München nachhaltig

München nachhaltigDrei Wege: Mit Fun zum grünen Gewissen

Nachhaltig… huh, das hört sich immer so nach erhobenem Zeigefinger an. Aber: wer auf die Umwelt achtet, muss nicht gleich stirnrunzelnd durch’s Leben laufen oder ständig auf etwas verzichten. Nachhaltig sein kann verdammt viel Spaß und das eigene Leben sogar besser machen. Wir haben euch mal drei tolle Ansätze aus München zusammengetragen. Beginnen wir mit etwas Leckerem, das auch noch Geld spart…

Eine App mit unheimlichem Nachhaltigkeits-Potential und gleichzeitig mit großem Fun- und Genießer-Faktor! Mit der könnt ihr nicht nur die Umwelt, sondern auch euren Geldbeutel schonen. Teller statt Tonne, heißt die Devise. Jeden Tag wandern nach Ladenschluss unvorstellbare Mengen Lebensmittel einfach in die Mülltonne. Dabei ist an ihnen gar nichts dran und sie sind wunderbar genießbar. Sie sind lediglich von der Tagesproduktion übrig geblieben und damit am nächsten Tag nicht mehr würdig in den Auslagen präsentiert zu werden. Dass diesen Köstlichkeiten nun zumindest einiger Orts der traurige Weg in die Tonne erspart bleibt, hat sich die Crew von „Too good to go“ zur Aufgabe gemacht und ihr könnt euch daran beteiligen. Und dabei sogar noch ordentlich Schlemmen!

Wie? Ganz einfach! App runterladen oder die Website besuchen, Leckereien auswählen und einfach mit dem online gekauften Coupon zum angegeben Abholspot im Laden gehen. Ehe ihr’s euch verseht, habt ihr eine riesige Tüte oder Box randvoll mit den „Resten“ des Tages, die unserer Erfahrung nach nie den Titel „Rest“ verdienen. Das Ganze gibt’s schon ab schmalen 2 Euro und dafür bekommt ihr im Idealfall `ne ganze Menge Gaumenfreude to-go. Vegetarische und vegane Angebote sind auch vorab gekennzeichnet. Kleines Manko: Ihr bekommt natürlich nur das, was vom Tag übrig geblieben ist und müsst euch dementsprechend überraschen lassen. Aber das erspart einem wiederum auch eeewig langes Rumgesuche nach dem perfekten Dinner, bis man doch wieder aus Gewohnheit ´ne Pizza bestellt. Und der Überraschungsfaktor hat ja auch durchaus etwas für sich. Knapp 40 Restaurants machen in München bereits mit. Vom hippen „Super Danke“ Smoothie bis zur gemischten Box vom Sushi-Buffet - da ist für jeden etwas dabei. Bleibt nur noch das obligatorische: Guten Appetit!

Morgens beim Bäcker deines Vertrauens noch schnell `nen Kaffee auf die Hand gegönnt. Das macht den Weg zum Büro oder in die Uni Arabica-herrlich. Aber Stop mal! - Weiß man eigentlich, was man mit dieser wohltuenden, zuckrig-braunen Gaumenfreude grade angerichtet hat?! Keine Sorge, den besten Freund am Morgen will uns ja keiner streitig machen! Wir nehmen erst einmal `nen großen Schluck vom Lieblingsheißgetränk… um das geht es hier nämlich nicht. Sondern um das, was drum herum ist. Ja genau, dieser kleine, unscheinbare Becher - oft aus hipper, brauner „Öko“-Pappe - ist ein wahres Monster, wenn es ums Thema Nachhaltigkeit geht. Denn in Deutschland landen jährlich weit über zwei Milliarden Einwegbecher nach ihrem 5-Minuten-Fame in der Tonne. Egal ob aus brauner Bio-Pappe oder gleich mit der vollen Farbdruck-Dröhnung und Logo on Top - die Dinger sind und bleiben eine Katastrophe für die Umwelt. Ihnen bleibt nur der Weg in die Müllverbrennungsanlage, nachdem sie ihr tristes Dasein als Eintagsfliege der Getränkeverpackungen gefristet haben.

Genau dieser Problematik hat sich jetzt ein Münchner Start-Up angenommen. Das Ganze nennt sich Recup und ist im Prinzip ein praktisches Pfandsystem für - ja tatsächlich sogar - echt schicke Kaffeebecher aus teil-recyceltem Kunstoff. Die gibt’s für `nen Euro Pfand oder im Tausch gegen euren alten Becher vom Vortag. So schaffen die Becher bis zu 500 Zyklen und können selbst danach nochmal weiter recycelt werden. Doppel-Nachhaltikgeitsbonus! Und wie läuft das dann mit der Rückgabe? Easy! Bereits über 50 Cafés, Bäcker und Restaurants in München nehmen schon teil. Ob euer Lieblings-Kaffee-Dealer mit am Start ist, könnt ihr ganz locker rausfinden: in der App oder auf der Homepage von Recup.

Second Hand ist IN! Da in München im Vergleich zu anderen Großstädten das Angebot an coolen Läden für gebrauchte Klamotten aber leider sehr begrenzt ist - haben wir `nen Tip für euch: Coole Secondhand Kleidung mit Geschichte ergattern und dabei sogar gleichzeitig die Möglichkeit bekommen, mal wieder Platz im vollgestopften Schrank zu schaffen, gibt’s auf den Kleidertauschartys von Green City. Hier darf alles mit, was heil und sauber ist. Ob Marken-Klamotte oder von der Stange ist vollkommen Wurscht - hier findet ihr alles vom schlichten Pulli bis zum Kostüm für die nächste Halloween-Party. Ganz zwanglos: du kannst tauschen was gefällt, nach Schnäppchen stöbern, oder einfach nur dein ungeliebtes Shirt und die zu klein gewordene Jeans abliefern. Denn am Ende bleibt meist was übrig und das geht dann direkt an die Diakonie weiter.

Getauscht wird etwa alle drei Monate. Bock bei der nächsten Tauschsause dabei zu sein? Am besten gleich mal der Green City Facebook Seite folgen - so bleibt ihr up to date! Und nicht nur ganz nebenbei geht’s hier auch darum die Umwelt zu schonen. Denn jedes Kleidungsstück, das nicht neu produziert werden muss, spart Ressourcen. Also los: tauschen was das Zeug - ähm Kleid - hält!

Miles Köhler

Miles - mit dem Herz auf der Zunge und dem Bass im Ohr, tanzt sich unser ehemaliges Hauptstadtkind munter durch Münchens Elektroclubs. Von Kopf bis Fuß in schwarz - aber mit 'ner großen Portion Konfetti, bitte! Auf der Suche nach dem kleinen Hauch Berliner Luft im Augustinerland und dem Tofu-Steak im Weißwurst-Heaven.