Notfallplan gegen den Lagerkoller

Notfallplan gegen den LagerkollerFünf Gesprächsthemen, die garantiert den Tag füllen

Diverse Wochen in der Quarantäne haben wir hinter uns (wie viele waren das jetzt noch gleich?... Warte mal, haben wir schon wieder Sonntag?!) und wir geben zu: Teilweise ist das wirklich härter als gedacht. Denn: Da ist ja noch die liebe Familie. Oder andere Menschen mit denen man zusammen wohnt - der Freund/ die Freundin, der WG-Kollege... Klar, irgendwie hat man die schon alle ganz gerne. Immerhin lebt man mit ihnen zusammen und hat sich mit den Marotten des anderen doch recht gut arrangiert (man selber hat natürlich keine, ist klar). Nun ja, aber 24/7?! Puh, das kann die beste Beziehung auf die Probe stellen. Vor allem, wenn das einzige Thema gerade überall Corona ist. Worüber unterhält man sich, wenn man schon alle halbwegs netten Themen durch hat? Wenn man sich eigentlich nicht mehr sehen kann, aber sehen muss? Wir haben die Köpfe mal zusammengesteckt (ja ja, im übertragenden Sinne!) und sind auf fünf Gesprächsthemen gekommen, mit denen ihr garantiert brillieren könnt.  Egal mit wem ihr euch die kaugummiartige Zeit über arrangieren müsst. Alle Themen wurden von uns übrigens auch im Selbsttest zuhause angewendet und sind damit approved: die Zeit vergeht mit ihnen wie im Flug - soviel können wir euch schon mal sagen. Also: Stimmbänder geölt, Diskussionsmode on und los geht's!

Ein Klassiker: Wie rum kommt das Besteck in den Geschirrspüler?

Täglich grüßt das Murmeltier... © unsplash

Heidernei, dieses Thema ist wirklich lästig und irgendwie wird es auch nie entültig geklärt. Und irgendwie hat da jeder seine eigene Meinung zu. Genau der Punkt, der das Ganze extrem lästig macht. Normalerweise. Aber hey, jetzt haben wir Zeit! Also Butter bei de Fische! - Wie rum kommt jetzt das Besteck in den Geschirrspüler? Messer mit der Klinge nach unten oder nach oben? Also, beides hat ja Vor- und Nachteile… Wenn die Klingen nach oben zeigen, werden sie zu 100% sauber. Aber die dann immer anzulangen, mit den Essensresten.. Bah! Und beim Ausräumen noch dran schneiden, nein danke! Es gibt ja den "Einfach loslassen"-Trick, aber den muss man über die Jahre erstmal perfektionieren. Wir wollen die Frage am Ende natürlich nicht auflösen - können wir tatsächlich auch gar nicht. Denn wir wissen es ja selbst nicht. Aber diskutieren kann man darüber wirklich sehr lange, erweist hier auch unser Selbsttest in der WG. 

Fans unter sich: Harry Potter oder Star Wars?

Welcome to Hogwarts © unsplash

Wir stellen jetzt mal die These auf, dass es entweder "Team Hogwarts" oder "Team Stormtrooper" heißt. Klar, man kann irgendwie auch beides mal gesehen haben, aber das Herz kann eben nicht zweigeteilt in der Brust schlagen. Was beide Klassiker gemeinsam haben: Sie entführen uns in eine andere Welt. Und zwar noch viel mehr als jeder andere Film. Da geht's schließlich schon mehr um eine Philosophie, fast schon eine Religion. Oder Politik? Uh warte, bei Politik vergehen doch auch direkt immer etliche Diskussionsstunden wie im Flug! Also einfach mal eine provokante These in die Runde werfen. Zum Beispiel: "Also das Storytelling bei Harry Potter ist ja wohl viel besser durchdacht." Oder "Die Antagonisten bei Star Wars sind viel glaubwürdiger gezeichnet." Oh oh, ihr glaubt gar nicht, was ihr euch damit einbrockt... Aber wer hier seinen Standpunkt vertreten kann und die Gegenpartei sogar überzeugt, tja der kann nachher sicher auch als Bürgermeisterkandidat brillieren. 

Für Gscheidhaferl: Heißt es „Kemie" oder „Schemie"?

