Mit Münchens Gstanzl-Queen durch’s Glockenbach

Mit Münchens Gstanzl-Queen durch’s GlockenbachHacker-Pschorr's Spezltour Vol. 1

Liesl Weapon… nicht zu verwechseln mit Lethel Weapon! Wobei die verbalen Geschosse, die aus dem Mund dieser sympathischen Blondine kommen hier und da dann doch an die actionreichen Schießereien von Mel Gibson und Filmkollege Danny Glover erinnern. Als „bayrischen Rap“ bezeichnet Liesl ihre Kunstform selber. Schon als kleines Dötzchen mit sechs Jahren lernt sie Akkordeon spielen - in der Geburtsstadt Krailling. Inzwischen hat sich die Wahlmünchnerin ganz der traditionellen Versform verschrieben. Ironisch, manchmal sogar scharf, aber immer mit einem Augenzwinkern und einem hohen Unterhaltungswert. Das macht Liesls Kunst aus. Und auf genau diese Weise führte sie uns am vergangenen Samstag durch ihre Hood - das Glockenbach.

Treffpunkt war - natürlich - der Gärtnerplatz… der zu unserem Erstaunen, so verriet uns Liesl als erstes mal, ursprünglich quadratisch geplant war. Nach einer fröhlichen Begrüßung und unterhaltsamen Einführung zu sich selbst, führe uns Liesl als erstes zu ihrem Lieblingscafe im Glockenbach, das Café Pini in der Klenzestraße. Für sie Arbeitsplatz und Inspirationsquelle zugleich. „Als Künstlerin braucht man keinen stillen Schreibtisch, man braucht Leben um sich herum, Menschen, die einen auf Gedanken und Ideen bringen“, erzählte Liesl. Und genau das finde sie hier. Können wir verstehen, denn das Café Pini ist nicht nur liebevoll eingerichtet, sondern hat mit seinen kleinen Tischchen draußen vor der Tür einen ganz eigenen Charme. Guter Tipp, danke Liesl!

Spezl-Tour Oans in moving pictures

Aber auch eine Künstlerin lebt nicht nur von Inspiration. Wichtig für Liesl: Vitamine. Ihre tägliche Dosis holt sie sich im Caffettino, Fraunhoferstraße. Dort hat man sogar eigens für sie eine Mischung kreiert, den „Super-Saft“, den es auch prompt für uns zum Probieren gab: lecker fruchtig mit einer erfrischenden Ingwer Note. Empfehlenswert. Vitaminmäßig putzmunter machten wir uns auf zur dritten Station auf Liesls Spezl-Tour durch ihren Stadtteil: dem Trachtenladen Almliebe in der Ickstattstraße, ihr kleiner Geheimtipp in Sachen Trachtenshoppen.

Und das muss sie als Gstanzlsängerin natürlich regelmäßig. Ein traditionell schickes Outfit gehört ja schließlich zum Job. Und hier in der Almliebe fertigt man die Dirndl sogar an. Nicht nur für Liesl versteht sich! Nachdem uns Liesl spontan und mit stimmgewaltiger Unterstützung (unter anderem von uns selbst... auweia!) ein von ihr eigens für die Tagestour geschriebenes Gstanztl vorgetragen hatte, gab es erst einmal eine kleine Abkühlung. Per Lastenfahrrad begleitete uns nämlich den ganzen Tag über eine mobile Bar. Darunter alkoholische und unalkoholische Durstlöscher des Veranstalters Hacker-Pschorr.

Als traditionsreiche Brauerei tief in der Region verwurzelt, veranstaltet Hacker-Pschorr von Juni bis September im Rahmen der „Nix für Preißn“-Kampagne eine Stadtviertel-Tour-Serie, "Spezltour" genannt. Darin soll „Zuagroasten“, aber auch interessierten Ur-Bayern unsere schöne Stadt mit besonderen Einblicken mal etwas anders näher gebracht werden. Und zwar von Originalen aus dem Viertel. Münchner Kindl, die die Rolle des Stadtviertelführers übernehmen und die Teilnehmer an ihre Lieblingsplätze führen.

