Das musikalische Portfolio ist breit, wer sich aber als geile Liveband von bloßen, guten Studiomusikern unterscheiden möchte, muss auf Tuchfühlung gehen. Diese Erkenntnis trifft einen immer dann besonders effektiv ins Gesicht, wenn auf einmal 5 unaufhaltbare Rampensäue vor einem stehen und die Raumtemperatur ofengleich verändern. Für Minga 3 ist diese Erkenntnis keine Masche sondern systemimmanenter Anspruch an die eigene gute Laune. Diese Gang brennt, sobald sie auf der Bühne steht.

Seit Jan Böhmermann dem Witz über den kartoffelessenden Alman zu einer irritierenden Beliebtheit verholfen hat, besitzen die Deutschen auf einmal sogar Selbstironie. Ja, wir sind manchmal vielleicht etwas trocken, sowohl beim Weinkonsum als auch beim Humor. Unsere eigenen Vorurteile über uns selbst stimmen aber natürlich nicht immer. Damit München jetzt auch noch zu einer saftigen Stylesteigerung in puncto Südamerika-Sommer-gute-Laune-Latino-Flair verholfen wird, sind die Jungs von Minga 3 angetreten.

Um gleich der Namensspekulation ein Ende zu bereiten (ihr könnt nur verlieren), sei gesagt, die Drei sind eigentlich zu fünft und kommen auch nicht aus München. Hää. Wieso heißt also diese südamerikanische Gutelaunemaschine Minga 3? Hinter dieser Etymologie steckt mehr Bedeutung als man zunächst denken würde. Aber dazu später mehr, denn an erster Stelle steht natürlich der Sound.

Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft

Richard Wagner

Regionale Abwechslung ist nicht nur in der Küche ein spannendes Feld, um die unfassbare Vielfalt unseres Planeten zu erforschen und sich ihrer zu erfreuen. Genauso wie in der Küche auch neigen südliche und wärmere Gefilde natürlich auch manchmal zu etwas mehr Feuer im Abgang. Beide Phänomene bringen einen darüber hinaus auf jeden Fall ins Schwitzen. An dieser Stelle sei allerdings gesagt, die Redaktion bevorzugt den ruhelosen weil tanzenden Arsch gegenüber der ungenießbar scharfen Chili. Wer wissen möchte, wie das gemeint ist, sollte sich eine schweißtreibende Kostprobe der Latino-Minga Connection auf keinen Fall entgehen lassen.

Die drei Gründungsmitglieder Big Sergio, Donald Manuel und Carlos Segura versorgten das musikalische Grundgestell sowohl mit Prisen von Salsa Choke, Champeta und HipHop. Perfekte Zutaten für laute, feurige und ungebremste Partyatmosphäre. Als sich die Drei entschieden ihre Runde um die beiden Venezolaner Martin Vollmann und Andres Schwarzer zu erweitern, hatte man das Klangportfolio nicht nur um zwei Saiteninstrumente erweitert, sondern auch den Partygang mit Jazz, Pop und Rockelementen fertig abgeschmeckt.

Um des Namens Rätsel zu lüften, sei gesagt, dass die Band zu Beginn tatsächlich aus 3 guten Kumpels bestand, allerdings steht die 3 für die Bedeutungsmenge des Wortes Minga. In der Sprache der Quechua steht Minga für ein Streetkid, einen kleinen schelmischen Bengel à la Michel, der schon im zarten Alter von 10 mit allen Wassern gewaschen ist. Minga fungiert aber auch als Anagramm zu Gamin. Das beschreibt im kolumbianischen Spanisch so viel wie ein nachbarschaftliches Projekt, das dem Wohle der Nachbarschaft dient. Ein Jam der Gemeinnützigkeit quasi. Zu guter Letzt steht aber Minga natürlich auch für die geilste Stadt der Welt!

Release-Party

Am 9.3 lassen die Jungs die Luft im Import Export brennen.

Eintritt an der Abendkasse liegt bei 10€, wenn ihr noch nen 5er draufpackt, bekommt ihr das Album On Top.

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.