Top 7 Ausstellungen in den Münchner Museen Ein Streifzug zu den Kulturhäusern unserer Stadt

Liebe Kunsträume, schwingt eure Türen auf! Nun heißt es Aufatmen für Künstler*innen sowie Kulturstätten samt ihren vielen helfenden Händen: Zahlreiche Ausstellungen in der Stadt erfreuen sich demnächst über interessierte Besucher*innen, denen mit der Wiedereröffnung auch ein kleiner bis großer Stein vom Herzen fällt. Ob wir nun regelmäßig die Museumspforten passieren oder nur von Zeit zu Zeit den Wunsch nach künstlerischen Diskursen nachgehen – es steht außer Frage, dass die Ausstellungen uns auf einmalige Art und Weise animieren, gesellschaftsrelevante Themen in einem neuen oder anderen Kontext zu betrachten. Wir haben unsere künstlerischen Antennen ausgefahren und sieben beeindruckende Ausstellungen für euch gefunden. Welchen kreativen Pfaden wir gefolgt sind? Das zeigen wir im folgenden Guide, der euch zu den aktuellen Kunst Hotspots der Stadt führt.

“Es gibt keinen Moment in der Geschichte, in dem alles nur zeitgenössisch ist.”

Lucy McKenzie

© Kynoarges
Villa Stuck

Collecting Histories

Kontakt Prinzregentenstr. 60, 81675 München villastuck@muenchen.de +49 (0) 89 4555510
Öffnungszeiten Di-So: 11:00-18:00 Uhr Mo: Geschlossen
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Das Gesamtkunstwerk Villa Stuck ist das ehemalige Wohnhaus und Atelier des renommierten Künstlers Franz von Stuck (1863-1928) und bietet Platz für moderne und zeitgenössische Kunst, die in wechselnden Ausstellungen in den träumerischen Räumlichkeiten residiert. Angemerkt sei an dieser Stelle auch, dass Franz von Stuck die Villa bis ins kleinste Detail selbst entworfen hat und für seinen fantasievollen Geist 1900 bei der Weltausstellung in Paris für seine Möbel mit einer Goldmedaille geehrt wurde. Seit 13. März lockt das Künstlerhaus Interessierte mit der Kunstschau “Collecting Histories”, die neueste Erwerbungen, Schenkungen und Dauerleihgaben präsentiert. Kuratorin Margot Th. Brandlhuber positioniert Porträts, Pastelle, Plakate und Aquarelle des Deutschen Kreativgeistes sowie ein Möbel und die ersten 13 Jahrgänge der politisch-satirischen Wochenzeitschrift “Simplicissimus” in den Historischen Räumen der Jugendvilla. Die Titelauswahl ist eine Danksagung an den Briten Francis Haskell (1928-2000), einer der bekanntesten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts, und einer der vielen Spender der Ausstellung.

© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

Zeichen und Wunder

Kontakt Gabelsbergerstraße 35, 80333 München info@smaek.de 089-28927630
Öffnungszeiten Mo: Geschlossen Di: 10:00-20:00 Mi-So: 10:00-18:00 Feiertag: 10:00-18:00
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Eine Ausstellung, ganz im Sinne von Ugo Dossi: Der Münchner Maler und Objektkünstler pflegt eine Faszination für die ägyptische Kunst, zieht Rezipienten mit seinem universellen Verständnis und inhaltlicher Tiefe in seinen Bann und begeisterte bereits auf internationalen Kunstschauen wie der Documenta und der Biennale in Venedig Tausende Besucher*innen. Bis 27. Juni widmet das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst München ihm eine Ausstellung. Kernelemente von “Zeichen und Wunder” sind hieroglyphische Zeichen, die Ugo Dossi als piktografische Wissensspeicher interpretiert. Er transportiert ägyptische Symbolbilder (Nofretete als Leitmotiv der Vollkommenheit) in die Gegenwartskunst (zum Beispiel mit reduzierten grafischen Elementen) und vice versa. Nennenswert ist zudem, dass sich der Künstler mit den drei zentralen Motiven der ägyptischen Weltsicht befasst: Ba (Seele), Ra (Göttliche Sonne) und KA (die in allen Wesen pulsierende Kraft). Ugo Dossis Kunstsprache lässt die Grenzen zwischen Sichtbar und Unsichtbar gekonnt verblassen – der Einsatz holografischer Materialien verstärkt diesen Effekt. Neben Skulpturen von Echnaton, Horus und Sachmet zeigt die Ausstellung unter anderem plastische Arbeiten aus der Sammlung CALIX.

