Mit Harro Füllgrabe im Café Neuhausen

Mit Harro Füllgrabe im Café NeuhausenFaces of Minga #18

„Herr Galileo“, so wird er oft auf der Straße angesprochen. Und das, obwohl sein eigentlicher Name schon außergewöhnlich genug ist. Der Reporter Harro Füllgrabe könnte unserer Meinung nach eigentlich auch Indiana Jones sein. Denn so viel Abenteuer, wie er in allen Ländern dieser Welt entdeckt, hat er sich eigentlich Indianas Kulthut samt Seil und Hammer verdient. Harro hat sich aber dann doch für München als Homebase entschieden. Warum das so ist, hat er uns erzählt. Und noch viel mehr. Wir haben uns im Café Neuhausen getroffen und uns direkt anstecken lassen von der mehr als positiven Einstellung des Extrem-Reporters. Und von seiner Freude über die noch so kleinen Dinge des alltäglichen Lebens. Kein Wunder also, dass wir erst einmal ein paar Witze über Harros Heimat Ostfriesland zum Kaffee serviert bekommen...

"Herr Galileo" - Harro Füllgrabe © Geheimtipp München

„Wenn man Geschichtenerzähler ist, muss man Begeisterung transportieren.“

Harro. Der Mann, der stellvertretend für uns die unfassbarsten Abenteuer erlebt, während wir uns mit einem Snack auf die Couch lümmeln. Er erzählt uns Geschichten, wie unsere Eltern das früher vor dem Schlafen gehen getan haben. Nur, dass seine Geschichten weder ausgedacht sind, noch in einem Buch stehen. Nicht nur deswegen bleibt Harro dabei immer authentisch. Schnell wird uns klar, dass von seiner Art vor der Kamera nichts gespielt ist. Denn wer sich so sehr über einen leckeren Cappuccino freuen kann wie Harro („Und jetzt kommt der Cappuccino, ist das herrlich!“, der kriegt sich vor Vorfreude fast gar nicht mehr ein, wenn er auf eine neue, aufregende TV-Expedition geschickt wird. Wir sind gerührt - einfach weil wir mal wieder merken, dass wir selber uns viel zu selten über die vielen schönen kleinen Dinge im Alltag freuen. Fast können wir es nicht glauben, aber angeblich hat auch Harro mal einen schlechten Tag, erzählt er uns. Grundsätzlich sei seine Einstellung aber: Positiv und vor allem dankbar sein. Ob er sein Leben bei all dem Trubel manchmal trotzdem gerne tauschen würde? Nope! „Per Zufall hab ich mal Matt Damon bei einem Auslandsdreh getroffen. Sogar der meinte zu mir, dass mein Job wirklich cool ist. Ich mein - hallo?! - Matt Damon! Schauspielern interessiert mich schon auch, aber ich bin wirklich happy so wie es ist.“

Harro auf die Ohren im Zuhause Podcast

„Ich bin einfach absolut vom Glück geküsst“

130 von 194 Ländern hat Harro schon bereist. Wirklich eine ordentliche Zahl! Der gebürtige Ostfriese hat das aber nicht nur über Galileo geschafft. Denn auch seine Eltern sind absolute Globetrotter. Sechs Jahre hat die Familie in Argentinien gelebt. Den Beruf des Lehrers hatte sein Vater bewusst gewählt und jede Ferien war die Familie unterwegs. Dabei hat Paps tatsächlich sogar mehr Länder bereist als der Sohnemann – ein unausgesprochener Zweikampf. „Kreuz und quer verwurzelt zu sein, prägt einen schon enorm und hat definitiv einen Teil dazu beigetragen, dass ich das mache, was ich mache. Ich bin einfach ein absolutes Buskind und absolut vom Glück geküsst.“ 2002 kam der heutige TV-Promi dann nach München. Von hier aus bereist er die Welt. Dabei kam es schon einmal vor, dass er 250 Tage im Jahr nicht zu Hause war. Wie das dann mit dem  Sozialleben funktioniert? "Meine Freundin hat mir die ganze Zeit über den Rücken gestärkt und mich reisen lassen." Und privater Urlaub? „Urlaub mit der Familie ist natürlich wichtig. Aber nach zwei Tagen rumliegen, brauch ich auch wieder Action.“ Da kann es schonmal passieren, dass der Münchner Extremreporter seine schwangere Frau auf dem Parkplatz vergisst, weil er eine alte Ruine erkunden muss... Harro, the explorer.

