Schaurigschöner Festtagsstart

Schaurigschöner FesttagsstartKrampuslauf durch die Altstadt

Schon die großen Filmemacher haben es uns gezeigt: Weihnachten lässt sich nicht nur mit dem knuddelig-dicken, gern Kekse naschenden Weihnachtsmann verbinden. So schön die besinnliche Zeit ist, ein Bisschen Grusel ist da nicht verkehrt... Man denke an die Gremlins, Jack Skelington oder den Grinch. So richtig gruseln könnt ihr euch am Sonntag, 23.12., auf dem Marienplatz. Von dort erobern traditionell die furchteinflößenden Krampusse Münchens Christkindlmärkte. Und liefern euch damit einen schaurig-schönen Start in die Festtage.

Gruseln zu Xmas?! Wer hat sich das denn ausgedacht?

Der Krampus oder Bartl genannt ist im Brauchtum eine Schreckgestalt, die in Begleitung des heiligen Nikolaus unterwegs ist - also ein altertümlicher Knecht Ruprecht. Die Figur hat ihren Ursprung im Adventsbrauchtum des Ostalpentums, in Bayern, der Oberpfalz, Österreich, Südtirol, Ungarn, Tschechien und darüber hinaus. Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, lehrt der Krampus die Unartigen das Fürchten.

Schon seit 500 Jahren wandeln die Krampusse mehrmals im Jahr durch die Städte, um die Menschen das Fürchten zu lehren. Lange bevor Fasching oder Halloween die Welt eroberten, nämlich im 16. Jahrhundert, zogen die sogenannten "Klabaufs" aus. Damit gemeint waren Schulmeister, Kantoren und Schüler der Frauenkirche und von St. Peter, die in furchteinflößende Gewände gekleidet angeblich so große Unruhe stifteten, dass die Polizei anrücken musste. Bis heute hält die Tradition an - am 23. Dezember erobern die Krampusse die Christkindlmärkte der Stadt. 

Wer denkt, der Grinch sei zur Weihnachtszeit der schlechtgelaunteste Genosse, der sollte lieber keinem Krampus über den Weg laufen. Im Ernst, die Ganzkörperkostüme mit fletschenden Zähnen und langen Krallen sind nichts für Zartbesaitete. Also nehmt euch in Acht, wenn ihr am 23.12. irgendwo in der City den Nikolaus stehen seht. Mit ihm ist der Krampus unterwegs. Anstelle des Knecht Ruprechts drückt er bei Lausbuben und - Mädels eher selten die Augen zu und rasselt angsteinflößend mit seiner Kette. Nicht's für schwache Nerven, vor allem, wenn es einen unvorbereitet trifft... das können wir aus eigener Erfahrung sagen. 

Du hast das nötige Quentchen Wahnsinn und willst den Krampussen ins Auge blicken? Ab 16 Uhr geht's am Sonntag los an der Sendlinger Straße/ Ecke Dultstraße. Weiter geht's dann über die Rosenstraße, den Marienplatz, weiter über den Rathausinnenhof zum Alten Rathaus. Initiiert wird das Ganze übrigens vom "Sparifankerl Pass“, der Krampusgruppe der Stadt München. Allein optisch ein Highlight, denn die Kostüme machen bei einem Wert von bis zu 2.500 € echt was her und wirken ziemlich realistisch. Über 300 Krampusse und Co. statt einem süßen, dicken Weihnachtsmann... Die etwas andere Einstimmung auf den Heiligabend kann kommen.

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt, hat mehr Platz zum Tanzen.