Münchner Kindl Michael Bihler (HDSN)

Münchner Kindl Michael Bihler (HDSN)Nuthin but a soul thing!

„Urlaub im Allgäu – im idyllisch gelegenen Halblech“ ist der erste Suchtreffer, wenn man bei Google nach dem kleinen Dörfchen Halblech sucht. Die Gemeinde umfasst knapp 3.500 Einwohner. Ein urgemütliches, bayrisches Dorf eben. Dass es hier zeitweise mal ordentlich aus dem ruhigen Wald gescheppert hat, kann man sich kaum mehr vorstellen. „Insidertipp – Halblech im Allgäu ist reich an besonders idyllischen Plätzen“ – heißt es weiter. Jeder hat jetzt sicher das Bild einer kleinen Holzhütte neben einer Kuhwiese und Panoramablick über die Berge im Kopf. Der Münchner DJ Michael Bihler, der dort aufwuchs, hatte mehr im Sinn. Elektro für die sonst so ruhige Gegend. Und über 500 Raver irgendwo im Nirgendwo.

„Die illegalen Raves sind immer mehr gewachsen. Bis zu 500 oder 600 Leute, die da im Wald standen und Party gemacht haben.“

Michael Biehler

Über die ältere Generation, so erzählt er, kam er damals zur elektronischen Musik. Und nachdem die ersten Festivals besucht wurden, wurde sein Wunsch immer größer, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Zum ersten, illegalen Rave mitten im Wald erschienen rund 50 bis 60 Personen. Es sprach sich schnell herum, dass dort in Halblech ein paar Jungs waren, die eigene Partys veranstalten. Immer mehr Leute besuchten die Veranstaltungen. „Und das, obwohl es noch nicht einmal Facebook gab“, lacht Michi. „Die Leute haben über Lokalisten, SMS oder Mundpropaganda Ort und Zeitpunkt erfahren.“ Schließlich waren es 500 bis 600 Leute, die zusammen durch die Nacht feierten.

Schon bald wuchs der Wunsch nach mehr: „Bis dato war das alles ein bisschen schwierig im Dorf aufzuwachsen, dort ist doch alles relativ engstirnig. Es stößt vielen negativ auf, wenn man versucht etwas anderes zu machen.“ Es dauerte nicht lange bis die Koffer gepackt waren und es hieß: Nächster Stopp München. Hier begann Michael eine Ausbildung zum Tontechniker, um sich als DJ weiterentwickeln zu können. In Clubs wie dem ehemaligen Bullitt oder dem Harry Klein war er ein gern gesehener Gast hinter den Turntables. Aber: Michael wollte mehr sehen und so verschlug es ihn mit einem Kumpel nach Manchester. Die Stadt im Nordwesten Englands wurde für den Disco- und House-Fan für ein Jahr sein neues Zuhause.

„Ich dachte mir, dass es gut ist zu sein wo die Musik auch gespielt wird. Und England ist ja, sage ich mal, groß dafür.“

Michael Bihler

Über einen kurzen Stopp in Berlin fand Michael zurück zu seinen Wurzeln und zog im Sommer dieses Jahres wieder zurück nach München. Hier führt er sein eigenes Label "Nuthin but a soul thing", bei dem es neben Musik um Kunst, Kultur und den Künstler selber gehen soll. Der 26-Jährige legt regelmäßig im MMA auf, aber auch im Harry Klein oder im Bob Beaman. Als DJ ist ihm vor allem eins wichtig: „Ich möchte mich nicht in eine Kiste packen. Ich spiel mal Funk, mal Soul, auch mal Techno oder HipHop. Alles ist irgendwie Musik. Ich finde das macht einen Artist interessant – wenn er alles irgendwie macht. Meine Passion geht einfach viel zu weit, als dass ich mich auf eine Richtung einschränken will.“

Michaels großer Traum ist es, eines Tages beim Rainbow Disco Club Festival in Japan aufzulegen. "Das wäre mein absolutes Traumbooking", erzählt er. "Und hier in Deutschland definitiv die Panoramabar."

Ihr wollt HDSN performen sehen?!

Das nächste Mal möglich am 25. November oder 7. Dezember im Awi.

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt hat mehr Platz zum Tanzen.