Mit der Bahn in die Berge

Mit der Bahn in die BergeFünf Wanderungen für alle ohne Auto

Endlich Frühling! Lang genug hat’s gedauert, aber nun – quasi über Nacht – blüht wieder das Leben in unserer geliebten Hoamatstadt. Und genau so schlagartig wie die Bäume begrünt, die Straßencafes besetzt und die Flaucher-Auen mit Einweggrills gepflastert sind, genau so schlagartig ist auch sie da: die Wanderlust!
Raus aus dem Muff der City, rein in die satte Idylle! Mal wieder den Kopf frei kriegen und die Aussicht genießen. Kaiserschmarrn essen. Und Radler schlürfen. Herrlich! Oftmals mangelt es aber dem umweltbewussten bzw. armen Münchner am Auto, welches ihn in die ersehnten Berge bringt. 
Macht gar nix! Viel "zügiger" gehts eh mit der Bahn. In maximal 1,5 Stunden gelangt man ganz entspannt an den Startpunkt vieler schöner, völlig unterschiedlicher Touren. Hier unsere Top 5:

Klassiker: der Prinzenweg vom Schliersee zum Tegernsee

© Schliersee Magazin

Wenn die Beine noch Winter-schwer sind und das Bedürfnis überwiegt, einfach nur endlich mal wieder rauszukommen, dabei sowohl Hüttenfeeling als auch Seeufer-Romantik mitzunehmen – auf zum Schliersee!
Von dort aus folgen wir dem Prinzenweg bis hoch zur Kreuzbergalm. Hier unbedingt eine Beeren-Buttermilch trinken! Den obligatorischen phantastischen Ausblick hat man dann ein paar Schritte weiter von der Terrasse des Berggasthofs Neureuth. Unten am Seeufer in Tegernsee kann man den Tag noch beliebig lange ausdehnen, bevor man glücklich wieder nach Hause in die große Stadt zuckelt.

Tagesfüllende Genusstour: Rund ums Alpbachtal

© Bergfex

Etwas sportlicher kann mans am Tegernsee auch haben. Auf dieser prämierten Genusstour umrunden wir einmal das Alpbachtal. Die stattlichen 1000 Höhenmeter, die man hier summa summarum erwandert, verteilen sich auf mehrere Anstiege – also ausgesprochen angenehm anstrengend. Und mit traumhaftem Gipfelpanorama am Baumgartenschneid, urigen Hütten (Kreuzbergalm & Gindelalmen) und See zum Abschluss zudem wunderschön abwechslungsreich! Den phänomenalen Kaiserschmarrn im Berggasthof Neureuth hat man sich nach dieser 17km-Runde in der Tat verdient!

Gemütlicher Sundowner: der Geierstein bei Lenggries

Wer sagt eigentlich, dass man zum Wandern immer zu Unzeiten aufstehen muss? All denen unter uns, die wochenends lieber etwas länger das Kissen drücken, sei diese Wanderung ans Herz gelegt. Vom beschaulichen Lenggries aus läuft man hier so lange bergauf Richtung Geierstein wie man lustig ist. Es gibt keine Hütte, die irgendwann zumachen könnte. Dafür aber Nachmittags-/Abendsonne satt und immer wieder kleine Aussichts-Felsen, auf denen sich ein gemütlicher Sundowner zelebrieren lässt. Wenn man dann erst spät wieder nach Hause kommt, braucht man ja eigentlich auch nur noch ins Bett zu fallen.

Traumhafte Sonnenrunde: der Seeberg

© gamssteig.de

Das schöne Bayrischzell liegt in der Tat nicht direkt um die Ecke. Und die meisten Ausflügler spült es spätestens am Schliersee aus den Waggons. Wer allerdings bis zur Endstation sitzen bleibt, wird mit einer besonders malerischen Tour belohnt: der Seeberg. Auf idyllischen Trampelpfaden steigt man erst hinauf zum Seebergkopf (toller Blick auf Wendelstein & Rotwandgebirge) und dann wieder ab zur Niederhofer Alm (tolle Brotzeit). Zum krönenden Abschluss windet sich der Weg im letzten Abschnitt entlang des Alpbachs durch einen verwunschenen Auenwald.
Kleiner Shortcut-Tipp für müde Füße: für die Rückfahrt schon am Wiesenbahnhof Osterhofen zusteigen. So spart man sich den Schlenker zurück nach Bayrischzell.

360°-Panorama für Gipfelstürmer: der Wendelstein

© Wendelstein Observatorium

Sogar richtig hoch hinaus kommt man mit der Bahn! Dazu gehts auch wieder nach Bayrischzell. Am Südhang des Wendelstein führt der König-Max-Weg auf zwei wunderschönen Steigen zum Gipfel. Die letzten Meter absolviert man dann allerdings im Gänsemarsch – zusammen mit vielen, vielen (Buuuuuuh!!) Seilbahn-Fahrern. Aber auch ihnen sei der atemberaubende 360-Grad-Rundumblick über das gesamte (Vor-) Alpenland gegönnt! Wer seine Brotzeit nicht mit Kantinen-Flair im Wendelsteinhaus zu sich nehmen will, picknickt ganz einfach ein Stück unterhalb des Gipfels. Beim Anblick des majestätischen Wendelsteins schmeckts auch gleich doppelt so gut!

Verena Schindler

Gut ist, was neu ist! Verenas Augen und Ohren sind permanent im Aufnahmemodus. Als Designerin freut sie sich über alles, was das als spießig verurteilte München auf der Skala der hippen Städte etwas steigen lässt. Zum Reizflut-Ausgleich: einen Cappuccino in der Sonne – very Munich... Die Welt sehen?! Unbedingt! Woanders leben? Auch cool. ABER: keine Berge sind keine Option.