Prygoshin

PrygoshinHerzhafte Versuchungen aus Venezuela

Ein Restaurant, was seinen Namen einem russischen Chaostheoretiker zu verdanken hat, von einem studierten Elektrotechniker, der gleichzeitig Basketballspieler ist, geführt wird und das gleichzeitig auch noch Café und Tanzlokal ist? Jap. Sowas gibt’s. Ob das förmlich nach Chaos schreit? Jap. Tut es. Und doch überzeugt uns der ultrasympathische Inhaber Michael Frimpong, der mit so viel Herzblut und Leidenschaft bei der Sache ist, vom kompletten Gegenteil.

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Die unverkennbare Formel-Fassade

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Die ausgeklügelten Details beginnen schon BEVOR man den Laden betreten hat

Eigentlich...

Ja, eigentlich wollte Mikey nie Ingenieur werden. Eigentlich sollte die Location im Münchner Bahnhofsviertel „Onkelz“ heißen. Eigentlich sollte sie innerhalb weniger Wochen ready for opening sein. Und eigentlich kam alles ganz anders als geplant: Der weltoffene Ghanaer, der bereits mit zehn Jahren nach Deutschland kam, hat sein technisches Studium hauptsächlich seiner Mama, die selbst Ingenieurin ist, zuliebe gemacht. Seine eigentliche Leidenschaft gilt nämlich neben dem Sport vor allem dem Marketing und der Eventkonzeption. Der Wunsch, in der Gastro Fuß zu fassen, den wollte er sich vielleicht „irgendwann mal“ erfüllen. Tja, und da sitzt er nun. Auf der Couch in seinem eigenen Laden.

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Meet Michael: Herz und Seele des Prygoshin

The best is yet to come

Dass es dahin ein beschwerlicher Weg war, merkt man dem jungen Studenten (achja, hätten wir fast vergessen: er studiert nebenher noch Sport-und Eventmanagement) nicht an: Seine Augen strahlen vor Lebensfreude und er brennt nur so vor Stolz über die ersten erfolgreichen Monate im Prygoshin. 17 lange Monate hat es vom Unterzeichnen der Papiere bis zum ersten servierten Arepas gedauert – nur weil die Vorgänger die Location eher schlecht als recht geführt haben. Pflichtbewusst kümmert er sich um alle baulich benötigten Maßnahmen und hält sich – dank einer finanziellen Spritze eines seiner besten Freunde – über Wasser.

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Flohmarkt Vibes

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Mit Liebe ausgesucht

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Stacheliger Blickfang

Ein Physikochemiker als Motivator

Sein Mutmacher in dieser Zeit: Ilya Prigogine, Nobelpreisträger und Chaosliebender. Seine Theorie „Order out of Chaos“ besagt im Grundsatz, dass jedes noch so komplexe Wirrwarr etwas Gutes mit sich bringt. So auch im Fall Frimpong: Trotz herben Verlusten und strapazierten Nerven hat Michael gelernt, dass er sich immer und jederzeit auf seine engsten Freunde und seine Familie verlassen kann. Weiterer Pluspunkt: Statt die üblich geplante Einrichtung einzusetzen, hat der motivierte Prygoshin-Gründer auf Grund von Geldmangel spontan umdisponiert und den Räumen nun dank ehrwürdiger Flohmarkt-Stücke ein ganz besonderes Flair verliehen. Und so wurde aus Onkelz (erinnert eh zu sehr an die Bösen Jungs), eben eine geschickte Abwandlung von Prigogine.

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Nicht nur Mitarbeiter: Domi ist ein enger Freund von Michael

Übung macht den Meister!

