Obacht!

Obacht!Deftige Küche & Clubhaus-Feeling

Machen ein Schwabe, ein Badener und ein Franke ein bayerisches Wirtshaus auf… Nein, stopp. Nicht lachen. Das soll kein Witz werden. Michel und Holle sind zwar beide keine bayerischen Urgesteine, haben in München aber seit knapp 20 Jahren ihre Zelte aufgeschlagen und wissen daher auch ganz genau, wie sie ihre anspruchsvollen Gäste glücklich machen können. Dabei sind sie nicht nur mutig, sondern geben der traditionellen Küche eine unverwechselbare Note aus der Heimat mit, die hier sonst nicht so wirklich häufig zu finden ist.

Augustiner, OBACHT, Maxvorstadt, Stadtteilwirtshaus

Schon von außen wird deutlich: hier fließt Helles!

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Sneak Peek ins Innere

Clubhaus-Feeling ahoi!

Vor dem Obacht war das Stadion: Die legendäre Boazn in der Schleißheimer Straße ist für hartgesottene Fußballfans fast wie ein zweites Wohnzimmer, wenn der Lieblingsverein mal wieder dran ist, das Runde ins Eckige zu schießen. Holger Britzius (Spitzname: Holle), der ursprünglich aus Baden kommt und eigentlich mal Sportredakteur war, rettete das alteingesessene Beisl vor dem traurigen Untergang im Jahr 2006. Knapp sechs Jahre später steigt Kumpel Michel Jachan ein, der sich schlussendlich gegen die Karriere als Pressesprecher bei einem bekannten Sportsender und für den Zapfhahn entschieden hat. Und auch wenn sich Baden und Schwaben naturgemäß eigentlich nicht so richtig leiden können, merken die beiden, dass das doch ziemlich gut passt und so eröffnen sie im Jahr 2017 das passende Klubhaus zum Stadion: Das Stadtteilwirtshaus Obacht in ihrer Hood Maxvorstadt.

Geheimtipp München, OBACHT, Maxvorstadt

Klare Ansage: Wer Recht hat zoit a Maß!

Geheimtipp München, OBACHT, Maxvorstadt

Heimatliche Atmosphäre: Die Bilder an der Wand sind alle von Michel

Zeitgemäße Wirtshauskultur

Als die Location noch Hexenkessel hieß, war es in dem Laden hauptsächlich eins: dunkel. Heute ist das Konzept, das sich die beiden Freunde zusammen mit ihrem stets bemühten Kooperationspartner Augustiner überlegt haben, ein moderneres. Statt schwerer Holzvertäfelung zieren zum Beispiel frische Details in Metalloptik den Tresen, der Holzboden ist eigentlich ein verkleideter Steinboden und an den Wänden hängen geistreiche Karikaturen von echten Münchner Originalen wie Pumuckl, Uschi Glas oder dem guten alten Franz Josef Strauß.

Bücherecke, OBACHT, Maxvorstadt, Stadtteilwirtshaus

Wem die Gesprächspartner nicht spannend genug sind: es gibt eine Tausch-Bücherecke

OBACHT, Maxvorstadt, Stadtteilwirtshaus

Kunst trifft Kult: Langweilig kann ja jeder

OBACHT, Maxvorstadt, Stadtteilwirtshaus

Ein Mix aus leichten und deftigen Tagesgerichten

OBACHT, Maxvorstadt, Stadtteilwirtshaus

Mei, is des gmiatlich herinnen!

"Der Mixen" in Action!

Apropos Karikaturen: Die Kunst, welche die Wände des zukunftsorientierten Wirtshauses ziert, ist von niemand geringerem als Michael Wiethaus, besser bekannt als „der Mixen“. Das waschechte Münchner Kindl hat sich dank seiner Boazn-Talk-Poster bereits einen Namen als Grafiker in der Münchner Szene gemacht und ist dank seiner unerschütterlichen Leidenschaft für den ehrsamen Ballsport der 60’er auch im Stadion kein Unbekannter. Als Holle und Michel also an die Interieur-Planung ihres Gemeinschaftsprojekts gingen, wussten sie sofort, dass die Werke ihres Stammgastes definitiv einen Stammplatz bekommen müssen.

Michael Wiethaus, der Mixen, OBACHT, Maxvorstadt

"Hau di her da samma mehra" – says it all

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Unverkennbar – "der Mixen"

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Franz Josef, altes Haus!

Namensfindung à la Franz

Auf die Frage hin, wie man eigentlich auf die abgefahrene Idee kommt, das Ganze Obacht zu taufen, fangen beide an zu lachen. Also das war so: Der Michel war grade in Andalusien als die vom Augustiner plötzlich angerufen haben und einen Namen haben wollten. Schließlich kam seine Freundin auf die rettende Idee – der ehemalige Stadion-Mitarbeiter Franz Xaver, der heutzutage Karriere als Schauspieler und Braumeister macht, hat immer lauthals „Obacht!“ gschrian, wenn es mal wieder bumsvoll war und er das flüssige Gold fast nicht unfallfrei durch den Laden transportieren konnte.