Die 3 Chinesen hatten leider keine Zeit für Fotos! © unsplash

Wir in Bayern sagen ja „Kemie“ und sind absolut felsenfest davon überzeugt, dass es so auch im Duden steht. Zieht es einen Bayern aber mal in den hohen Norden (ja das soll vorkommen, schließlich will der hübsche, gelbe Friesennerz auch mal ausgeführt werden) wird er für die „drei Kinesen mit den Kontrabass“ ausgelacht. Kein Witz, ist uns tatsächlich schon selbst passiert! Denn - unglaublich aber wahr! -  die sagen da oben doch wirklich „Schinesen“. Und nicht nur da, sondern auch in anderen Ecken der Bundesrepublik! Skandalös finden wir! Und verteidigen in solchen Notsituationen direkt die bayrische Ehre... Allerdings gingen uns nach dem Satz „Man sagt doch auch "Schampagner" und nicht "Kampagner" dann doch die Argumente aus. Wir sind halt keine Sprachwissenschaftler. Vielleicht habt ihr noch welche? Dann führt doch diese Diskussion bitte mal für uns weiter! Vielleicht in der WG oder via Skype-Call mit den Freunden aus dem "Ausland". Und wenn ihr zu einem Ergebnis gekommen seid, teilt es uns gerne mit. Am Ende schieben wir's halt einfach auf den Dialekt, wäre jetzt mal so unser Vorschlag... Aber eigentlich ja auch egal. Mia san Mia und mia sang des so!

Aus gegebenem Anlass: Wie viel Social Media Konsum ist ok?

Aus unserem Kosmos nicht mehr wegzudenken © unsplash

Durch die Selbstisolation findet unser ganzes Leben gerade nur noch online statt. Online-Office, Online-Hausparty, Online-Sport, Online-Konzerte… Aber wie ist das eigentlich mit diesem ganzen Social Media? Wie viel davon tut uns gut und erleichtert uns das Leben? Und ab wann wird das eher gefährlich, macht süchtig und nimmt uns ein? Gerade in solchen Zeiten sind wir dankbar für die Möglichkeiten, die uns das Internet bieten. Doch wären wir ohne vielleicht gerade noch viel kreativer? Oder sind wir gerade durch Social Media kreativ, weil wir uns mit allen Leuten auf der Welt jederzeit vernetzen können? Bringt dieses Digital Detox vielleicht mehr als ein grüner Smoothie? Oh yes, wir spüren da großes Potenzial für eine kleine, feine Diskussionsrunde! Unsere Empfehlung: Mama, Papa und Teenieschwester einbeziehen und dann den Opi noch per Skype dazuschalten! Und im Nu ist wieder Weihnachten.

Geiz ist geil: Wer hat den letzten Joghurt gegessen?

Unser Blick, wenn der Joghurt alle ist. Und wir ihn selber nicht gegessen haben. © unsplash

Einkaufen ist ja aktuell der einzige Outside-Entertainment-Faktor, den wir noch haben (neben spazieren, joggen, radeln, aber wir sind derzeit einfach sooooo lethargisch!). Der Gang in den Supermarkt, oder noch besser in das kleine, süße Viktualienmarkt-Lädchen ums Eck - #supportyourlocaldealer und so - fühlt sich fast schon an wie noch vor ein paar Wochen der Gang ins Kino oder Theater. Ok, die Jogginghose ziehen wir trotzdem nicht aus, aber hey, ihr wisst was wir meinen. Das Ergebnis unseres Shopping-Entertainments: ein Sixpack vom herrlichen Bio-Joghurt - leichte Vanillenote, dezente Schokostücke, mild abgerundet mit der geballten Portion Vorfreude, die wir jeden Tag verspüren, wenn wir unser Home-Office beenden, in der Wonne der Selbstbelohnung vor den Kühlschrank schreiten und voller Erwartung und Elan die Kühlschranktür aufreißen. Nur um festzustellen, dass uns ein Anderer den letzten Becher gemopst hat. Skandalös. Hintertückisch. Menschenverachtend. Mehr fällt uns dazu einfach nicht ein. Und sowas wollen Menschen sein, die uns nahestehen. Pah! Klar, am Ende will es keiner gewesen sein. Aber mitdiskutieren und schuld zuweisen können sie alle. Und schon habt ihr sie, die Diskussion die ewig dauern kann - herrlich in Quarantäne Zeiten! Aber treibt's nicht zu bunt! Nicht, dass ihr dann nach Corona noch ausziehen müsst...

ONE München

Der Social TV-Kanal für Stadtkultur frei Haus

Bilder - thanks to Corona - von Unsplash.

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Sarah Langer

Sarah ist ein echtes Münchner Kindl. Heißt: „Gmiatlichkeit” hat für sie oberste Priorität. Ihr Herz schlägt für Electro-Funk-Musik und Weinschorle. Bar oder Berge, Currywurst oder Salat, Hund oder Katze – festlegen gehört definitiv nicht zu ihren Stärken. Dafür aber Kreativität, Lebensfreude und ein guter Schuss Sarkasmus.