Sound of Munich #20: Bákayan Ein Dancefloor voller Liebe

Geheimtippmuenchen Musik Soundofmunich Bakayan 7 – ©Bákayan

Bákayan  – das ist Burak Akkaya. Und wenn man seinen Namen ein bisschen auseinander und dann wieder zusammenbaut, dann kommen wir auf Aya Bakan, was so viel heißt wie: der, der den Mond anschaut. Die Sterne und der Mond haben Bákayan, den DJ und Producer schon immer fasziniert – und diese Faszination finden wir auch in seiner Musik wieder. Organic House ist sein Genre, seine Musik besteht aus leisen, energetischen, bewegenden Beats und erzählt immer eine Geschichte. Egal wo er auflegt: Er genießt es, bei seinen Auftritten das Publikum zu beobachten. Dann sieht er, dass die Leute sich kennenlernen, sich umarmen und der Dancefloor voller Liebe ist. Er liebt seine Musik und genau diese Liebe will er mit seiner Musik weitergeben. 

Angefangen hat alles ganz anders

Musik war schon in seiner Kindheit in Weiden in der Oberpfalz immer mit dabei. Er erzählt schmunzelnd: „Ich kann mich erinnern, dass ich mich als kleines Kind schon selbst in den Schlaf gesummt habe.“. In seiner Jugend merkt er, dass seine Stimme sich von der Masse abhebt, doch damals war das alles andere als schön für ihn: „Für mich selbst hat sich das gar nicht gut angehört.“ Erst während des Studiums in Nürnberg fängt Burak an Gitarre zu spielen – das Instrument, das ihn am meisten berührt. Gemeinsam mit der Gitarre entdeckt er auch seine Stimme, fängt an zu singen. Ein Freund nimmt ihn heimlich auf und trotz erstem Widerstand lädt er das Video irgendwann bei Facebook hoch. So beginnt das erste Kapitel seiner Musik-Geschichte. Die Resonanz auf seine Musik ist überwältigend. Gepusht von dem Feedback seiner neuen Fans und Freunde beginnt Burak Accoustic-Gitarren-Songs auf YouTube hochzuladen und es dauert nicht lang, bis immer mehr Menschen auf seine Musik aufmerksam werden. „Ich habe dann auch Einladungen bekommen von DSDS, Rising Star und The Voice of Germany“, erzählt Burak. Und auch wenn er die Musik liebt – er hat Probleme damit vor Leuten zu spielen und auch seine Stimme streikt immer mal wieder. „Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt“, sagt Burak heute „und irgendwie hatte ich ja auch schon erreicht, was ich erreichen wollte.“ Seine Musik wurde gehört. Aber dann will er Musik erst mal wieder für sich entdecken. Fazit: Er braucht eine Pause.

Geheimtippmuenchen Musik Soundofmunich Bakayan 4 – ©Bákayan
Mit Gitarre und Gesang hat alles angefangen.
© Bákayan

Das zweite Kapitel

2018. Mittlerweile lebt und arbeitet Burak in München, doch den Wendepunkt seiner Musik-Geschichte erlebt er in Berlin. Im Kater Blau Club verliebt er sich in Electro-Musik. „Ich war da total geflasht, die Menschen da haben die Musik so genossen,“ erzählt Burak immer noch sichtlich fasziniert. Zuvor hatte er kaum Berührungspunkte mit elektronischer Musik. „Wie die Leute diese Musik fühlen – man sieht, dass die Musik sie mit auf eine Reise nimmt.“ Das hat ihn einfach mitgerissen. Die Faszination ist so groß, dass er nur drei Wochen später ein kleines DJ-Equipment zu Hause hat und erst mal für sich alleine auflegt. Bei einem Mittagessen mit seinen Kollegen in München folgt dann eine wegweisende Begegnung für das zweite Kapitel seiner Musik-Geschichte. Im Restaurant legt ein DJ auf, Bobby Evs, Burak ist direkt begeistert von der Musik und spricht den DJ an. Von Anfang an ist da eine freundschaftliche Verbindung zwischen den zwei Musikern und prompt wird Bobby Eves Buraks Mentor: Er nimmt ihn an die Hand und ebnet ihm den Weg in die Elektro-Szene.