Wir lassen den bayerischen Wortschatz wieder aufleben – das Wort „Obacht“ ist in den letzten 30 bis 40 Jahren so gut wie verloren gegangen.

Michel und Holle, die Macher vom Obacht!

#jochenkannkochen

Ja, aber wo ist denn nun eigentlich der Franke aus dem Intro geblieben? Stimmt, da war ja was: Jochen ist zwar kein Teilhaber vom Obacht, aber der unverzichtbare Mann hinter’m Herd. Ganz nach dem Motto #jochenkannkochen, brodeln in den Töpfen nicht nur die typischen Klassiker, sondern moderne Interpretationen von Rezepten, die teilweise bis zu 120 Jahre alt sind. Seine Königsdisziplin ist der Schweinsbraten, der besonders lange bei besonders niedriger Temperatur gart und daher nur am Wochenende erhältlich ist. Aber auch sein Schnitzel und seine Kreationen aus der süddeutschen Küche sind ein kulinarisches Highlight. Unser Herz – und unseren Magen – hat er allerdings mit einem echten schwäbischen Leibgericht gewonnen: Linsen mit Spätzle und Saitewürschtle. Michel pflichtet uns diesbezüglich bei, Holle ist besonders einfach gestrickt, wenn es um seine Lieblingsspeise geht: „Ein Helles!“. Auch recht.

Linsen mit Spätzle, OBACHT, Maxvorstadt

Unser Leibgericht: Linsen mit Spätzle und Saitenwürschtle

Spätzle, OBACHT, Maxvorstadt

Hausgemachte Spätzle... ein Traum. © OBACHT Maxvorstadt

OBACHT, Maxvorstadt, Stadtteilwirtshaus

Wenn Jochen im Urlaub ist, übernimmt sein nicht minder begabter Kollege Peter

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Ein Sauerbraten der Extraklasse © OBACHT Maxvorstadt

Was sind eigentlich Saitenwürschtle?

Schwäbisch für Anfänger

Nichts anderes als Wienerle. Wer sie im Schwabenland allerdings "Wiener Würstchen" nennt, wird im Handumdrehen als Tourist enttarnt. Nachdem Michel es leid ist, die Frage zu beantworten, was das denn jetzt nun eigentlich sein soll, steht auf der Karte jetzt idiotensicher "Wienerle" in Klammern dahinter. Vrschdanda? 

No place like home

Was man bei den beiden Quereinsteigern merkt: Sie legen großen Wert auf das Persönliche. So gut wie jeden Abend begrüßen sie die Stammkundschaft face-to-face und heißen neue Gesichter willkommen – Gäste wegschicken oder Doppelreservierungen gehen gar nicht für die sympathischen Wirtshausbetreiber. Wer erstmal da ist, soll bleiben, so lange er will. Lieber verzichten sie auf ein verkauftes Bier mehr, als einen Gast unglücklich zu machen: Hier soll sich jeder wie Zuhause fühlen und wissen, dass die beiden immer ein freies Plätzchen haben.

OBACHT, Maxvorstadt, Stadtteilwirtshaus

Michel am Zapfhahn: Kein seltenes Bild

Blick in die Zukunft

Ob Michel und Holle daran denken, ein weiteres Goldstück in der Münchner Gastro-Szene aufzumachen? Eher ausgeschlossen. Dann noch eher `n Kiosk. In einem sind sie sich aber einig: Sie wollen etwas Dauerhaftes schaffen und tüfteln immer noch fleißig an der Weiterentwicklung ihres gemütlichen Stadtteilwirtshauses herum. Obacht – da kommt bestimmt noch was!  

  • Ein Herz für...

    ... Veganer und Vegetarier! Jochen gibt sich größte Mühe, für fleischlose Esser nicht immer nur Käsespätzle zu kredenzen, sondern auch mal ausgefallenere Gerichte wie Dreierlei Semmelknödel zu servieren.  

  • Preis-Leistungs-Verhältnis?

    Stimmt! Gerade mal humane 9,90€ wollen Michel und Holle für eine Portion Linsen, Spätzle & Saitenwürschtle haben, von der ein ausgewachsener Preisboxer satt werden würde. Des isch subbr! 

  • Beste Zeit

    So um 17.00 Uhr kommen die ersten Familien mit ihren Kleinen eingetrudelt, um 19.00 Uhr wird es dann doch schon deutlich voller. Wie bereits erwähnt: Im OBACHT gibt's eigentlich immer ein freies Plätzchen – Wartezeit ist aber nicht ausgeschlossen.

  • Fun Fact!

    Gearbeitet wird hier in allem... außer in Tracht. Da reagieren Michel und Holle allergisch. 

Pics by Frank Achim Schmidt.

Julia Knobe

Seit sich unser abenteuerlustiges Nordlicht Julia mit 'nem echten Bayern eingelassen hat, hat sich in ihrem Leben einiges geändert: Statt steifer Brise ist frische Bergluft angesagt! Den Heimathafen Hamburg immer im Herzen, könnte Julia sich ans fesche Dirndl, das süffige Helle und den charmanten Dialekt durchaus gewöhnen.