© wunderland media GmbH
MUCA

Icons of Urban Art

Kontakt Hotterstraße 12, 80331 München
Öffnungszeiten Mo:10:00-20:00 Di:Geschlossen Mi-So:10:00-20:00
Weitere Informationen

Banksy, Os Gêmeos, Shepard Fairey und viele weitere Ikonen der Urban Art versammeln sich in den künstlerischen Räumen des Museum of Contemporary Art – kurz MUCA –, dem Ort für zeitgenössische Kunst in München. Für die Kreativen, deren Werke die Ausstellung “Icons of Urban Art” schmücken, sind die Straßen dieser Welt die Bühne, auf der sie ihre Kunstwerke der breiten Masse präsentieren und damit laut und/oder leise ihre Botschaften den vorbeischlendernden Passanten näher bringen. Mit Spraydose, Pinsel und Farbe im Gepäck werden kollektive Themen kritisch unter die Lupe genommen und mal mehr oder weniger provokativ und schamlos der Öffentlichkeit wie auf dem Silbertablett serviert. Einer, der bereits in den 70er-Jahren dunkle Ecken und Gassen New Yorks seinen Kunstraum nannte, ist Richard Hambleton – darum kennen wir den Künstler auch unter dem Namen “Godfather of Streetart”.  Zu seinem Ehren widmet das MUCA als erstes Museum Europas eine eigene Ausstellung: “Richard Hambleton – der vergessene Schattenmann”. 

© Unsplash
Kinder- und Jugendmuseum

Hast du Töne?

Kontakt Arnulfstraße 3, 80335 München info@kindermuseum-muenchen.de +49 (0) 89 54046440
Öffnungszeiten Do, Fr: 14:00-17:00 Sa, So: 10:00-17:00 Mo,Di,Mi: Geschlossen
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Ein Aspekt des Erwachsen Seins ist begleitend zu dem ganzen Verantwortungs-Pipapo wohl auch die einfache Tatsache, das innerliche Kind stets beizubehalten. Sich neuen Herausforderungen zu stellen, was tun, was wir zuvor nicht getan haben, weil wir uns nicht getraut haben oder uns der Zugang gefehlt hat. In diesem Sinne ist die Ausstellung “Hast du Töne” im Kinder- und Jugendmuseum München ein lebhafter Kulturort für alle Altersgruppen. Die Idee ist simpel: Spaß am Lernen. Besucherinnen und Besucher sind aufgefordert, selbst auszuprobieren, mitzuspielen, zu experimentieren, zu werkeln und allen voran sich von ihrem fantasievollen Forscher-Geist leiten zu lassen. Bis zum 20. Juni sind Klein & Groß eingeladen, gemeinsam die Welt der Geräusche, Klänge, Töne und Stimmen durch interaktives Mitmachen kennenzulernen. Fragen wie “Wann hören wir Töne?”, “Wann entsteht Musik?” und “Wie können wir Töne verändern?” werden in dem Experimentenbereich und der Werkstatt selbst erarbeitet. Zudem entdecken wir in der Sammlung unterschiedlicher Orchesterinstrumenten die schwungvolle und bezaubernde Vielfalt der Klangkörper. Ohren auf – und wir fangen an zu musizieren!

 

“Hast du Töne” – bis 20.06.2021 im Kinder- und Jugendmuseum München. Die Mitmachausstellung ist für Kinder ab 4 Jahren zugänglich. Der Besuch des Museums ist abhängig von dem 7-Tage-Inzidenz-Wert: bei über 50 sind eine telefonische Terminbuchung unter +49 (0) 89 54046440 und Kontaktverfolgung notwendig. Die Besuchszeit ist auf 90 Minuten begrenzt. Bei einem 7-Tag-Inzidenz-Wert über 100 bleibt das Museum geschlossen.

 

© OVB Heimatzeitung
Museum Brandhorst

Lucy McKenzie: Prime Suspect

Kontakt Theresienstraße 35a, 80333 München info@museum-brandhorst.de +49 (0) 89 238052286
Öffnungszeiten Di,Mi,Fr,Sa,So: 10:00-18:00 Do: 10:00-20:00 Mo: Geschlossen
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Was das Know-how der künstlerischen Welten angeht, sind wir momentan mehr Beckenschwimmer als Tiefseetaucher – nichtsdestotrotz erwecken wir eine große Neugierde für das Kunst-Spektrum und sind absolut lernwillig. Darum: Ran ans Eingemachte! Der Trompe-l’oeil Effekt – schon mal gehört? Wir nicht. Hier die Aufklärung: Der Trompe-l’oeile Effekt ist eine illusionistische Malerei, die mittels perspektivischer Darstellung den 3D-Effekt erstellt. Die schottische Künstlerin Lucy McKenzie ist bekannt für die Anwendung dieser Maltechnik. Wie das in Aktion aussieht, erfahren wir in der Ausstellung “Lucy McKenzie: Prime Suspect”, die bis 6. Juni im Museum Brandhorst läuft. Rund 80 Werke, die zwischen 1997 und heute entstanden sind, füllen die gesamte untere Etage des Gebäudes, das zu einem der zentralen Schauplätze für zeitgenössische Kunst zählt. Lucy McKenzie bedient sich an Themen aus der Literatur, Musik und dem Film ebenso wie aus Politik, Sport und Mode und kreiert aus den hervorgehenden “Häuslichen Dingen” künstlerische Werke. Angemerkt sei auch, dass jedes Projekt von einer Auseinandersetzung mit Gender-Politik und weiblicher Selbstbestimmung gekennzeichnet ist.

