Aus Fremden werden Freunde München VEREINt #9 – Freunde alter Menschen e.V.

Geheimtipp Muenchen freunde alter menschen 9 – ©Freunde Alter Menschen e.V.

Gerade im letzten Jahr, in dem Corona alles verändert hat, haben wir gemerkt, was für unsere Gesellschaft unabdingbar ist: soziale Kontakte, Humanität und Herzlichkeit. Zwischen all dem Stress und der schnelllebigen Welt fällt es uns immer schwerer, einfach mal durchzuatmen – und vor allem nicht nur für uns, sondern auch für unsere Mitmenschen das Beste aus dem Leben zu ziehen. Zum Glück gibt es aber Vereine wie „Freunde alter Menschen e.V.“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ältere Menschen vor der Einsamkeit und der Isolation zu schützen und sie in die Gesellschaft zu integrieren. In vier Städten Deutschlands verbringen sie schon kleine Wunder – seit Anfang des Jahres auch in München. Da sind wir natürlich hellhörig geworden und haben nachgefragt, was dahinter steckt.

Geheimtipp Muenchen freunde alter menschen – ©Freunde Alter Menschen e.V.
© Freunde Alter Menschen e.V.

Gemeinsam gegen Einsamkeit 

Seit 1991 engagiert sich der Verein mit Sitz in Berlin, Kontakte zu Senior*innen zu knüpfen und sie aufrecht zu erhalten. Viele ältere Leute können aus gesundheitlichen Gründen das Haus nicht mehr regelmäßig verlassen, haben keinen Kontakt zu ihrer Familie – oder keine Familie in der Nähe und vereinsamen dadurch. Diese Menschen sind im Rest der Gesellschaft kaum sichtbar. Dieses traurige Schicksal möchte der Verein rund um Geschäftsführer Klaus Pawletko ändern. Mit rund 500 freiwilligen Helfer*innen unterstützen sie bereits über 650 betagte Personen zu Hause. Wie genau diese Arbeit aussieht? 

Geheimtipp Muenchen freunde alter menschen 2 – ©Freunde Alter Menschen e.V.
© Freunde Alter Menschen e.V.

Aus Fremden werden Freunde 

Der Verein organisiert Besuchspatenschaften. Junge und alte Leute finden zusammen – je nach Interessen und anderen Eigenschaften. Daher werden sowohl die älteren Interessenten wie auch die Pat*innen vorher vom Verein geprüft und zueinander gebracht. Denn beide Parteien dürfen entscheiden, ob sie diese Patenschaft wollen oder nicht. Es geht nicht um erzwungene Zeit, sondern um ein faires und gleichgestelltes Miteinander. „Unsere Begegnung mit alten Menschen geschieht auf Augenhöhe. Für uns sind sie unsere alten Freunde.“, sagt der Verein. Oftmals werden aus diesen Patenschaften Freundschaften, die eine Bereicherung für beide Seiten sind. Doch nicht nur in Form eines physischen Besuchs ist eine ehrenamtliche „Arbeit“ möglich. Der Verein bietet genauso ein „Besuch über’s Telefon“ an. So oder so – Hauptsache der Kontakt zwischen den Generationen besteht und wir üben uns täglich erneut in Menschlichkeit und Nächstenliebe. 

Geheimtipp Muenchen freunde alter menschen 7 – ©Freunde Alter Menschen e.V.
© Freunde Alter Menschen e.V.

Selbst einen alten Freund finden 

Die Motivation, sich als freiwillige*r Helfer*in im Verein zu engagieren, seien unterschiedlich. Gemeinsam hätten aber alle das Interesse an der älteren Generation. Mitmachen und vor allem Mithelfen kann jeder. Die Arbeit der Freiwillig*innen ist eine unverzichtbare Ergänzung zu der Arbeit im Pflegedienst. Denn auch hier bleibt nicht viel Zeit, sich mit den Patient*innen wirklich zu beschäftigen. „Freundschaft, Zuneigung und Loyalität sind die Grundlage unseres sozialen Engagements. Auch alte Menschen haben ein Recht darauf. Freundschaft und Zuneigung beruhen auf Gegenseitigkeit.“ So lautet die Devise von „den Freunden Alter Menschen“. Die Arbeit des Vereins finanziert sich größtenteils durch Spenden. Diese sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit und demnach gerne angenommen. Auch als Fördermitglied kann jeder mit einer Dauerspende den Verein unterstützen. Und wenn wir uns mal ans Herz fassen: Wir alle können noch mehr tun, um unser Miteinander zu verbessern. Außerdem können wir von älteren Menschen viel Lebenserfahrung mitnehmen, die wir noch sammeln werden. Eine Win-Win Situation also – und einfach ein wunderschönes Projekt.

Noch mehr Gutes aus München? Wir haben es alles!