Mit Burrito-Liebe zur eigenen Company

Mit Burrito-Liebe zur eigenen CompanyDie Gründungsgeschichte von Michael Freismuth

Erinnerst du dich noch an die Wagenrad-große Pizza, die du damals in Italien gegessen hast? Oder das unglaublich saftige Steak in dem ganz unscheinbaren Restaurant in den USA? Das Dessert, dass du bei Sonnenuntergang in Spanien am Meer gegessen hast, nach dem du dich so oft zurücksehnst? Wir alle haben sie, diese Erinnerungen an ein paar ganz besondere Munchies-Momente & Foodgasms im Urlaub. Bei Michael Freismuth war es der Burrito am Strand von Kalifornien, den er nach seiner Rückkehr nach München so sehr vermisste. Die Sehnsucht wurde so groß, dass er sich entschied, sein Leibgericht selber nach Deutschland zu holen - um auch andere mit der Köstlichkeit satt & glücklich zu machen. Heute besteht seine Burrito Company aus drei Münchner Filialen. Die vierte ist in Planung. Bis dahin war es ein langer Weg. 

Alles Begann mit einem Praktikum, für das Michael das kalte Deutschland gegen die sonnige Stadt Huntington Beach im Süden Kaliforniens tauschte. Für eine große Firma arbeitete er dort im Sunshine State im Produktmarketing für Kühlschränke. In einer Mittagspause nahmen ihn seine Arbeitskollegen dann das erste Mal mit zu Chipotle, einer US-amerikanischen Schnellrestaurantkette, wo er in den Genuss seines allerersten Burritos kam. Geschmacklich war es Liebe auf den ersten Blick, geschäftlich erst auf den zweiten. War Michael doch auch nach Amerika gegangen, um dort ein Produkt zu finden, das er in Deutschland populär machen könnte. Erst einige Zeit später und mit ein paar Drinks intus kam ihm die Idee: „Ich mach Burritos! Alle haben so ein bisschen gelacht und ich habe auch noch nicht so richtig gewusst, ob da jetzt nur so der Alkohol aus mir spricht, oder ob wirklich so etwas in mir schlummert.“

Burrito for Beginners

Burrito, auf spanisch „kleiner Esel“, ist ein Weizentortilla gefüllt mit jeder Menge leckerer Sachen - Reis, Bohnenmus, Salat, Salsa... ihr kennt das ja! Was euch aber neu sein dürfte: „Kleine Eselch“ heißt der Burrito, weil seine gefalteten Enden den Ohren eines pelzigen IAHs ähneln. 

2011 kam Michael dann aus seinem Praktikum zurück und entschied sich, seine BWL-Diplomarbeit über seine neue Idee zu schreiben - die „Burrito Company“. Funktionieren die gefüllten Weizentortillas auch in Deutschland, speziell in München? - Diese Frage galt es in der Arbeit betriebswirtschaftlich zu prüfen. „Ich hab dann gemerkt, dass könnte echt klappen! Zumindest auf dem Papier.“ Doch wie viele Andere hatte Michael nach der Fertigstellung seines Studiums einen großen Traum, aber keine Knete. Studentlife ftw - damals war's eben auch nicht viel günstiger. Also wurden die drei F’s abgeklappert: Family, Friends and Fools. Nun ging es darum, wer an ihn und seine Idee glaubte: „Im Studium hat man ja eher die Leidenschaft in der Hosentasche geparkt. Und den Mut, aber nicht das Geld.“ Für die ersten Rezepte waren noch Mamas Kochkünste gefragt und die der WG-Freunde - war Michael damals doch eher Profi darin, Burritos zu essen, als sie selber zu machen.

Man träumt immer. Und dann muss man glaube ich einen ganz, ganz großen Traum haben, damit es funktioniert. Sonst macht man es nicht. Rückblickend war diese Zeit eine Achterbahn der Gefühle.

Michael Freismuth, Gründer der Burrito Company

Die neue Filiale der Burrito Company in den Riem Arcaden

Die neue Filiale der Burrito Company in den Riem Arcaden

Die neue Filiale der Burrito Company in den Riem Arcaden

Die neue Filiale der Burrito Company in den Riem Arcaden

Die neue Filiale der Burrito Company in den Riem Arcaden

Anderthalb Jahre später war er endlich gefunden - der richtige Laden inmitten der hippen Maxvorstadt. „Das war so eine Entscheidung, die konnte ich an nur einem Abend treffen. Von 22 bis 23 Uhr habe ich dann versucht die Finanzierung zusammenzukriegen und musste am nächsten Tag um 8 Uhr bestätigen.“ Fünf Jahre ist das jetzt her und neben der Augustenstraße werden die Burritos der Burrito Company mittlerweile auch in der Baaderstraße und ganz neu in den Riem Arcaden gerollt. Insgesamt drei Läden hat der gebürtige Wolfratshausener mittlerweile eröffnet, ein weiterer ist in Planung. Viel Zeit für die Familie bleibt da nicht: „Das beeinflusst natürlich sehr das private Leben und es ist wichtig, dass man einen starken Partner an seiner Seite hat. Das habe ich Gott sei Dank!“. Michaels Frau unterstützt ihn und ist zugleich seine härteste Kritikerin in Sachen Burrito Company. Nicht nur privat, auch beruflich hat er mit ihr zusammen das Glück gefunden - entstanden aus einer Schnapsidee am Strand von Kalifornien. 

Ich will den Leuten genau das Gefühl geben, dass ich 2011 hatte, als ich das erste Mal in einen Burrito gebissen habe und dabei in Kalifornien unter Palmen saß.

Michael Freismuth, Gründer der Burrito Company

Mit der Burrito Company hat es Michael Freismuth geschafft, ein Stück kalifornischen Lifestyle nach München zu bringen. „Ich will den Leuten genau das Gefühl geben, dass ich 2011 hatte, als ich das erste Mal in einen Burrito gebissen habe und dabei in Kalifornien unter Palmen saß.“ Das setzt er in seinen Läden nicht nur mit leckerem, frischen Essen, sondern auch mit authentischem Style im einschlägigen Venice-Beach-Look um. Zehn Minuten Urlaub vom Alltag, zurück zum Strand von Huntington Beach, wo alles mit einem Burrito in der Hand begann. 

Pics by Anna Pauels

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt hat mehr Platz zum Tanzen.