Auch in der Freizeit mag's der Extremreporter sportlich. © Geheimtipp München

Der Indiana Jones der Landeshauptstadt

Obwohl Harro eigentlich fast jeden Tag im Fernsehen zu sehen ist und auf der Straße wirklich oft erkannt wird – so wirklich als Promi fühlt er sich nicht. "Ich mag die Sonderbehandlung einfach nicht, obwohl ein Schulterklopfen natürlich schon schön ist. Aber was wertet mich denn höher? Mein Erlebnis, mein Horizont oder meine Arbeit? Klar, ich bereite vielen Leuten schöne Erlebnisse mit großen Bildern, aber super wichtig ist meine Arbeit eben auch nicht.“ Harros größtes Vorbild: Nicht irgendein Promi, sondern sein Vater. Denn der habe ihm beigebracht, wie man Feuer macht oder Pfeile spitzt. Und schon wieder denken wir an Indiana Jones… Begeisterung kann unser Großstadtindianer für vieles bekommen. „Mein Vorteil ist es auf jeden Fall, dass ich die Begeisterung und die Neugier nie verloren hab. Das würde der Zuschauer aber auch merken und sich nicht mehr abgeholt fühlen.“ Selbst die Herstellung von Schrauben, die Harro mal für's TV begleitet hat, findet er höchst interessant. „Hab ich davor ja noch nie gesehen." Und trotz riesengroßer Begeisterung für’s Reisen: Wenn wir Harro zwischen „nie mehr Reisen“ und „nie mehr Reden“ entscheiden lassen, wird sein Herz für seine Mitmenschen deutlich: „Was bringt mir das Reisen, wenn ich meine Gedanken nicht mit meinen Liebsten teilen kann?! Da würde ich sofort auf das Reisen verzichten.“

Unser Feedback: Harros positive vibes sind ansteckend! © Geheimtipp München

„Mit dem Spaß am Leben bin ich noch lange nicht fertig.“

Eigentlich hatte Harro mit einem Sportstudium in Köln begonnen, denn erst standen Profisportler und dann Sportredakteur lange auf seiner beruflichen Wunschliste. „Da gab es diesen Wunsch vom Fallrückzieher-Tor im WM Finale und ganz viel Geld auf dem Konto.“ Zunächst ging es für Harro zu „ran“ für ein Praktikum. Das Studium legte er erst einmal auf Eis und beendete es dann komplett. „Damals war ich noch ein anderer. Hatte lange Haare und löchrige Jeans.“ Gerne würden wir davon ja mal Fotos sehen… Manchmal macht sich der erfolgreiche Reporter wegen seines Weges auch Gedanken. "Immerhin hab ich ja eigentlich nur Abitur." - Zweifel, wie wir sie alle kennen. Bei Harro überwiegen auch da die positive vibes. Mit Enttäuschungen müsse man eben hin und wieder leben, oftmals haben die aber auch etwas wirklich Gutes, meint er. „Mein Leben ist einfach phänomenal, danke dafür. Aber mit dem Spaß bin ich noch lange nicht fertig!“

Interview place to be: Geheimtipp Reporter Olli und TV-Extremreporter Harro im Café Neuhausen. © Geheimtipp München

Harros Geheimtipp: Nicht auf Grantler reinfallen

Fast 20 Jahre lebt Harro nun schon in München. Gerade am Anfang habe er gerade durch den Job beim TV auch die "Schickeria" kennengelernt. Wohl gefühlt habe er sich da aber absolut nicht. "Das „Rough & Dirty“, was man aus Berlin oder Köln kennt, hab ich hier schon manchmal vermisst." Mittlerweile habe er es aber im Gegenteil sogar lieben gelernt, dass die Münchner sich nicht direkt in die Arme fallen. „Man muss sich erst etwas Respekt verschaffen, aber nach der ersten Hürde sind die Münchner dann sehr liebevoll, langsam und entspannt und gar nicht solche „Grantler“, wie man immer behauptet.“ Harros Kiez, das ist die Maxvorstadt, Neuhausen und der Rotkreuzplatz. Als seine Geheimtipps listet er aber nur Orte in der Natur unseres Stadtdschungels auf. Kein Zufall, denn Harro ist einfach Action pur: Nympenburger Schlosspark zum Joggen, Olympiaberg für den Blick über die Stadt und zum Entspannen die Füße in den Flaucher halten. Und selbst als größter Weltenbummler, den wir kennen, sagt Harro: „Zuhause ist da, wo die Liebsten sind. Und gerade ist das schlicht und ergreifend eins: München.“

Sarah Langer

Sarah ist ein echtes Münchner Kindl. Heißt: „Gmiatlichkeit” hat für sie oberste Priorität. Ihr Herz schlägt für Electro-Funk-Musik und Weinschorle. Bar oder Berge, Currywurst oder Salat, Hund oder Katze – festlegen gehört definitiv nicht zu ihren Stärken. Dafür aber Kreativität, Lebensfreude und ein guter Schuss Sarkasmus.