Schlägt der Virus eigentlich auch aufs Hirn?

Schlägt der Virus eigentlich auch aufs Hirn?Grantler Kollektiv Kolumne #8

Keine Sorge – das hier soll eigentlich kein Moralapostel-Appell werden, um die Gründe für eure freiwillige Couchpause erneut en detail auszubreiten. #flattenthecurve und so. Dazu haben Mutti, unser Ministerpräsident und auch jeder dritte Freizeit-Virologe in einem jeden Instagram-Feed bereits genug gesagt. Was ich genau richtig finde! Ist nur nicht mein Aufgabenbereich. Ein Appell wird es allerdings trotzdem: An den Verstand einiger Mitbürger, die den Schuss offensichtlich immer noch nicht gehört haben.

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Alltäglicher Anblick aktuell.

Geht's Ihnen nicht gut?

Sagt mal – ist mit dem neuartigen Covid-19 Virus eigentlich gleichzeitig irgendwie Gehirn-Diarrhoe ausgebrochen? Oder kann mir hier irgendjemand auch nur einen einzigen triftigen Grund nennen, warum es so viele Arschgeigen gibt, die sich auf einmal mit Klopapier für die nächsten 30 Jahre eindecken?! Was mich mal interessieren würde: Wo horten die eigentlich die ganze unnötige Schachtpappe? Haben die Lagerhallen angemietet? Dann dürften sie über die Münchner Mietpreise in nächster Zeit ja nicht mehr schimpfen. Mir fehlen wirklich die Worte. Dass denen das nicht peinlich ist – ich schäme mich schon, wenn ich aktuell eine Maisdose oder eine Packung Nudeln kaufen, weil ich das Gefühle habe, die tapfere Kassiererin denkt sich: „Ha! Hamster!“. Aber nö, manche Leute sind tatsächlich so dreist, dass sie auch nach mehrmaliger Beruhigung durch offizielle Behörden, dass wir uns keine Sorgen um unsere Grundversorgung machen müssen, mit drei Packen gleichzeitig aus dem Laden marschieren. Am besten noch mit der Entschuldigung „Wir sind ein vier Personen Haushalt“. Ja und?! Braucht bei euch jeder sein eigenes Scheißpaket oder wie? Falls ihr es immer noch nicht gerafft habt: Es gibt Menschen, die sich aktuell nicht ganztags den Hintern auf dem Klo platt drücken – wie ein Großteil hier ja offensichtlich – und die nach verdammt anstrengender getaner Arbeit, die uns gerade alle etwas angeht, in den Supermarkt kommen und vor leeren Regalen stehen. Echt klasse! Empathie? Setzen Sechs. Minus.

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Das Problem kann der Großteil der Nation ja jetzt NICHT mehr haben.

Die deutschen Spaßbremsen

Abgesehen davon: Bei der Umfrage „Wie deutsch sind Sie eigentlich?“ schneiden diese ganzen Gehirnakrobaten offensichtlich dafür mit einer Eins mit Sternchen ab. In Frankreich kaufen sie Rotwein, in den Niederlanden Cannabis und die Italiener haben bestimmt auch irgendwas auf Vorrat, was Spaß macht. Aber nee: „Lasst mal Klopapier kaufen!“ Ich möchte euch an dieser Stelle eigentlich gerne verschonen mit möglichen Freizeit-Aktivitäten während der Quarantäne (dafür haben wir ja glücklicherweise andere tolle Artikel inpetto), aber eins lasset euch gesagt sein: Es gibt außer Putzen auch noch andere Dinge, die man machen kann. Guckt euch mit eurem verpartnerten Inhouse-Leidensgenossen ausnahmsweise mal was von den Franzosen ab. Hilft vielleicht beim Locker werden.

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So wird's bald wieder! Wenn ihr euch jetzt zusammenreißt, Kreizkruzefix!

Feierpause – sonst setzt's was!

Also nochmal: Ja, die Situation finden wir alle ungut. Aber vielleicht habt ihr es noch nicht mitbekommen? WIR SIND NICHT IM KRIEG – Geduld und Zusammenhalt (nur halt ohne physisches Halten) sind aktuell die Zauberwörter der Nation. Ich könnte mir ja gerade auch schöneres vorstellen: Mit einem Bier an der Isar sitzen zum Beispiel. Wie? Das machen welche? Wir treffen uns jetzt einfach draußen bei dem schönen Wetter? Ja supi, hin da! HÄ? Womit wir neben der übertriebenen Hysterie-Gesellschaft also beim gegenteiligen Schwachsinn angekommen wären: Sogenannte Corona Partys. Indoor und Outdoor. Toller Plan – vielleicht danach noch kurz bei Opi vorbei? Ich freue mich ja mit euch, dass wir Youngster zum größten Teil (!) verschont werden von schlimmeren Krankheitsverläufen – aber da gibt es Eltern und Großeltern, die ihr hoffentlich lieb habt und mit denen ihr auch in Zukunft euer Bier unter freiem Himmel trinken wollt. So makaber es ist, es ist leider die Realität. Versteht mich nicht falsch, ich war auch absolut Contra-Ausgangssperre, weil ich den blauen Himmel nicht nur durch meine Fensterscheibe angucken will – aber da es halt weiterhin Idioten gibt, die meinen sie sind klüger als der ganze Rest: Bitteschön, da habt ihr ihn jetzt, euren Hausarrest. Ihr habt ja förmlich drum gebettelt. Es dankt der Bürger mit Grips, der genau das versucht hat zu vermeiden. Aber gut, genug geschimpft. Ich schicke jetzt für meinen Teil ein Stoßgebet an Petrus, dass er uns für das anstehende Wochenende mal so richtig beschissenes Wetter schickt, damit die Sehnsucht nach draußen nicht so groß ist (kann er ja sonst auch ganz gut). Und dann mache ich mir ganz gemütlich ein Bier auf. Alleine. Zuhause. Auf der Couch. 

Julia Knobe

Seit sich unser abenteuerlustiges Nordlicht Julia mit 'nem echten Bayern eingelassen hat, hat sich in ihrem Leben einiges geändert: Statt steifer Brise ist frische Bergluft angesagt! Den Heimathafen Hamburg immer im Herzen, könnte Julia sich ans fesche Dirndl, das süffige Helle und den charmanten Dialekt durchaus gewöhnen.