Selbsttest Pole Dance

Selbsttest Pole DanceOder: Wie ich zur Vertical Ballerina wurde

Eigentlich aus der asiatischen Akrobatik und - man glaubt es kaum - ursprünglich Männersache! Bereits im 12. Jahrhundert haben Männer in Indien ihre Adoniskörper mit dem Tanz an der Stange ganzheitlich trainiert… Na gut, früher war’s wohl eher an einem Holzpfahl. Erst später, als die ersten Stripclubs in den USA entstanden, wurde der Pfahl durch eine Stange ersetzt und der „Stangentanz“ bekam ein verruchtes Image. Welches ich hier einmal mit Hilfe der Mädels von Vertical Ballerina aufpolieren will.

Auch bei dieser Sportart hat FIITrate - ach ne Schmarrn… jetzt fusioniert mit Urban Sports Club - seine Finger im Spiel. Wie auch beim Boxen, Schwimmen, Fitness und unzähligen anderen Sportangeboten in München. Dazu nötig ist die goldene Karte. Mit dieser habe ich mich zu einer Schnupperstunde am Samstagabend bei den Vertical Ballerinas angemeldet.

Dann doch ein bisschen nervös bahne ich mir den Weg zu dem in einem Hinterhof versteckten Studio am Ostbahnhof (Okay… bis hier scheint das Klischee noch erfüllt). Als ich das Studio betrete, warten schon ein paar Mädels in dem Vorraum in rosa, lila und weiß gehalten. Alles ist - ich wiederhole - rosa, lil und weiß! Also KEINE roten Blinklichterketten, Herzlampen und Plüsch wohl gemerkt. Hier könnte auch eine Ballerina ihre Runden drehen. Nur die coolen Beats und die silbernen Stangen, die ich bereits durch die Fenster von außen erspähen konnte, haben dann doch mal so gar nichts mit Tütü und Spitzentanz zu tun. Die Lage der Tanzschule im Hinterhof scheint vielleicht von Vorteil, überlege ich… und denke dabei an meine grundsätzlich nicht immer ganz nachvollziehbaren Körperzuckungen, die ich so in den Münchner Clubs nach drei Gin Tonic auspacke.

Und dann „Avanti, avanti! - die Stunde startet! Die Mädels (ich meine acht davon gesehen zuhaben, war aber verständlicherweise eher mit mir selbst beschäftigt) greifen sich jeweils eine Matte. Wir beginnen mit Dehn- und Aufwärmübungen. Marion, unsere Trainerin versucht zugleich alle Namen der Teilnehmerinnen auswendig zu lernen. Ich merke schon: hier soll/kann/darf man nicht in der Gruppe untergehen, sondern einzeln gefördert werden. Gut so, denn das kann ich bei meinem üblichen Hände-in-die-Luft-Zappeltanz absolut brauchen!

Dann erst einmal Stange putzen (ja, auch dieses Sportgerät will gepflegt sein!) und weg mit den Matten. Wir starten mit dem Laufen um die Stange. Das will tatsächlich auch gelernt sein, denn der Körper soll immer schön auf Zug an der Stange gehalten werden. Eins, zwei und drei! Dann die erste Drehung rückwärts um die Stange, der Backspin. Der erste Versuch sieht bei mir allerdings eher aus wie ein sterbender Schwan… obwohl der Schwan wohl ein viel zu elegantes Tier ist, um ihn hier zum Vergleich aufzuführen. Dann klappt’s aber doch ganz gut.

Trainerin Marion leitet uns an, die einzelnen Figuren Stück für Stück zu einer Choreografie zusammenzusetzen. Sie hilft jedem Einzelnen, Lob gibt es auch - sogar für mich. Die letzte Figur der Choreografie, so eröffnet uns Marion, sei der Kopfstand an der Stange. Die Mädels werden still. Ich auch. Kopfstand?! In der ersten Stunde? Jawohl! Unglaublich, aber wahr: Es klappt tatsächlich bei jeder! Nach 75 Minuten ist die „Schnupperstunde“ auch schon vorbei. Trainiert habe ich jedes einzelne Körperteil. Die blauen Flecken dürften dann morgen kommen…

So schlecht hab ich mich dann wohl doch nicht angestellt - denn ich bekomme von Marion eine große Umarmung zum Abschied. Nach der ich beschwingt nach Hause tänzel. Meine anfängliche Skepsis war wirklich umsonst. Poledance ist kein sexy Rumgewackel an der Stange, sondern ein echter Sport - der, wenn man ihn richtig angeht, den ganzen Körper trainiert. Und es macht Spaß und bringt die unterschiedlichsten Mädels zusammen - zumindest bei den Vertical Balletinas.

An den Tanzstunden nehmen Mädels jeden Alters teil. Die älteste Dame ist momentan 60 Jahre alt, die jüngste Tänzerin ist dagegen 14 Jahre alt und wird von ihrer Mama zum Training begleitet. Je nach der individuellen Erfahrung stufen euch Marion und ihre Kolleginnen in die Beginner- oder Fortgeschrittenenkurse ein. Ein 6-wöchiger Kurs kostet 155 €, für Studenten 132 €. Zum Angebot gehören zum Beispiel der Arobatic Pole Dance, aber auch der Exotic Pole Dance. Ersterer legt den Schwerpunkt auf den Sport, letztere auf den Tanz in High Heels. Für Junggesellinnenabschiede eignet sich besonders der „Stangentanz“ - da gibt`s dann die Anleitung zu einem gelungenen Lapdance dazu… um dann doch ein bisschen Klischee übrig zulassen.

Bock auf Poledance...

... und noch ganz viele andere Sporttrends?! Dann haben wir good news für euch: der Münchner Anbieter FITrate hat sich mit dem Urban Sports Club zusammengetan. Heißt: NOCH mehr Sportangebote, die ihr mit nur einer Mitgliedschaft nutzen könnt. 

Lust das mal zu testen? Mit dem Rabattcode GEHEIMTIPP bekommt ihr die ersten drei Monate jeweils 10 Euro geschenkt. Und zwar bis zum 28. Februar. Alle Infos, die Übersicht zu allen Partnern und Angeboten findet ihr auf der Webpage von Urban Sports Club.

Pics by Vertical Ballerina/ Mehrlinger Photography.

Andrea Schwaiger

Kapstadt und Tel Aviv haben der Münchnerin schöne Augen gemacht - trotzdem liebt Andrea ihre Heimatstadt einfach am meisten. Als Juristin geht sie den Sachen gerne auf den Grund - neben dem Gesetzbuch aber am liebsten den schönen Seiten des Lebens. Dabei fühlt sich Andrea im kleinen Imbiss um die Ecke ebenso dahoam wie im piekfeinen Gourmetrestaurant.