Thierry Mugler in der Kunsthalle

Thierry Mugler in der KunsthalleHaute Couture eines Visionärs

„Tragbares langweilt mich.“ Und das, wohlgemerkt, aus dem Munde eines Modeschöpfers? Also in diesem Fall wundert es uns ehrlicherweise nicht: Die sorgsam kuratierte Ausstellung des Design-Genies, die noch bis zum 28. Februar in der Münchner Kunsthalle zu bewundern ist, beinhaltet die beeindruckenden, skurillen und ausgefallenen Kleider und Accessoires des französischen Wunderkinds, die wirklich alles sind – außer tragbar. 

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Spooky but classy. © wunderland media GmbH

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Superwomen im Dienst. © wunderland media GmbH

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William Shakespeare – die leuchtende "Macbeth". © wunderland media GmbH

Couturissime – oder auch 150 Wow-Momente

Schon als wir den ersten Raum betreten, fehlen uns die Worte – denn eigentlich ist es gar kein Raum, sondern ein Lichtermeer aus Spiegeln, das uns unweigerlich in seinen Bann zieht. An den Wänden: Schwarz-weiß Fotografien von Supermodels wie Gisele Bündchen, in der Mitte die stählernen Wonderwoman-Anzüge in die auch tatsächlich nur Supermodels reinpassen. Wo wir vorhin von tragbar sprachen. 

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Magische Symbiose in schwarz-weiß. © wunderland media GmbH

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Erstmalige Ausstellung von Zeichnungen des Schöpfers höchstpersönlich. © wunderland media GmbH

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Immer in: Hüte. © wunderland media GmbH

Und: Action!

Im nächsten Zimmer wird es deutlich bunter, dreht sich hier alles um das Musikvideo von George Michaels berühmtem Song „Too Funky“. Little did we know, dass Mugler nicht nur ein Auge für die wilden Kostüme vor der Kamera hatte – sondern mit diesem Glanzstück auch noch sein Debüt als Videoregisseur gab. Die Mission: Eine bildliche Darstellung des Laufsteg-Glamour und dem hektischen Backstage-Leben. 

Mein einziges Maß ist die Maßlosigkeit.

Thierry Mugler

Prägendes Multitalent

Ach und übrigens: Schon als kleiner Junge faszinierte ihn die Oper. Tanzen konnte er also auch. Kein Wunder, dass seine Shows daher immer etwas anders abliefen, als die der restlichen (oft doch sehr steifen) Modewelt. Statt stupidem Auf- und Abgelaufe inszenierte der Designer seine Werke in Form von pompösen Musicals, surrealen Comics oder schillernden Cabarets. Und selbst wenn es um Kampagnen ging, drückte er den Auslöser meistens selbst und entwickelte mit der Zeit eine ganz eigene Bildsprache, die von Mutter Natur geprägt ist. 

Zauberhafte Metamorphosen

Apropos Natur: Unsere Augen können die Bilder, die sich ihnen bieten, gar nicht so schnell verarbeiten, wie wir sie durch die nächsten Räume schweifen lassen. Überall glänzt und glitzert es, die explosive Farbenpracht ist überwältigend. In einem Teil seiner opulenten Kleider aus PVC, Kunstpelz, Glas oder Chrom lassen sich Insekten, Schmetterlinge oder sogar exotische Meerestiere erkennen. Ganz ehrlich? Uns war nicht ansatzweise bewusst, dass Mister Mugler eine solche Bandbreiten an Talenten und Designs hatte – und wir sind schwer begeistert. Und da das Schönste an einer Ausstellung ja bekanntlich das Erleben ist, hören wir jetzt einfach an dieser Stelle auf und lassen euch selbst in diese wunderbar wundersame Welt des Paradiesvogels Thierry Mugler eintauchen. 

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Mugler hinter der Kamera. © wunderland media GmbH

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Faszinierend – genau wie seine Mode. © wunderland media GmbH

Bilder von Frank Achim Schmidt für wunderland media GmbH. 

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Julia Knobe

Seit unser abenteuerlustiges Nordlicht Julia ihr Herz in (und an) München verschenkt hat, hat sich in ihrem Leben einiges geändert: Statt steifer Brise ist frische Bergluft angesagt! Den Heimathafen Hamburg immer im Herzen, hat Julia sich ans fesche Dirndl, das süffige Helle und den charmanten Dialekt schon längst gewöhnt.