Als nächste Station machten wir mit Liesl an diesem ersten Tourtag Halt an der Pfarrei St. Maximilian in der Deutingerstraße. Bei einem kurzen Stop in der Kirche setzte sich Pfarrer Rainer Maria Schießler kurzerhand mal zu uns. Nicht nur seine Kirche, sondern auch er ist eine echte Institution im Viertel und mittlerweile sogar im ganzen Land. Warum, davon konnten wir uns auch gleich selber überzeugen: Den Leuten mit der Religion nicht auf die Nerven gehen, sondern ihnen in der Messe inspirierende Gedanken mitgeben, die sie im Alltag auch gebrauchen können - das sei seine Definition von Messe, erklärt uns der katholische Pfarrer. Lockere und lebensnahe Ansichten, die uns erfrischen! Und uns tatsächlich zu der Überlegung bringen, vielleicht doch mal wieder eine Messe zu besuchen. Wer beim Gottesdienst in St. Maximilian dabei sein möchte, sollte aber lieber nicht zu spät kommen! Denn an manchen Tagen versammeln sich bis zu 1000 Besucher, um Schießlers Predigt zu hören. „Da gibt es dann leider nicht für jeden einen Sitzplatz“, warnt der Pfarrer vor.

Von dort aus ging's über den Südfriedhof mit Gräbern bekannter Persönlichkeiten der Stadt, wie zum Beispiel die Familie Pschorr, zur Bäckerei Alof in der Hans-Sachs-Straße (eine typische Münchner Bäckerei mit langer Tradition, wie man sie nur noch selten findet), über das Arena Kino (Liesls Lieblingskino, weil es sich seinen Retrocharme der 20er Jahre über die lange Zeit erhalten hat) zu einem weiteren Original des Glockenbachs: den Antiquitätenhändler Dandler in der Frauenhoferstraße. Ein Laden an dem man - selbst wenn man nicht gerade nach neuen Lieblingsstücken für die Sammlung sucht - auf keinen Fall einfach vorbei gehen sollte. Denn nicht nur seine Waren, sondern auch der Inhaber selbst, sind Münchner Originale! Was wir an diesem Nachmittag erleben durften.

Zum Ausklang dieser launigen Tour mit Münchens Gstanzl-Queen bekamen wir noch einen guten Gastrotipp an die Hand: das Wirtshaus zum Straubinger in der Blumenstraße. Oder "Das Straubi“ wie es Kenner liebevoll nennen. Ein Kleinod der bayrischen Gemütlichkeit. Hier kann man nicht nur herrliche Brotzeiten und andere deftige Gerichte bestellen, sondern auch den ein oder anderen guten Schnaps und diverse süffige Biersorten. Das alles im typischen Stil eines Wirtshauses, aber mit dem gewissen Etwas an Raumdeko. Gemütlich ließen wir den Tag zusammen mit Liesl und den anderen Teilnehmern ausklingen. Und resumierten: Das Glockenbach ist immer einen Besuch wert... Klar, das wussten man auch vorher schon. Aber wie schön ein Stadtteil eigentlich WIRKLICH ist, bemisst sich auch danach, dass man ihn nicht oft genug aufsuchen kann, um alle seine Facetten zu entdeckt.

Gute Aussichten!

Auf der nächsten Spezltour geht’s mit Schauspieler und Comedian Simon Pearce durch Haidhausen – vom Markt am Wienerplatz, über die Muffathalle, zu seiner Lieblingsmetzgerei und am Ende natürlich wieder in ein saugutes Wirtshaus. Da sind wir sowas von dabei! To be continued… Halt dich auf dem Laufenden! Sowohl über die Facebookseite von Hacker-Pschorr, als auch - natürlich - über unsere Folgeartikel.

Pics by Achim Schmidt und Thomas Tomski

Thomas Tomski

„Mit dem Stil ist es wie mit so vielen Dingen: Man hat ihn oder man hat ihn nicht.“ Vor sieben Jahren fand Thomas, das Pottkind mit schlesischem Ursprung, in der Isarmetropole eine Stadt, die sein Lebensmotto verkörpert, wie kaum eine andere. Seitdem genießt er die Münchener Lebensqualität in vollen Zügen. Am liebsten dort, wo sich interessante Leute, außergewöhnliche Geschichten und gute Drinks die Klinke in die Hand geben.