Mit den Wiesnprofis übers Oktoberfest

Mit den Wiesnprofis übers OktoberfestHacker-Pschorr's Spezltour Vol. 5

Was wäre zur jetzigen Zeit ein besserer Ort für die finale Spezltour als die Wiesn?! Dieses Mal sogar in Doppelbesetzung! Gemeinsam mit den Wiesnprofies Liesl Weapon und Hacker-Pschorr Brauereichef Andreas Steinfatt haben wir uns einmal hinter den Kulissen des größten Volksfestes der Welt umgeschaut.

Wie immer gab’s einen zentralen Treffpunkt. Dieses Mal vor der Wiesnwache. Beim Eintrudeln der Tourteilnehmer fällt im Vergleich zu den vergangenen Spezltouren direkt eine Tatsache auf… es gibt kein Bier! Zunächst sind alle leicht geschockt… Der erfahrene Wiesnbesucher weiß aber natürlich: Bier gibt’s nur im Wiesnzelt oder Weißbierkarussell und Flaschen sind am Eingang abzugeben. Da stellt die Spelztour keine Ausnahme da.

Nach kurzer Vorstellung durch unsere Tourguides Liesl und Andreas Steinfatt geht es mit der Vorfreude auf ein einmaliges Wiesnerlebnis und eine baldige Erfrischung zur erste Station. Dem Wahrzeichen des Oktoberfestes: Dem Riesenrad!

Dort angekommen erwartet uns schon Sebastian Willenburg dessen Familie das Riesenrad schon in dritter Generation und weitere Fahrgeschäfte auf der Wiesn schon um einiges länger betreibt. Sebastian erzählt uns, dass das Riesenrad auf dem Oktoberfest mit seinen 40 Gondeln und 50 Meter Höhe zu einem der größten und schönsten der Welt gehört. „Und energieeffizient ist es auch“, fügt er hinzu. Nach den Hardfacts wollten wir natürlich auch ausprobieren und selber fahren. Die ganze Truppe in drei Gondeln aufgeteilt und los geht die „wilde“ Fahrt! Spätestens wenn man den höchsten Punkt erreicht hat, merkt man schnell, was das Riesenrad so besonders und so beliebt macht: ein traumhafter Ausblick. Vom Riesenrad aus kann man das gesamte Oktoberfestgelände überblicken und bei gutem Wetter sogar bis zu den Alpen schauen.

Nach viermal im Kreis ist zumindest dieser Spaß vorbei und es geht zur nächsten Station: der Startpunkt, die Wiesnwache. Empfangen werden wir vom Leiter der Wiesnwache, Christian Wittstadt. Mit dem Satz „Servus, wir sind einer der ältesten Betriebe hier auf dem Oktoberfest.“ Und das ist kein Scherz, denn die Wiesnwache ist durchgehend seit 1880 auf dem Oktoberfest vertreten. Mit dieser Begrüßung werden wir hinter die Kulissen geführt, um hier einen Blick auf die Arbeit der Polizei während der Wiesn zu werfen. „Während des Oktoberfestes sind mehr als 600 Polizeibeamte im Einsatz, 300 davon zeitgleich. Direkt auf dem Gelände arbeiten nur Kollegen der Münchener-Polizei, an den Grenzen und drum herum die Bereitschaftspolizei“, erzählt Christian Wittstadt. Das Gebäude der Wiesnwache stehen zwar das ganze Jahr auf der Theresienwiese, werde aber erst rund sechs Wochen vor Beginn besetzt. Dies gleicht einem logistischen Kraftakt … „das ist so, als ob ihr 300 Computer und 300 Monitore an einem Tag bei Mediamarkt kauft und sie zeitgleich an einem Ort aufbaut“, scherzen die Polizeibeamten. Alle Polizisten, die während der Wiesn im Einsatz sind, sind freiwillig da und werden für die Zeit nicht extra vergütet. Vielmehr ist es so, dass die Nachfrage auf der Wiesn arbeiten zu dürfen so hoch ist, dass ein eigenes internes Bewerbungsverfahren eingerichtet wurde.

Als traditionsreiche Brauerei tief in der Region verwurzelt, veranstaltet Hacker-Pschorr von Juni bis September im Rahmen der „Nix für Preißn“-Kampagne eine Stadtviertel-Tour-Serie, "Spezltour" genannt. Darin soll „Zuagroasten“, aber auch interessierten Ur-Bayern unsere schöne Stadt mit besonderen Einblicken mal etwas anders näher gebracht werden. Und zwar von Originalen aus dem Viertel. Münchner Kindl, die die Rolle des Stadtviertelführers übernehmen und die Teilnehmer an ihre Lieblingsplätze führen.

Während dem Rundgang über die Wache dürfen wir auch einen Blick auf das Herzstück und den ganzen Stolz der Wiesnpolizei werfen. Auf dem Oktoberfestgelände sind über 38 hochauflösende Kameras installiert, die alle in der Zentrale der Wiesnwache zusammenlaufen. Jede einzelne Kamera ist separat ansteuer- und bewegbar. „Wir können aus 200 Metern einen Pickel auf der Nase eines Wiesnbesuchers erkennen“, erzählt der Sicherheitsbeauftragte der Polizei. Die Jungs sehen also alles! Neben der Videoüberwachung findet man in den Gebäuden ebenfalls Erholungs- und Befragungsräume, 3 Einzelzellen und eine Sammelzelle für 10 Personen. Auch die allseits bekannten und beliebten Twitter Tweets werden direkt von der Pressestelle auf der Wiesn in die Welt gezwitschert.