© VG Bild, Kunst Bonn 2020
Lenbachhaus

Die Sonne um Mitternacht schauen

Kontakt Luisenstraße 33, 80333 München +49 (0) 8923396933
Öffnungszeiten Di, Mi, Fr, Sa, So: 10:00-18:00 Do: 10:00-20:00 Mo: Geschlossen
Weitere Informationen

Was mit dem Ausstellungstitel “Die Sonne um Mitternacht schauen” gemeint ist, fasst die städtische Galerie Lenbachhaus mit diesen Worten zusammen: “Der Titel bleibt enigmatisch und ruft dennoch klar vor Augen, dass Dinge und Themen aus der einen Sicht im Dunkeln verborgen liegen, aus der anderen hingegen hell und klar aufscheinen.“ Dieses Phänomen spiegelt sich zum Beispiel darin, dass wir morgens gemütlich unseren Kaffee schlürfen und es zeitgleich in Honolulu spät abends ist. Die Sonne existiert zu jeder Zeit und ist mit ihrer reinen Existenz die Grundvoraussetzung allen Lebens auf Erden. Dieses Leben, – unser Leben – wirft hier und da Fragen und Konflikte auf denen wir uns zu und ab einem gewissen Punkt stellen (wollen). Wie steht es um das Zusammenleben einzelner Menschen, ganzer Gesellschaften sowie die Aufrechterhaltung globaler Vernetzungen? Tatsache ist, ein harmonisches Miteinander wurde in vergangenen Generationen mehr von Machtspielchen, unterdrückter Meinungsäußerung und steifen Rollenbildern überschattet – dem zugrunde liegen die mehr als 20 Werke der Künstlerinnen und Künstler, die in der Kunstschau vereint sind. Gemeinsam vermitteln sie anhand von Gemälden, Fotografien und Installationen Antworten auf komplexe Fragen rund um die Themen Feminismus, weiblicher Körper, Geschlechter und Identität. Es ist eine Sammlung von Projekten, die zwischen 1958 und heute produziert wurden.

Ab Dienstag, 11.05., ist das Lenbachhaus wieder geöffnet! “Die Sonne um Mitternacht schauen” läuft bis  01.08.2021. Die Versammlung von Gegenwartskunst stammt aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung.

© Museumsperle
Pinakothek der Moderne

Au rendez-vous des amis

Kontakt Barer Straße 40, 80333 München
Öffnungszeiten Di,Mi,Fr,Sa,So: 10:00-18:00 Do: 10:00-20:00 Mo: Geschlossen
Weitere Informationen

“Au rendez-vouz des amies” – ein Abendessen mit Freunden. Gemeint ist in diesem Fall die Klassische Moderne, die mit ihrem freien Umgang mit Farbe, Perspektive und Proportionen, vielen neuen künstlerischen Stilrichtungen die Pforten geöffnet hat. Rund 140 Werke aus der Sammlung Moderne Kunst und der Stiftung Ann und Jürgen Wilde vereinen sich in den 13 Sälen der Pinakothek der Moderne. Am anderen Tischende nimmt die Gegenwartskunst Platz – mit 80 Werken aus der Sammlung Goetz im Schlepptau. Was entsteht, ist eine kritische Auseinandersetzung und ein konstruktiver Dialog, der sich vorwiegend auf Malereien, Fotografien, Skulpturen und textile Arbeiten fokussiert. Träger der einzelnen Ausstellungsobjekte sind die Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität. Es lässt sich daraus erschließen, dass die Kunstwelt mit  ihren ganz individuellen und originellen Farben auf kollektive Desorientierung und Grant, Emotionen und Wünsche reagiert, und mit ihren daraus strömenden Werken die Lust nach Geltung und Neugierde – natürlich nur bis zu einem gewissen Grad – stillen. Denn jedes Bild dient mehr einem moment-haften Spiegel und jeder Künstlerin und jedem Künstler liegt ein mysteriöser Zauber inne, der – ganz im fachlichen Jargon ausgedrückt – wohl ganz ihrer und seiner künstlerischen Freiheit entspricht.

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