Top5 Retro-Gastroperlen

Top5 Retro-GastroperlenEine genussvolle Zeitreise durch die Jahrzehnte

Fühlt ihr euch auch manchmal so, als wärt ihr im falschen Jahrhundert geboren? Nicht falsch verstehen – wir kommen euch jetzt nicht mit nostalgischem „Früher war alles besser“-Gesabbel, wir finden Digitalisierung & Co. ja schon auch ziemlich klasse. Aber rein ausgehtechnisch hatten die damals schon einiges zu bieten: Das Partyvolk hatte todschicke Brigitte Bardot Fummel und Elvis Presley Blue Jeans am Leibe, rockte die Tanzfläche zu den Rolling Stones und schmiss opulente Cocktail Partys zwischen Erdbeerbowle, Plattenspieler und Ohrensessel. Für ein bisschen Retro Feeling, haben wir euch fünf Gastroperlen zusammengesammelt, in denen ihr euch fühlen könnt wie Monroe und Dean in ihren besten Jahren.

50er-Jahre Schönheit: Das Café Jasmin

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Frühstücken mit Stil... und Drink? © Café Jasmin

Pastellfarbene Samtsessel, prunkvolle Kronleuchter und gesteppte Kunstledertüren in zartem Rosé sind nicht die einzigen Charaktereigenschaften, die auf die legendären 50ies hinweisen: Bereits seit 1955 ist der beliebte Frühstückshotspot in der Maxvorstadt Zuhause. An der Denkmal-geschützten Einrichtung ist so gut wie nichts verändert – heißt, dass Gastrojuwel ist an Authentizität kaum zu übertreffen. Aber keine Sorge: Statt Toast Hawaii und Buttercremetorte erwarten euch sowohl vegane Energiespender als auch aufwendig servierte Wurst-Käse-Platten. Und falls die bessere Hälfte ausnahmsweise mal keine Zeit hat euch zum Brunch zu begleiten, schmökert doch ‘ne Runde in der berühmten „Blechtrommel“ von Günter Grass. Mehr 50er Jahre geht wirklich nicht.

You had me at hello: Ruby Lilly Hotel Bar

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Retro-Oase im Designhotel © Ruby Lilly Hotel

Der Tom Cruise Klassiker „Jerry Maguire“, aus dem auch das obige Zitat stammt, versprüht mindestens genauso viel 80er Jahre Ästhetik wie das Interieur der Ruby Lilly Designbar. Fun Fact: Die ausgefallene Hotelkette hat ihren Namen einem Gspusi vom berühmt berüchtigten Monaco Franze zu verdanken. Und ebendieser findet sich auch in dem ein oder anderen Detail wieder. Die historischen Röhrenfernseher zeigen Helmut Dietl Serien in Dauerschleife, der Barmann serviert zu später Stunde „Bavarian Tucci“ und „Munich Politan“. Die Vintage-Bar lädt aber nicht nur zum regionalen After-Work-Drink ein, denn auf den schweren Ledersofas, den schwarz glänzenden Rundtischen mit Gold-Details und den farbenfrohen Retro-Sesseln lässt es sich auch ausgezeichnet frühstücken. Lasst euch also nicht aufhalten, wenn ihr das grell leuchtende SCHICKERIA Schild am Eingang seht – die blöffen nur.

There is always time for a cup of tea: The Victorian House

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Would you like some tea, my dear? © The Victorian Tea House

Die Cotswolds in den Goldenen Zwanzigern, das Landhaus einer Adelsfamilie, der Afternoon Tea steht kurz bevor und dann wäre da noch James, der ihn elegant auf einem goldenen Tablett serviert. So oder so ähnlich stellen wir uns das damalige Szenario vor, wenn wir im Victorian House am Viktualienmarkt sitzen, die Augen schließen und unsere Gedanken ins letzte Jahrhundert entschwinden lassen. Kein Wunder: Das Zusammenspiel aus dunklem Holz, waldgrünem Samt, hochherrschaftlichen Gemälden und feinem Porzellan entführt uns in die Welt der Adelsdynastien aus dem alten England. Scones zum Tee? Muss sein! Wer sich „St. James“ bestellt, bekommt das volle britische Programm in Form von Würstchen, Bohnen und Orangenmarmelade; der „Covent Garden“ ist eher klassisch europäisch angehaucht und die „Kings Road“ verwöhnt süße Zungen mit fluffigen Pancakes und klebrigem Ahornsirup. Fest steht: Hier findet jeder den passenden Teebeutel zum reichhaltigen Frühstücksteller. Gibt ja schließlich über 50 verschiedene. Also Teesorten.

Ewiger Klassiker: Kongress Bar

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Nicht nur für gesellige Männerabende © Kongress Bar

Kommen wir doch nochmal zurück zu den 50er-Jahren: Der elegante Gentleman von heute weiß wohl, dass er den besten Martini (geschüttelt natürlich, nicht gerührt) stilecht am Tresen der ehrwürdigen Kongress Bar bekommt. Auf den ersten Blick mag man der Einrichtung einen Hauch provokanten Kitsch vorwerfen: Das Herzstück des Raumes ist in gestepptes rotes Leder gehüllt und auch die Polster der diversen Sitzgelegenheiten machen vor der intensiven Farbe keinen Halt. Nichtsdestotrotz überzeugt die Kultbar mit Impressionen aus einer anderen Zeit – ein Abbild von Deutschlands zweitem Bundeskanzler, Ludwig Erhard; die schwarzen Hosenträger der eifrigen Kellner und die melodischen Klänge des goldenen Zeitalters sind nur einige davon. Um das Drink-Erlebnis abzurunden, glänzen die Cocktailshaker mit einem nicht zu verachtenden Sortiment aus herben Zigarren und schmackhaften Spezialitäten. Da bleibt uns nur zu sagen: Chin chin!

Bühne des Lebens: Der Salon Pitzelberger

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Hier kommt regelmäßig Stimmung auf!

Dieses einzigartige Fundstück ist eine Hommage an Jacques Offenbach, für dessen gleichnamige Operette im Jahr 1865 zum allerersten Mal der Vorhang des Gärtnerplatztheaters aufging. Stilistisch angelehnt an die vergangene Epoche ist die besondere Bar im Kellergewölbe des kultigen Theaters nicht nur ein wahrer Blickfang, sondern auch ein echter Gaumenschmeichler. Exotische Sinnesfreuden wie der „Marrakesh Mule“ und blumige Erfrischungsdrinks à la „Barbara Streisand“ bilden nicht nur nach einer berührenden Theatervorstellung den perfekten Abspann des Tages. Musikalisches Highlight: Wer Glück hat kommt auch ohne Karte zu einer faszinierenden Bühnenshow. Während die Gäste ganz entspannt ihren verdienten Feierabend-Trank zu sich nehmen, kommen die Theaterdarsteller hin und wieder nochmal auf Touren und lassen ihre fesselnde Darbietung im hauseigenen Salon ausklingen. Und damit enden wir mit weisen Worten des großen William Shakespeare: „Die ganze Welt ist ein Theater!“

Julia Knobe

Seit sich unser abenteuerlustiges Nordlicht Julia mit 'nem echten Bayern eingelassen hat, hat sich in ihrem Leben einiges geändert: Statt steifer Brise ist frische Bergluft angesagt! Den Heimathafen Hamburg immer im Herzen, könnte Julia sich ans fesche Dirndl, das süffige Helle und den charmanten Dialekt durchaus gewöhnen.