Genug geplaudert, kommen wir zum Wesentlichen: den venezolanischen Gaumenfreuden! Aber warum eigentlich venezolanisch statt ghanaisch? Das hat zwei einfache Gründe: Zum einen sagt Michael ganz richtig, dass „die Hauptzutaten, also Kochbananen und Maniokwurzeln, ursprünglich aus Afrika kommen“ und zum anderen, weil seine Frau dort geboren ist. Und ohne sie und ihre eifrige Mama würde hier so gut wie gar nichts gehen: Während Töchterlein vor allem gerne backt, steht Michaels Schwiegermama regelmäßig am Herd und zaubert die regionalen Spezialitäten ihres Heimatlandes, wie es nur wenige können. Der Basketballer selbst schwingt auch hin und wieder den Kochlöffel – gibt aber lachend zu, dass er noch an Tempo und Präzision arbeitet. Naja, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

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Kaffee? Schmeckt!

Von Maisfladen und Sandwich-Spezialitäten

Die Speisekarte hört sich für uns im wahrsten Sinne des Wortes erstmal ziemlich spanisch an. Arepas? Patacons? Nie gehört. Zum Glück hat Michael mitgedacht und idiotensicher einige Kurzerklärungen dazugeschrieben. Wir starten also mit erstmal mit landestypischen Vorspeisen: Tequeños (Mozzarellasticks) und Yuka-Fries aus der Maniokwurzel. An die gesunde Fast-Food Variante können wir uns äußerst gerne gewöhnen und auch die mächtigen Käsesticks sind eine ausgiebige Kostprobe wert. Weiter geht’s mit dem herzhaften Arepita-Trio, die uns als Teaser ausreichen, um den einzigartigen Geschmack der vollwertigen Arepas zu beurteilen. Yum! Zur Hauptspeise probieren wir Michael’s Leibgericht: Pabellón Criollo. Mehr Tradition geht nicht: Zartes, gezogenes Rindfleisch, Bohnen, Reis und süße Kochbananen runden das köstliche Geschmackserlebnis ab.

Let's talk Venezuela

Was sind Arepas und Patacons?

Während Arepas glutenfreies Fladenbrot aus Maismehl ist, welches sowohl mit fleischhaltigen als auch mit vegetarischen Füllungen erhältlich ist, sind Patacons Sandwich-Spezialitäten die – Achtung – statt aus Brothälften aus frittierten Kochbananen besteht. Nicht vergessen: Die Gerichte werden alle eher verhalten gewürzt und werden daher erst durch ihre pikanten Saucen zu echten Geschmacksbomben. 

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Vorspeise: Traditionelle Mozzarella Sticks

Gesunde Fries? Gibt's!

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2. Gang: Außergewöhnliche Arapitas

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Last but not least: Unser Hauptgang

Dance like nobody's watching

Bevor wir gleich kugelrund und überglücklich nach Hause rollen, wollen wir uns noch kurz das Tanzlokal angucken. Wir betreten also die heiligen Hallen im hinteren Teil und staunen nicht schlecht: Eine romantische Kommode fungiert als DJ-Pult und Herzstück der Tanzfläche. Hier wird Michael ab jetzt jeden Freitag eine neue Latino-Party-Reihe mit dem rhythmischen Namen „El Movimiento Fridays“ starten. Wer die Köstlichkeiten also gleich wieder mittels dynamischen Hüftschwung abtrainieren möchte, der ist hier genau an der richtigen Adresse!

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Michael on the turntables

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Alles ready für die anstehenden Party-Nächte

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Auch hier legt man Wert auf spannende Details

  • Ladies Night

    Gute Nachricht für alle tanzwilligen Mädels: Der Eintritt fürs Tanzlokal ist für euch generell for free. Also nichts wie hin da und präsentiert euren schicksten Hüftschwung! 

  • Money, money, money

    Klar, mit Luft und Liebe lässt sich hier natürlich nicht bezahlen – aber im Prygoshin erwarten euch definitiv super humane Preise. Alles ist mit so viel Liebe gemacht, da müssen 7€ für eine Arepa schon drin sein. 

Julia Knobe

Seit sich unser abenteuerlustiges Nordlicht Julia mit 'nem echten Bayern eingelassen hat, hat sich in ihrem Leben einiges geändert: Statt steifer Brise ist frische Bergluft angesagt! Den Heimathafen Hamburg immer im Herzen, könnte Julia sich ans fesche Dirndl, das süffige Helle und den charmanten Dialekt durchaus gewöhnen.