Nach der sehr beeindruckenden Führung und nun noch mehr Respekt für die Arbeit der Münchner Polizei während der Wiesn, musst es weitergehen: Dritte Station, Oide Wiesn! Genau gesagt: Motodrom. Und ganz ehrlich… da kann man schon einmal ein Bissel auf das Bierchen warten! Die Motoren röhren schön laut, es stinkt herrlich schön nach Verbrennungsmotor und was die Jungs in der Kanzel anstellen, ist krass! Vier Mal Eier aus Stahl! Ob alleine oder zu viert, ob ohne Hände oder mit verdeckten Augen: alles ist dabei und alles flöhst einem als Zuschauer ordentlich Respekt ein. Eine halbe Stunde später und sehr ehrfürchtig heißt es dann aber endlich Richtung erstes Bier. Und wo geht man auf der Oiden Wiesn hin, um ein gescheites Bier zu bekommen? Natürlich ins Herzkasperlzelt von Wiesnwirt Peppi Bachmeier, der uns vor dem Zelt herzlich empfängt. Hier gibt’s dann für die hungrige und durstige Bande a herrliche Brotzeit und (dies gibt’s nur im Herzkasperl) eine Hacker-Pschorr Merzen Mass aus dem Holzfass. Endlich!!!

Gestärkt und selig heißt es: ab durch den Regen! Denn der hat sich kurzfristig eingestellt. Nix gemütlich über die Wiesn schlendern, sondern eher rennen! Also Beine in die Hand und auf zur nächsten Station, dem Bräurosl. Hier erwartet uns eine besondere Überraschung, wir werden von Wiesnwirt Georg Heide in sein Wirtsstüberl eingeladen. Was das ist? Ganz einfach, das Wirtsstüberl ist der Ort der Wiesnzeltes, wo sich die Wiesnwirte und Ihre Familien zur Pause zurückziehen können und vielleicht auch mal in einer ruhigen Minute die Augen zu schließen. Wie man sich vorstellen kann, ein sehr privater und persönlicher Ort und daher eine große Ehre hier Gast sein zu dürfen. In der sehr gemütlich mit Holz vertäfelten und Erinnerungen gespickten kleinen Stube findest sich natürlich die Gelegenheit Wiesnwirt Georg Heide ein paar nette Anekdoten aus dem Wiesnalltag zu entlocken. 

„Wenn ich immer eine ganze Mass trinken würde, wenn ich Lust auf ein Wiesnbier hab, dann würde der Wiesnzeltbetrieb ganz schnell zum Erliegen kommen. Aus diesem Grund trink ich eine Rammerl Mass“

Georg Heide - Wiesnwirt Bräurosl

Georg Heide erzählt uns: "Vor einigen Jahren meldete sich sich ein Verein Namens Münchner Löwen Club e.V. mit der Anfrage auf mehrere Tische für das erste Wiesnwochenende. Wir dachten uns, gut, ein TSV 1860 Fanclub, der mit seinen Mitglieder auf der Wiesn feiern möchte und habe die Anfrage gerne bedient. Als ich an dem Buchungstag dann durch's Zelt lief, hab ich mich schon ein Bisschen gewundert... alles nur Männer... und die küssen sich auch noch. Aber gut, jeder wie er mag. Mit den Jahren wuchs die Buchung des Vereins Tisch um Tisch. Letztlich war das damals die Geburtsstunde der Gay Wiesn", erinnert sich Wirt Georg Heide.

Als ganz besonderes Schmankerl gibt’s ein Rammerl Mass. „Wenn ich immer eine ganze Mass trinken würde, wenn ich Lust auf ein Wiesnbier hab, dann würde der Wiesnzeltbetrieb ganz schnell zum Erliegen kommen. Aus diesem Grund trink ich eine Rammerl Mass“, also einen Schnitt, klärt uns Georg Heide auf. 1/3 Bier und 2/3 Schaum - schmeckt auch!

Nach der erneuten Stärkung bewegt sich die Meute m Laufschritt quer gegenüber zu unserer finalen Station, - wie sollte es anders sein?! - dem Hacker Festzelt. Oder wie es richtiger heißt dem „Himmel der Bayern“. Hier warten schon einige Galerietische mit perfektem Ausblick auf das Festzelt um den Nachmittag ordentlich ausklingen zu lassen. Bevor hier allerdings das Wiesnhitsgröhlen und Schunkeln gestartet wird, nimmt uns Thomas Roiderer aus der Hacker Wiesnwirtsfamilie und Andereas Steinfatt mit hinter die Kulissen des 2016 neu gebauten Zeltes. Und hier sieht man eine Großküche par excellence! Allein in der Küche arbeiten 84 Personen in nur einer (laaaangen) Schicht - jeden Tag! Wir sagen: Respekt! Und ziehen nach dieser Wiesntour überhaupt den Hut vor all den „Anpackern“ die für uns hinter den Kulissen für eine schöne Wiesn sorgen! Darauf erstmal ein Bier…

Thomas Tomski

„Mit dem Stil ist es wie mit so vielen Dingen: Man hat ihn oder man hat ihn nicht.“ Vor sieben Jahren fand Thomas, das Pottkind mit schlesischem Ursprung, in der Isarmetropole eine Stadt, die sein Lebensmotto verkörpert, wie kaum eine andere. Seitdem genießt er die Münchener Lebensqualität in vollen Zügen. Am liebsten dort, wo sich interessante Leute, außergewöhnliche Geschichten und gute Drinks die Klinke in die Hand geben.