Top 10 Münchner Macher #3

Top 10 Münchner Macher #3Mode ist vergänglich, Stil niemals

Modebewusstsein findet in jeder Metropolregion seine eigene Ausprägung. Dabei proklamiert jeder Städter das größte Stilbewusstsein für sich und seine Hood. Echte Kenner wissen, dass das natürlich alles Kokolores ist, denn jeder weiß um die Münchner Treffsicherheit im Themenbereich Chic (*zwinker). Das wird uns dann sogar häufig geneidet, sodass man uns am liebsten direkt mit der Schickeria in einen Topf wirft. Aber genug der Längenvergleiche! Dass Mode in München auch jenseits eines Jankers und dem Dirndl breitere Ausprägung findet und wir hier lauter geile Beispiele junger und spannender Fashion-Unternehmen finden, zeigen wir euch in folgender Top 10!

Bavarian Couture

© Bavarian Couture

Dem Bayern ist sein Dialekt heilig und ein jeder der ihn redet, tut dies voller Stolz. Warum nicht gleich ein Modelabel gründen, das sich dieser Art des Lokalpatriotismus widmet, dachten sich die Geschwister Laura und Christoph Forstner. Das ist nun schon über sechs Jahre her und ihre Idee hat mehr als guten Anklang gefunden. Mittlerweile können die beiden mit Fug und Recht behaupten, eines der erfolgreichsten jungen Münchner Label zu sein. Voller Charme und Witz verhelfen sie manch einem schon fast vergessenen bayrischen Ausspruch zu neuem Ruhm. Eigenkreationen natürlich nicht ausgeschlossen.

Amsel Tracht

© Frank Achim Schmidt

Seit die Tracht durch etliche Jahre des Oktoberfest-Wachstums wieder voll en vogue ist, gibt es leider auch die greisligsten Vergewaltigungen des bayrischen Traditionsgwands. Dieser Unsitte den Garaus zu machen, ist das Team um Amsel Trachten angetreten. Dass stilsichere Trachtenmode über die Maßen chic ist und ganz ohne Peepshow-Attetüde irgendwelcher Starlets (Stichwort Tüllröcke, Pailleten etc.) auskommt, zeigt das Münchner Modelabel seit über acht Jahren. Die Standardbestandteile der männlichen wie weiblichen Tracht in der hauseigenen Schneiderei mit der maximalen Portion Eleganz zu gestalten, ist dabei das Erkennungsmerkmal des Familienbetriebs. Diese Symbiose aus bayrischer Handwerkskunst und britischem Stilbewusstsein nennt sich dann „British-Bavarian“. Der Earl und seine Lady lassen bitten!

A Kind of Guise

© A Kind of Guise

Das Münchner Modellabel startete vor knapp neun Jahren - wie so oft - als Studienprojekt. Yasar Ceviker und Susi Streich bauten damals das Designkollektiv auf und recht schnell sollte sich herausstellen, dass es vielleicht Sinn machen würde, das Studium zu unterbrechen. Aber dafür gibt es ja auch schlimmere Gründe als ein eigenes Unternehmen, das erfolgreich zu werden droht. Die Designs sind von Beginn an erstaunlich unaufgeregt bis minimalistisch. Entscheidender Bestandteil über jedem neuen Design ist das oft missbrauchte Leitmotiv: „Qualität vor Quantität“. Dass es sich hier allerdings nicht um eine Worthülse handelt, zeigt die Grundregel des Unternehmens. Produziert wird ausschließlich in Deutschland und auch ausschließlich mit Stoffen aus Europäischen Qualitätsmanufakturen.

gottseidank

© gottseidank

Tracht als Bestandteil der Tradition zu verstehen, ist in Bayern selbstverständlich. Innerhalb der Trachtenmode treffsicheres Traditionsverständis zu beweisen und dennoch Neuerungen und Weiterentwicklungen zu kreieren, ist eine Kunst für sich. Sich dabei an althergebrachen Werten und Techniken zu orientieren, ist das Erfolgsrezept des Münchner Trachtenlabels Gottseidank.

Unfair Athletics

© Unfair Athletics

Wer hierzulande Street-Fashion hört, setzt das jetzt nicht zwangsläufig sofort mit München in Verbindung. Klar, Berlin ist schon eher Hipstermagnet und Bomberjackenmekka als die Isarmetropole. Aber wie so Vieles in unserer lieben Heimat gibt’s hier eigentlich alles, nur halt ein bisschen weniger offensichtlich. Genauso ist es mit dem Street-Fashion-Player Unfair Athletics. Die Jungs um Florian Königbauer sind echte HopHop-Natives und in der Szene fest verankert. Die Oldschool Hip-Hop-Szene hat entsprechend ihre wahre Freude an den Designs der Münchner Kombo. Gucci Rapper müssen draußen bleiben!