Geheimtippmuenchen Musik Soundofmunich Bakayan 5 – ©Bákayan
Auch hinter dem Mixpult herrscht immer gute Laune!
© Bákayan

Ein neues Musiker-Leben

Zwei Monate später hat Burak seinen ersten Solo-Auftritt. Er ist sich unsicher, aber sein Mentor bestärkt ihn. Der erste Auftritt wird ein voller Erfolg. Der bedingungslose Respekt und die Liebe, die ihm die Crowd entgegen bringt, lässt ihn auch seine Angst vor dem Publikum vergessen, und als er sieht, dass er auch seine Freunde mit seiner Musik begeistert und sie seine Beats feiern, ist er komplett angekommen in seinem neuen Musiker-Leben. Gerade richtig in der DJ-Szene angekommen kommt Corona nach Deutschland. Aber Burak bremst das nicht aus, ganz im Gegenteil. Er nutzt die Lockdown-Zeit dafür, neue und eigene Tracks zu produzieren. Er nutzt auch seine Stimme, um seinen Tracks noch das gewisse Etwas zu geben, eine Geschichte zu erzählen, – denn das ist nach wie vor das Ziel seiner Musik. Burak selbst beschreibt es so: „Bevor ich meine Tracks produziere, überlege ich immer: Was passiert hier, wo könnte das sein? Meine Musik erzählt, wer ich bin, was mein Charakter ist und was sich in meinem Leben abspielt.“ Eine große Unterstützung in dieser Zeit ist sein Freund, Mentor und Sound-Nerd Oliver Deuerling. Burak selbst: „ Er hat einen entscheidenden Einfluss darauf, dass mein Sound so klingt, wie er klingt.“ Die zwei verbringen etliche Stunden zusammen im Studio.

Geheimtippmuenchen Musik Soundofmunich Bakayan 1 – ©Bákayan
Bákayan in seinem Element.
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Wurzeln, Emotionen und Beats

Im Februar ist es dann soweit, Burak hat seinen allerersten Release mit seinen eigenen Vocals. Ein weiterer Track von ihm, ‚Dilber‘, wird vom Label A Tribe Called Kotori veröffentlicht. Für ihn etwas ganz Besonderes, denn der Label Inhaber Oliver Koletzki ist für ihn musikalisch eine große Inspiration. Am 1. Oktober folgt nun sein nächster Release bei Kindisch Records. Sein Track ‚Kum Gibi‘ wird veröffentlicht. Kum Gibi ist türkisch und heißt „Wie Sand“. Die Lyrics sind inspiriert von seinem Lieblingsbuch ‚Der Alchimist‘: Es geht um einen Charakter, der durch die Wüste irrt. Burak singt auf türkisch, der Sprache seiner Eltern – mit der fühlt er sich aktuell am wohlsten. Die metaphorische Sprache passt perfekt zu seiner organischen House Musik, sie harmoniert mit den Instrumenten und nimmt uns direkt mit auf eine Reise durch den weichen Sand. Die größten Einflüsse für Buraks Musik sind seine Wurzeln; Länder wie Spanien oder Südamerika; Eindrücke aus unterschiedlichen Kulturen und die Menschen, mit denen er sich umgibt. Die Situation im Jetzt, welche Emotionen er gerade fühlt, all das spiegelt sich in seiner Musik wider. „Das ist das Gute an der elektronischen Musik. Man muss sich nicht festlegen, man kann immer wieder andere Stimmungen kreieren mit den Beats und den Vocals. Wenn es passt, singe ich auch auf spanisch oder englisch“, sagt er selbst. Was wir merken: Burak strahlt einfach verdammt viel Fröhlichkeit und positive Energie aus. „Liebe, das möchte ich ausleben. Ich möchte einfach, dass Menschen meine Musik hören und ich sie mit auf eine Reise nehmen kann. Die Menschen sollen einfach glücklich sein, wenn ich auflege,“ sagt Burak mit einem Lächeln auf den Lippen. Ob euch das genauso gut geling wie uns? Hört doch einfach selbst!