Therme Bad Aibling

Therme Bad AiblingDeluxe-Schwitzen jenseits der Wellness-Crowd

Krankheiten, die durch einen Saunagang nicht geheilt werden können, führen zum Tod. Das sagt man sich zumindest in Finnland. Fest steht, dass mittlerweile auch die Deutschen weltweit zu einer der Top Saunanationen gehören. Hier gibt es sowohl die größte Sauna als auch die größte Therme der Welt. Zeit für unsere bisher wärmste Empfehlung.

Wem es nicht auf die Größe ankommt und wem Erding zum Saunieren schon eine zu altbekannte Adresse ist, dem wollen wir hier einmal eine kleine Einleitung in die Bad Aiblinger Therme geben. Durchaus eine echte Option zur großen Schwester. Weniger Auswahl an Saunen aber auch weniger Trubel und dafür mehr Ruhe und Gediegenheit.

Zunächst einmal empfängt einen der Saunabereich mit einem schönen Panoramablick in die Außenanlage. Finnland lässt grüßen! Wenn man das Glück hat an einem Schneereichen Wintertag vorbeizuschneien, lässt der Blick auf das riesige Blockhaus skandinavische Träume entstehen.

Doch beginnen wir Innen. Es gibt sechs Innensaunen und Dampfbäder. Alle im Innenbereich befindlichen Schwitztempel sind eher milderer Natur. Wer es also knackig heiß mag, sollte direkt den Außenbereich aufsuchen. Doch nicht zu voreilig! Man startet ja eigentlich sowieso erst einmal entspannt. Highlight im Innenbereich: die Eukalyptussauna. Ein über dem Steinofen installierter Dampfmechanismus versorgt das Rauminnere konstant mit wohltuendem ätherischem Dunst. Danach eine eiskalte Erfrischung im riesigen Duschbereich und vielleicht noch ein Eisbad hinterher…

Um den Frost wieder aus den Knochen zu bekommen, bietet sich der wenige Meter entfernte Eingang ins warme Außenbecken an. Ein buntes Allerlei aus Geblubber und Gesprudel genießt man dahintreibend, liegend, oder gar stehend bei einem kleinen Tratsch.

Wer sich nun ausreichend erholt hat, dem ist wohl spätestens jetzt nach einem echten finnischen Aufguss zumute. Auf geht’s in die schon lang erwartete Kelosauna im zentralen Blockhaus. Tipp für’s Timing: Schaut Euch am besten gleich zu Beginn den Saunaplan an und sucht Euch Eure bevorzugten Aufgüsse aus, damit Ihr nicht zu spät kommt und noch genug Platz ist. Es gibt zwar fast keine Mallorca-Touristen, die ihre Handtücher auf den Bänken parken, aber die Bad Aiblinger sind wohl trainiert und sitzen einfach schon fünf bis zehn Minuten vorher im eigenen Saft und warten auf den Hohepriester des Schweißes. Die meisten Aufgüsse bestehen aus drei Runden. Den zart Besaiteten wird aber immer die Möglichkeit gegeben, nach der zweiten Runde auszusteigen.

Krankheiten, die durch einen Saunagang nicht geheilt werden können, führen zum Tod.

Altes Finnisches Sprichwort

Spätestens jetzt dürfte den Meisten der Sinn nach einer kleinen Schlummerrunde stehen. Wir haben uns dafür für die über die Wendeltreppe zu erreichende erste Etage über dem Eingang entschieden. Unser Tipp: Die einladend aussehenden runden Liegewiesen sind nicht so bequem, wie sie aussehen. Steuert lieber gleich einen der riesigen Sitzsäcke an oder - wenn Ihr lesen wollt - die ergonomisch geformten Liegebänke.

Wer zum Ende noch ein paar Euros extra in die Hand nehmen möchte, sollte sich das Programm rund um Salzpeelings und Moorbehandlung merken. Es gibt einfach nichts Schöneres, als sich erlaubterweise von Kopf bis Fuß mit Schlamm einzusauen, ganz ehrlich! Gefühlsstatus danach: runderneuert.
Und zum Schluss noch einen Rat, den wir einst von einem Saunaweisen bekamen: Bevor es nach Hause geht, wascht Euch nur mit warmem Wasser ab und spart Euch irgendwelche Tenside! Eure Haut ist jetzt so rein und sauber, wie schon lange nicht mehr!

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.