Perlach mit dem Rad entdecken

Perlach mit dem Rad entdeckenEinfach mal los #4

Stimmt, der Stadtteil Neuperlach ist nun wirklich nicht gerade für seine Schönheit bekannt. Großwohnsiedlungen prägen das Bild und am Abend werden pünktlich um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. Die Mieten sind günstig im Vergleich zum Rest der Stadt, deswegen zieht es viele hin. Ist das wirklich alles, was Neuerlich zu bieten hat? Wir wollten dem mal auf den Zahn fühlen und mussten feststellen: der Stadtteil hat doch viel mehr zu bieten, als seine Klischees vermuten lassen. Einen Vormittag ging's für uns mit dem Radl durch Münchens 16. Stadtbezirk - für euch auf Highlight-Entdeckungstour.

Erstmal stärken im Braustüberl der Forschungsbrauerei

Erstmal ein kühles Helles! © Geheimtipp München

Der Biergarten der Forschungsbrauerei... © Geheimtipp München

...lädt zu einer Stärkung ein! © Geheimtipp München

Unser erster Stopp: Der Biergarten vom Brausüberl der Forschungsbrauerei. 1930 wurde die Forschungsbrauerei von Gottfried Jakob gegründet mit der Absicht neue Biersorten und Brauereiverfahren zu erforschen. Die Einrichtung: urig-süß. Der Kunstmaler W. Erlacher verzierte die Räumlichkeiten mit den Märchen "Tischlein deck dich" und dem "Schlaraffenland". Zur Auswahl gibt es ein eigens gebrautes helles Vollbier, dunkles Export, Pilsissimus Exportbier, Gottfried Jakobs Blonder Bock oder die wahre Weiße Hefeweißbier und zur Stärkung - ganz typisch - den hausgemachten Obazda mit Brezl. Und dann geht es direkt weiter mit dem Rad. 

Enten gucken und Kunst im Perlachpark

Nicht nur Enten gibt es hier zu bestaunen... © Geheimtipp München

...sondern auch das Kunstwerk im See. © Geheimtipp München

Der perfekte Ort für einen kurzen Stopp. © Geheimtipp München

Mit vollem Magen verleitet es uns zu etwas Ruhe und so treten wir in Pedale - direkt hinein in den um die Ecke gelegenen Perlachpark. Der erinnert fast an einen Mini-Ostpark und am See lässt es sich herrlich entspannen. Zu finden ist er zwischen dem südwestlichen Teil des Gustav-Heinemann-Ring und dem Dietzfelbingerplatz. In dem See plätschert munter ein durchaus sehenswertes Kunstwerk von Albert Hien vor sich hin. Das "Objekt am See" stellt eine Art Brunnen da und lädt nicht nur uns, sondern auch ein paar Enten zum Entspannen ein. 

Ein bisschen Geschichte am Pfanzeltplatz

Der Brunnen am Pfanzeltplatz... © Geheimtipp München

...lädt zum verweilen ein. © Geheimtipp München

Unser Weg führt uns weiter zu dem Ort, an dem damals alles entstand. Der Pfanzeltplatz ist das Zentrum des ehemaligen Dorfes Perlach. Es ist ein Ort mit Geschichte - viele Gebäude stehen unter Denkmal- und der gesamte Platz unter Ensembleschutz. Munter plätschert hier der Hachinger Bach unter schattigen Bäumen daher, der Maibaum ragt durch die Wipfel und am Brunnen lässt sich perfekt das Treiben beobachten. Mehrere Geschäfte laden zu einer kleinen Shoppingtour oder einem kurzen Snack oder Kaffee ein. Doch wir sind noch nicht fertig mit unserer Tour. Über die Heinrich-Lübcke-Straße geht es Richtung Ostpark weiter zu unserem nächsten Spot.

Spiel & Spaß in Maulwurfshausen

Der Abenteuerspielplatz Maulwurfshausen in Perlach. © Geheimtipp München

Ein Kinderspieleparadis... © Geheimtipp München

...wohin das Auge sieht. © Geheimtipp München

Angekommen in der Albert-Schweitzer-Straße sieht man schon bunt gestaltete Holztürmchen über die Büsche hinausragen. Besonders für die Kleinen ist unser nächster Stopp ein echtes Highlight: Der Abenteuerspielplatz Maulwurfshausen. Dieser liefert ein breites Angebot: Auf dem Bauspielplatz können sich Besucher Hütten mieten, an diesen werkeln, bauen und sie umgestalten. Das Dorf der Zukunft schult den grünen Daumen, hier können sich die Kiddies um nachhaltige Gemüsebeete und Kräutergärten kümmern. Und wenn sie doch einfach nur Lust zu spielen haben - kein Problem. Der Abenteuerspielplatz bietet ein riesiges Gelände, auf dem sich rundum ausgetobt werden kann. Gut durchgepowert geht es weiter auf unserer Radtour zu unserem letzten Halt. 

Die Burg Neuperlachs: Das Marx-Zentrum

Die Perle Perlachs - das Marx-Zentrum. © Geheimtipp München

It's a hard-knock life! © Geheimtipp München

Hier wohnen defintiv die meisten Menschen - jedenfalls was die pro Kopf an Zahl pro Etage angeht. Wie dunkle Türme ragt das Marx-Zentrum  aus schwarzen Asbestzemntplatten neben uns empor, während wir durch die Geschäftsstraße fahren - eine zeitgenössische "Urbanität" durch Dichte könnte man es wohl nennen. Hier spiegelt sich ein wichtiger Punkt der Geschichte Neuperlachs wieder: Es ist nämlich das größte westdeutsche Siedlungsprojekt nach dem Zweiten Weltkrieg. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur oder Sport - all diese Punkte sollten darin verwirklicht werden und wurden es auch. Ob's schön ist, bleibt jedem selbst überlassen. Doch wir wissen jetzt: Auch wenn der Schein trügt, so bietet auch dieser Fleck Münchens viele schöne Orte, Kunst und Geschichte - und zum letzten Mal sind wir hier sicher nicht mit dem Rad entlang gefahren. 

Bock noch mehr versteckte Ecken Münchens zu entdecken?

STEIGT EINFACH EIN!

Ihr habt kein Rad? Kein Problem, wir kutschieren euch! Bei der Geheimtipp Tour geht es mit HeyMinga in die unbekannten Ecken Münchens. Die schicken VW-Bullis Gerti und Valentin haben für bis zu 8 Personen Platz. Die Stadtentdeckung der besonderen Art dauert 3,5 Stunden und findet jeden Samstag und Sonntag statt – und natürlich auf Anfrage. Für 49€ p.P. cruist ihr an fünf ganz besondere Spots, an zwei unserer Highlights bekommt ihr eine Führung. Getränke sind während der Tour natürlich inklusive. Wir freuen uns auf euch!

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt, hat mehr Platz zum Tanzen.