Sit-Ups mit Stromschlag

Sit-Ups mit StromschlagSelbsttest EMS Training

Gelangweilt vom Joggen, stundenlangem Krafttraining in seelenlosen Muckibuden und vollgestopften Zumbakursen mit verschwitzten Fitnessfanatikern suchen wir Lederhosensportler immer  nach der einen, der effektiven, der einzig wahren Sportart, die Pfunde schnell und effektiv purzeln lässt. Eine neue Trendsportart aus den USA verspricht sich als Messias für alle die, die mit minimalem Zeitaufwand, das maximale aus ihren schlaffen Körpern holen wollen. Das Geheimrezept:  Strom! Das klingt erst einmal kurios oder nach Folter. Dahinter verbirgt sich aber das sogenannte Elektromyostimulations-Training, kurz EMS. Schnell und effektiv soll mit Hilfe von Stromimpulsen Muskeln aufgebaut, Fett verbrannt und der Körper gestrafft werden. Sogar Rücken- und Beckenbodenprobleme sollen wir damit in den Griff bekommen. Große Versprechungen – die mich gleichzeitig skeptisch wie neugierig machen. Im Wellnesscenter Corpovitalis will ich das Wundertraining deswegen testen!

Das EMS-Training schwappte als DIE Revolution in der Fitnesswelt von den trendigen USA zu uns ins traditionsverliebte Bayern. Während des Ganzkörperworkouts werden die Muskeln durch elektrische Impulse stimuliert. Die Kombination aus aktiven Reizen, die wir selbst durch Sit Ups, Liegestütze und Co. setzen, und den elektrischen Reizen durch schwache Stromschläge, soll das Muskelwachstum gefördert werden.  Und das Beste daran: EMS Training verspricht maximale Erfolge bei minimalem Zeitaufwand. Nur 25 Minuten soll das Zauberworkout benötigen, um unser Fett in straffe Muskeln zu verwandeln. Na, wenn das  nicht auch den letzten Sportmuffel überzeugt. 

Als Testfeld für meinen EMS-Selbstversuch wähle ich den Wellnesstempel Corpovitalis im Tal. Seit 2011 ist das Studio in der Münchner Innenstadt ein beliebter Anlaufpunkt für Schönes, Entspanntes und Sportliches. Bei meiner Ankunft begrüßt mich Inhaber Jürgen Braun höchstpersönlich in seinen heiligen Hallen. Entspannungsmusik in den Ohren, wohlriechende Düfte in der Nase – die Zeichen stehen klar auf Entspannung. Wie schön so eine Massage jetzt wäre. Als Urban Sports Club Mitglied könnte ich diese nun in vollen Zügen genießen. Die Betonung liegt jedoch auf könnte – denn auf meinem Plan steht heute EMS-Training. Aber wie sagt man so schön: Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Jürgen macht mich kurz mit meinem Trainer bekannt und dann kann es auch schon losgehen.

Wie vom Sportlen gewohnt, möchte ich meine Trainingsoutfit anlegen. Aber hier ist nichts wie gewohnt. Fürs Training mit den Stromimpulsen benötige ich eine spezielle Kleidung, die ich entweder im Studio gegen einen Aufpreis leihen oder erwerben kann. Für den Erstversuch wähle ich die Kurzzeit-Variante. Wenig später finde ich mich in einer Art Skiunterwäsche wieder. Bevor es losgehen kann, werde ich großzügig mit Wasser besprüht, damit der Strom besser geleitet wird. Anschließend stülpt mir mein Trainer Gurte und Westen über und verkabelt mich wie ein Weihnachtsbaum. Ich fühle mich wie ein Alien. Dann heißt es: Showtime!

Die erste Übung, Squats, kenne ich. Pardon – dachte ich zu kennen. Während ich beginne, meine Beine zu beugen, beginnt der Strom, durch meine Muskeln zu fließen. Ich staune nicht schlecht, als mich plötzlich eine klassische Kniebeuge beinahe wirklich in die Knie zwingt. Die elektrischen Impulse kommen kontinuierlich, rhythmisch, tiefgehend. In den kommenden 20 Minuten absolviere ich eine Übung nach der nächsten, während die Stromschläge meine Muskeln zum Zittern bringen. Unter den Motivationshymnen meines Trainers macht jede meiner Muskelgruppen Bekanntschaft mit den elektrischen Reizen. Ich versuche, meine Gliedmaßen zu kontrollieren, gebe mein Bestes, um meine Muskeln in die richtige Richtung zu lenken, halte mit aller Kraft dagegen, wenn mein Kopf Krampf-Alarmsignale aussendet. Und während ich noch völlig in meinen Gedanken versunken bin, zeigen mir die abschwächenden Stromimpulse, dass ich die 20 Minuten EMS-Training geschafft habe. Das ging schnell.

Auf und davon? Fehlanzeige! Da meine Muskeln nach wie vor zittern, habe ich durchaus meine Schwierigkeiten, gleich auf die Beine zu finden. Doch da das nachfolgende EMS-Team schon in den Startlöchern steht, haben meine Gliedmaßen keine andere Wahl. Mein kurzer Ausflug ins Alien-Dasein ist damit beendet. Schön war’s bei euch! Meine Zeit als Außerirdische werde ich jedoch so schnell nicht vergessen: Schon beim Gedanken an die Session fühle ich noch immer das Zittern meiner Muskeln. Ob EMS-Training wirklich so viel effektiver ist als ein normales Ganzkörperworkout? Nach einer Session schwer zu sagen. Ob die Muskeln dabei tiefgehend trainiert werden? Gute Frage.  Aber soviel steht fest. Der Muskelkater ist noch Tage später mein treuer Begleiter. 

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Johanna Böllmann

Espresso Shot in einer Person“– treffender kann man Johanna nicht beschreiben. Gleich nach dem Abi kletterte die gebürtige Nördlingerin aus dem beschaulichen Rieskrater, um zu sehen, was die weite Welt zu bieten hat. In Venedig gab’s den besten Spritz, in New York neue Lifestyle-Trends, in London die Highlights der Gastro-Szene. Nun ist Johanna zurück in ihrer Lieblingsstadt München, um die Fühler nach Geheimtipps im Bereich Food und Lifestyle auszustrecken.