Welcher Kaffeetyp bist du?

Welcher Kaffeetyp bist du?Kaffeerezeptvielfalt und woher sie kommt

Der Megatrend Individualisierung macht auch vor den Kaffeetrinkgewohnheiten der Münchner keinen Halt. Für Oma gab es früher genau zwei Möglichkeiten: Schwatt oder mit Milch und Zucker. Entschied man sich für „Schwatt“, kam ein „Schwarz wie die Seele, haha“ zurück und man konnte seinen Löffel im Kaffee stehen lassen. „Nur, weil wir den Kaffee gestern und vorgestern bereits aufgekocht haben, heißt das nicht, dass der heute schlecht ist, oder?“ Ja, unsere Nachkriegs-Großeltern kennen noch andere Zeiten. Doch warum trinken wir unseren Kaffee überhaupt mit Milch und Zucker?

Ordne die Personen den Trinkvorlieben zu!

Auflösung am Ende des Artikels.

  1. Der geleckte Businessman
  2. Die müde Berufsschülerin
  3. Der offene Weltenbummler
  4. Der aufgeklärte Hippster
  5. Der passionierte Bänker
  6. Der haarige Papa
  7.  Die junge Mutter

a. Große Tasse Filterkaffee mit einem großen Schuss Milch und zwei Löffeln Zucker

b. Ext gerne einen doppelten Espresso und bestellt danach einen Aperol Spritz

c. Bestellt mit den Worten „Ach, heute gönne ich mir mal eine Latte“ und löffelt den Milchschaum ab. Trinkt den „Latte Maschäto“ nie aus, da Kaffee ja eigentlich gar nicht schmeckt.

d. Will vorab wissen, welche Unterwäsche der Bauer in Costa Rica beim Pflücken der Kirschen getragen hat, um sicher zu gehen, dass der gesamte Prozess umweltfreundlich und nachhaltig ist.

e. Parkt mit dem Porsche Cayenne vor dem Biomarkt, ärgert sich über die hohen Preise, geht auf die andere Straßenseite und kauft den Aldi Süd Kaffee. Der wird natürlich im originalen italienische Siebträger zuhause für die Gäste zubereitet. Für die Freunde nur das Beste.

f. Ist vor 10 Jahren mit Neckermanreisen einmal über den großen Teich gefahren und trinkt seither nur noch Americano inkl. toller Story von damals.

g. Holt sich nach drei Mal umsteigen und 55 Minuten S-Bahn Fahrt bei Backwerk einen Kakao und erzählt allen, es wäre Kaffee – man will halt dazu gehören.

Heute ist für uns alles immer verfügbar. Das bekommt auch der Netto Mitarbeiter um 19:55 Uhr zu hören, wenn wir im Laden am Josephsplatz keine Bananen mehr kaufen können. Die Wegwerfkultur ist vermutlich auf ihrem historischen Höhepunkt und wir erinnern uns - glücklicherweise - immer öfter an die mahnenden Worte von Omi.

Auch Kaffee war Jahrhunderte lang ein knappes und damit begehrtes Gut. Der Adel, Könige und Geistliche durften ihn trinken, den Arbeitern blieb Bier und Wein. Vor allem Europäer verschifften die Pflanze in ihre Kolonien nach Asien und Amerika, um mehr guten Kaffee produzieren, verkaufen und trinken zu können. Am Anfang hatte niemand wirklich einen Plan, wie und wo man guten Kaffee anbaut und erntet. Auch dadurch war die Qualität des Kaffees oft minderwertig, was dazu führte, dass man ihn nicht pur trinken konnte. Zu bitter, zu viel Säure und zu ranzig. Die Lösung: Viel Milch, Sahne, Zucker, Honig oder andere Zusätze, die den Kaffee trinkbar machten.

