Marais Soir

Marais SoirLässiger Luxus auf jedem Teller

Duett vom Dry Aged Beef mit Pommery-Senfsauce, Terrine de Foie Gras mit Apfel, Amaranth und Brioche oder Austern „Fine de Claire“ - wenn man beim ersten Blick auf die Speisekarte so viele Highlights der gehobenen Küche feststellt, möchte man im ersten Moment meinen, man sitzt in einem Lokal, in dem sich hochnäsige Etikett und elitäre Attitüde die Klinke in die Hand geben. Ganz anders im Marais Soir. Das gemütlich-elegante Restaurant im Westend führt zwar noch viel mehr Genüsse gehobener Kulinarik auf der Karte, ist aber alles andere als ein Ort der Stock-im-Allerwertesten-Bussibussi-Gesellschaft. 

 

Versackfaktor: Hoch!

Was die Topf- und Tellerkunst des Marais Soir angeht, muss sich das apart eingerichtete Lokal alles andere als verstecken - vor den vornehmen Schuppen, die sich auf die Fahne schreiben, Münchens Upperclass (oder die, die sich dafür halten) die feinen Mäulchen zu füllen. Im Marais könnt ihr in zarten, durch die französische Küche inspirierten Delikattessträumen schwelgen und euch trotzdem mehr als wohlfühlen. Ja sogar ganz ungeniert in feuchtfröhlicher Runde so richtig gemütlich versacken. 

Französischer Charme auf ganzer Linie

Nicht umsonst gehört das Lokal an der Schwanthalerstraße zu den besten Adressen im Westend, und zwar schon seit rund fünf Jahren. Wer einmal hingeht und den entspannten, fröhlichen und freundlichen Charme des Serviceteams (qui, den französischen Einfluss hört man hier schon beim Bestellen) auf sich wirken lässt, kommt garantiert wieder. Denn noch bevor man auf die hervorragend zusammengestellte Karte blickt, hat einen die lockere Atmosphäre schon gepackt. Ja man muss fast sagen: überzeugt. Dabei geht es nach der Bestellung erst richtig los! Restaurant- und Küchenchef Riccardo Asti rödelt in der kleinen Küche mit seinem Team schon auf Hochtouren. Auf dem Weg zum WC (Nase pudern und so) kann man einen Blick in ihr Reich erhaschen. Obwohl sein Lokal solch einen authentischen französischen Charme versprüht: Riccardo ist gebürtiger Italiener. Vor vielen Jahren ist er nach München gekommen und wollte sowohl mit den Erfahrungen aus der Sterneküche, als auch mit den französischen Einflüssen seiner vorherigen Gastrokarriere hier ein Restaurant eröffnen - mit gehobener Küche, aber bodenständig. Nicht zu verspielt, aber mit dem gewissen Pfiff. Ist ihm gelungen, so viel können wir sagen.

 

Vor und zurück und danach und überhaupt...

Los geht's - klar - mit der Vorspeise. Aber die ist auch schon ein Highlight: Dreierlei vom Yellow Fin Tuna. Würzig als Tatar, exotisch umhüllt vom Knuspermantel mit asiatischen Gewürzen und klassisch als ganz leicht angebratenes Steak. Herrlich... kann eigentlich schon fast nicht besser werden. Wird es aber - mit dem Zwischengang: gebratene Gambas auf einer nussig-scharfen Linsencreme. Zum Hauptgang: Rinderduo mit einer würzigen Reduktion aus Rotwein. Die Nachspeise: hausgemachter Matcha-Tiramisu mit Mangosorbet und Beeren. Wobei das Wort "hausgemacht" hier eigentlich keine gesonderte Erwähnung bedarf. Denn im Marais ist alles hausgemacht, versichert uns der Chef. Bis hin zu den kunstvollen, filigranen Gebilden Beispielsweise aus frittierten Glasnudeln oder als süße Variante aus festgewordener Zuckerreduktion, die die Gerichte auch für das Auge zauberhaft werden lassen. 

Menü Highlights zum sich was gönnen können

Besonders beliebt sei bei vielen Stammgästen das Spiegelei Marais Soir mit Largo und schwarzer Trüffelsauce, erzählt und Riccardo Asti. Aber auch der Oktopus und die Ravioli sind Klassiker, die immer gerne bestellt werden. Mal mit Wildkräutern und Brennnesseln, mal mit Steinpilzen - wie Riccardo die Ravioli füllt, wie er seine ganze Karte kreiert, hängt vom Marktangebot ab. Jede kleine und größere kreative Küchenkreationen, die auf der Karte steht, ist von der Saison abhängig. So verspricht jeder Besuch im Marais also neue geschmackvolle Überraschungen. "Ich schaue eben immer, was es gerade so auf dem Markt gibt - und versuche dann daraus etwas Schönes für die Gäste zusammenzustellen - immer wieder auf's Neue", sagt der Restaurant- und Küchenchef. Das Ergebnis: Gehobene Küche ohne Schlips und Kragen - dafür mit ganz viel Stil, einem guten Preisleistungsverhältnis und dem gewissen Etwas an französisch-italienischem Charme und Lässigkeit.

Kleiner Bestellguide:

  • Was kostet's?

    Vorspeisen und Zwischengerichte 8 bis 19 Euro, Hauptspeisen um die 28 Euro, Dessert: 5 bis 14 Euro. 

  • Gönn dir!

    Wer es sich richtig gut gehen lassen will: das 4Gang-Menü gibt's mit Weinbegleitung für faire 70 Euro, 3Gänge plus Wein für 57 Euro.

Bilder von Thomas Tomski für Geheimtipp München.

Julia Katharina Tomski

Ursprünglich aus dem bodenständigen Nordrhein-Westfalen folgte Julia dem Ruf der Medienstadt München und fand als Feingeist mit Hang zu schönen Dingen, gutem Geschmack und herzerwärmenden Menschen hier ihr Glück und einen Quell an Inspiration. Trotzdem: Im Alltag trägt Julia statt weißem Blüschen und Perlenohrringen lieber zerrissene Jeans und das Herz auf der Zunge. Denn: U can take the girl out of the Pott but U can never take the Pott out of the girl.