Top5 Wirtshaus mal anders

Top5 Wirtshaus mal andersTraditionsbruch der schmeckt & Spaß macht

„Ja wie?!... Moderne Wirtshäuser? Kruzifix! Des brauch ma ned!“ So oder so ähnlich dürfte sich vielleicht der waschechte Bayer spätestens dann aufregen, wenn er die Worte "vegan" und "Wirtshaus" in einem Satz zu lesen muss. Oder Sushi und Wirtshaus. Passt halt so gar nicht ins traditionelle Weltbild, aber: Wir wollen den mutigen Küchenchefs und kreativen Machern eine faire Chance geben und uns von den gewagten Zusammenschlüssen der unterschiedlichen Küchen-Kulturen überraschen lassen! Denn wie heißt’s so schön? - Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! – in diesem Fall eben kulinarische Neuentdeckungen. Und mal ehrlich: von Abwechslung kann man doch eh nie genug bekommen...

Bodhi: das vegane Wirtshaus

Käsespätzle ohne Käse - geht. Und zwar: lecker!

Einmalig und – ihr ahnt es schon – vegan: Das Bodhi in der Schwanthalerhöhe ist das einzige vegane Wirtshaus in München und darf sich selbst sogar als größtes, veganes Restaurant in Süddeutschland bezeichnen. Ob die Gemüseküche auch überzeugte Fleischliebhaber begeistern kann? Kann sie! Denn auch, wenn Sojaschnitzel und „Kees“spatzn ohne Käse für den einen oder anderen erstmal besorgniserregend klingen mögen: Sie bringen geschmackvolle Abwechslung auf den eigenen Speiseplan und sind durchaus in der Lage, dem heißgeliebten Schnitzel Konkurrenz zu machen. Extratipp: Wer sich von den fleischlosen Leckerbissen noch nicht ausreichend angelockt fühlt, den wird spätestens die süffige Getränkekarte überzeugen, die uns in bis dato unentdeckte Cocktail-Sphären entführt.

Nomiya: Fusion aus Bayern und Asien

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Schmeckt auch zum Sushi: Gschmackigs Bier © YAKITORI Gastronomie GmbH

„Einmal die Shumai Teigtaschen und eine Miso-Suppe, bitte!“ Eine Bestellung, die man so rein gefühlstechnisch erstmal dem Chinesen um die Ecke zuordnen würde, die aber tatsächlich in einem bayerischen Wirtshaus aufgegeben wird. Bei Ferdinand Schuster werden in heimatlicher Atmosphäre japanisches Sushi und andere absolut unbayerische Schmankerl verzehrt – und siehe da, der originelle Fusion-Ansatz hat zahlreiche hungrige Anhänger. Zur Beruhigung: Ausgeschenkt wird selbstredend lokales Bier und der Spanferkelbraten hört sich doch zumindest an, als würde er aus Bayern kommen. 

Irmi: Young Bavarian kitchen

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Irmi steht für Modern Munich Kitchen © Irmi München

Hausmannskost trifft auf Crossover Kitchen! Stilbruch? Nicht unbedingt: Bei Irmi in der Goethestraße trifft traditionelle Wirtshauskultur mit klassischen Schmankerln auf stylisches Ambiente. Während der eine zum Münchner Schnitzel vom Kalb in süßer Senf-Meerrettich-Panade neben knusprigen Bratkartoffeln zum Beispiel ein ordentliches Giesinger Fassbier bestellt, wünscht der andere ein internationales Craftbeer zu seiner deftigen Leibspeise. Für Naschkatzen: Halbflüssiger Schokoladenkuchen mit Gewürzorangen und Sauerrahmeis lassen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Hoiz Bistro: Weinlokal mit Schmankerlpotential

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Auf ein Gläschen im Hoiz © Geheimtipp München

Auch in Bayern soll es ja tatsächlich Menschen geben, die ein gutes Glas Vino dem kühlen Hellen vorziehen. Das hat auch Christoph Friedrich erkannt, der seit Anfang 2018 die Münchner Gastro-Szene mit seinem Hoiz-Weinbistro bereichert. Die Aufmachung der Soulfood-Quelle, die neben feinen Weinen auch originelle Tapas oder würziges Rindertatar im Repertoire hat, erinnert an gemütlichen Wirtshaus-Charme und lädt sowohl belesene Weinspezialisten als auch erfahrene Gelegenheits-Schlürfer zu einem geselligen Beisammensein ein. Übrigens: Wer den Wein vor lauter Trauben nicht mehr sieht, der wird bei Chef-Sommelier Ferdinand garantiert um einen weisen Ratschlag schlauer und findet in der vielfältigen Auswahl mit Sicherheit seinen Lieblingstropfen.

Servus Heidi: Altbewährtes neu interpretiert

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Wirtshaus-Fusion at it's best! © Geheimtipp München

Die Heidi ist ein echtes Unikat: Statt sich schnöde an verstaubte Traditionen zu halten, hat der qualifizierte Geschäftsführer Bardia Torabi das herkömmliche Wirtshaus neu interpretiert und dem konventionellen Konzept einen neuen Anstrich verpasst. Die erfrischende Mischung aus detailverliebtem Interieur, locker-stilvoller Atmosphäre und altbewährten Zutaten aus der bayerischen Küche, verarbeitet zu verlockenden Kreationen, macht den Wirtshaus-Klassikern ernsthafte Konkurrenz. Schlemmer-Tipp: Unbedingt das Krasse Wammerl probieren – super-krass-geiler Schweinebauch, 36 Stunden gegart und serviert mit Krautflecken, Spinat- und Kürbisknödeln. Träumchen!

Copyright Header Bild: Irmi München

Julia Knobe

Seit sich unser abenteuerlustiges Nordlicht Julia mit 'nem echten Bayern eingelassen hat, hat sich in ihrem Leben einiges geändert: Statt steifer Brise ist frische Bergluft angesagt! Den Heimathafen Hamburg immer im Herzen, könnte Julia sich ans fesche Dirndl, das süffige Helle und den charmanten Dialekt durchaus gewöhnen.