Im Vordergrund stand dabei nicht der Genuss, sondern die Produktivität. Vor allem für eine erfolgreiche industrielle Revolution in England war es wichtig, dass die Arbeiter viel Kaffee tranken, um konzentriert und wach zu bleiben. Arbeitsunfälle wurden minimiert und die Arbeitsleistung verdoppelt. Wie man den Kaffee dafür zubereitete, war nebensächlich. Heute besitzen wir das Wissen, um hocharomatischen Kaffee anzubauen, ihn zu veredeln und zuhause zuzubereiten. Und wir haben ihn zu einem regelrechten Modegetränk gemacht. Es gibt zigtausend Arten wie man Kaffee trinken kann. Um sich im Dschungel der Kaffeerezepte zurechtzufinden hier mal ein kleiner Guide:

Cappuccino: Das Frühstück

Besonders Argentinier und Italiener haben es perfektioniert - dass Cappuccino-Frühstück. Einen Espresso (25 ml) in eine vorgewärmte Tasse geben, Milch sanft und cremig aufschäumen (ca. 120 ml) und draufgießen. Dazu einen leckeren Keks (z.B. Cantuccini). Verwendet man guten Kaffee, wird weder Zucker, Schokostreusel oder Sirup benötigt. All diese Aromen finden sich in gutem Kaffee sowieso wieder.

Espresso Doppio: Für alle Fälle

Egal ob morgens, mittags, abends oder nachts. Du bist Unternehmensberater und musst wieder die Nacht durcharbeiten? Die Lösung: Espresso Doppio. Kurz vorm Kundentermin und du bist nicht in Stimmung? Espresso Doppio! Du triffst dich mit einem Date und willst später noch fit sein (hihi)? Espresso Doppio! Einfach einen doppelten Espresso in eine Tasse lassen, wegziehen und ab dafür. Der Keks bleibt meistens liegen… Sommer, Bikinifigur und so…

Milchkaffee: Muttis Liebling

Muttis trinken gerne Milchkaffee. Aber warum? Der Espresso macht sie wuschig, der Cappuccino ist zu schnell getrunken und der Filterkaffee zu heiß. Der Milchkaffee kommt immer in einer übergroßen Tasse, besteht aus ca. 30ml Espresso und gaaaanz viel heißer Milch.

Latte Machiato: „Einmal Kaffee ohne Kaffee bitte“

Meine Freundin Laura trinkt am liebsten „Latte Maschato", wie viele Frauen. Warum? Sie mögen keinen Kaffee, aber den Milchschaum schaufeln, das macht Spaß. Außerdem sehen die drei Schichten so schön aus. Die Zubereitung bedarf ein wenig Übung. Die Milch wird halbflüssig grob aufgeschäumt und in ein Glas gekippt. Dann - ganz wichtig - ca. 20 Sekunden warten! Die flüssige Milch setzt sich unten ab, oben der Milchschaum. Genau in diese Lücke lässt man einen Espresso ein und es bilden sich drei Schichten ab.
Weitere Getränkespezialitäten in Kürze.

Das eigene Kaffeegetränk kreieren, das wäre doch mal cool. Denn wer sagt denn, dass Kaffee irgendwelchen Regeln folgen muss? In den USA zum Beispiel ist es gerade total angesagt, seinen Kaffee aus einer ausgehöhlten Avocado zu trinken. "Avolatte" heißt das dann. Irgendwie strange, aber auch da kann man nur sagen: Gefallen macht schön. Wem's schmeckt, dem schmeckt's. Und Gott sei Dank haben wir heute überhaupt die Möglichkeit zu wählen. Auch in Sachen Kaffeepräferenzen. Der Omi hätte der Kopf gerauscht...

Des Rätsels Lösung

1b - 2g - 3f - 4d - 5e - 6a - 7c

Ihr liebt jeden Kaffee - egal in welcher Form?

Dann solltet ihr vielleicht mal bei einem von Stevens Kaffeeseminaren dabei sein. Und da gibt es nicht nur viele Zubereitungstipps vom Sommelier, sondern auch die besten Geschichten über Kaffee früher und heute.

Steven Mc Auley

Steven ist ein Querdenker. Ein Entrepreneur wie er im Buche steht und Kaffeesommelier aus Leidenschaft. Wenn er über Aromen, Mahlgrade und Bohnenmythos redet, glänzen seine Augen. Nachdem Steven Hannover mit gutem Kaffee versorgt hat, kümmert er sich jetzt um München. Warum München? Weil die Stadt die beiden Dinge verbindet, die er liebt: Unternehmertum und Kaffeebegeisterung.