vorgestellt wurde und bereits zum Spätsommer greifen soll. 

Isa aus unserem Team sieht keine rosige Zukunft für Surfer*innen der Stadt.
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„Bei Jochen Schweizer kostet Surfen schließlich auch Geld!“

Surfen auf der Eisbachwelle nicht länger kostenlos: Mit 10 Euro für das Stundenticket zahlt man zwar verhältnismäßig viel weniger als in den bekannten Freizeitsporthallen. Die lokale Surferszene dürfte bei der Neuigkeit aber wohl trotzdem aus dem Latschen kippen. Und wer zuschaut, zahlt zukünftig auch einen Obolus von 3 bis 5 Euro, der wiederum in die Münchner Grünflächenpflege fließt. Dafür muss man aber immerhin nicht mehr stehen, sondern bekommt einen Platz auf einem Stuhl zugewiesen – 3. Reihe 3 Euro, 2. Reihe 4 Euro und wer sich und seinen Lieben, die aus anderen Städten zu Besuch sind, mal richtig was gönnen will, der kauft ein Sitzticket für die erste Reihe: 5 Euro pro Person. Bei Jochen Schweizer koste Surfen schließlich auch Geld, hieß es gestern auf unsere Nachfrage aus dem Rathaus. Und die Einnahmen würden nicht nur dafür sorgen, dass die Zuschauermassen sicher und geordnet abgefertigt werden, sie kämen auch dem Münchner Stadtbild zugute, kommentieren die Verantwortlichen. 

Gerechtfertigt oder blöde Idee?
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Zuschauertribünen, Equipmentverleih und Selfiebox

Für das Rundum-Erlebnis wird der angrenzende Parkplatz zusätzlich zu den Tribünen für die Zuschauer*innen mit Foodtrucks, einem Surfequipment-Verleih und einer Selfiebox ausgestattet. Die soll in Richtung der Welle geöffnet und genau so ausgerichtet sein, dass man in ihr das perfekte Erinnerungsselfie von sich und dem Münchner Wahrzeichen – der Eisbachwelle – schießen kann. Auch manch ein Lokalpolitiker äußert sich gespalten zu der neuen Lösung – doch sie wird kommen. Was die Geheimtipp Redaktion davon hält? Nun ja, ehrlich gesagt wissen wir das selbst noch nicht so genau. Was wir aber wissen: Wer für das „Aperölchen“ in manchen Cafés gerne mal knapp 10 Euro zahlt, dürfte wohl auch zum Surfer gucken das „Geldbeutelchen“ öffnen. Und schließlich machen solche Besonderheiten den Charme der Stadt ja wohl aus, oder? Also stellt euch bitte nicht so an! In dem Sinne: Einen schönen 1. April euch allen!

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