New Bav

© New Bav

Die eigentliche Herkunft des Begriffs Streetfashion liegt ja wie grade beschrieben ganz klar im HipHop. Je älter ein Trend jedoch wird, desto vielschichtiger werden auch seine Spielformen. Die Symbiose aus Street und Sport hat hier noch keinen festgelegten Eigennamen. Erkennen lässt sich dieser Style vom Fashion-Versteher jedoch sofort. Stichworterklärung. Sweater; Oversize; Jerome Boateng; Soccerfashion. Diese Nische auch mit einer Münchner Brand zu befriedigen, ist das Ziel der beiden Unterschleißheimer Nils Neumann und Marco Ham. Die Erfolgsfrage ist spätestens seit diverser Testimonials in erster und zweiter Fussball-Bundesliga geklärt. Swaglevel 100!

Monaco Duck

München, „die nördlichste Stadt Italiens“ - das findet sich im Markennamen Monaco Duck wieder. Das Logo: die Ente mit Gamsbart-Hut, ein Symbol für die Gemütlichkeit, den Charme und das Traditionsbewusstsein Münchens. Und auch beim Material haben sich die Gründer etwas gedacht: Loden steht für für Bayern, wie kein anderer Stoff. Bei Monaco Duck kommt es noch dazu aus der ältesten deutschen Textilfabrik, direkt aus Bayern. Gefertigt werden die Herrenschuhe in den Regionen Italiens, wo die besten Schuhmacher und Traditionsbetriebe der Welt beheimatet sind - und zwar seit Generationen. Damit garantiert das Münchner Modelabel seine hohe Qualität.

Kranz Munich

© Kranz Munich

Der Ledergürtel ist für den echten Fan ein durchaus emotionales Kleidungsstück. Bei gelungenem Design schmiegt er sich völlig zeitlos für eine wahre Ewigkeit um die eigenen Hüften. Vorausgesetzt natürlich, man schenkt seinem Körper dieselbe Aufmerksamkeit wie dem Gürtel! Ähnlich der Lederhose entwickelt auch der Ledergürtel erst mit der Zeit seinen eigenen Charakter. Diese Liebe mit nachhaltigen Überzeugungen zu verbinden, ist das Ansinnen von Kranz München. Das lederspendende Rind lebt unter absolut ökologischen Bedingungen in regionaler Nähe. Der Gerber arbeitet nur mit natürlichen Gerbstoffen und gefährdet somit weder sich noch die Gewässer in seiner Umgebung. Selbst die Schnallen werden in Oberbayrischen Handwerkschmieden gefertigt.

The Casual Monks

© the casual monks

Der Bayer kann auch grantlerisch, raubeinig und auch ein bisl furchteinflößend sein. Mit dieser Narration ein wenig zu spielen, ist der Ansatz der Casual Monks. Der bajuwarische Bandit ist das CI Motiv der Münchner Modeschmiede. Auf sympathische Weise spielen die Designs sowohl mit Tradition, Heimatverbundenheit, als auch mit Natur- und Bierliebe. Wäre der lässige Mönch leibhaftig, würde er eben ein wenig grantlerisch in seinen Bart schimpfen, um dann aber nach zehn Halben ein Freund für die Ewigkeit zu sein. Prost!

Vatter Fashion

© Vatter Fashion

Die Präsentation des eigenen Modegeschmaks findet nicht nur auf den Laufstegen der Straße statt, sondern eben auch im Schlafzimmer. Egal ob dem nächsten Tinder-Date oder dem lang schon geliebten Spatzl: Liebestöter möchte man niemandem aufs Auge binden. Wer dann was von 100%er Bio-Baumwoll-Unterwäsche hört, denkt vielleicht genau an solchen Anti-Amor Zwirn. Diese Vorstellung gehört bei Vatter Fashion jedoch genauso ins letzte Jahrtausend, wie der Keuschheitsgürtel. Wer also seiner Haut, der Umwelt als auch seinen (und des/ der Liebsten) Augen etwas Gutes tun möchte, hat in Vatter Fashion seinen Unterwäsche-Trader des Vertrauens gefunden.

Probier mal!

Alle oben genannten Label...

... und noch viele mehr, könnt ihr währen der Hirmer Kauf Lokal Aktion vom 5. Februar bis 3. März kennenlernen. Und auch (an)probieren! Denn: leckere Label sind ebenfalls am Start! Verschiedene Tastings finden immer donnerstags bis sonntags zwischen 12 und 19 Uhr auf allen Etagen des Herrenmodehauses auf der Kaufingerstraße statt. Mehr Infos zum Kauf Lokal findet ihr hier. 

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.