Magic City

Magic CityDas Streetart Happening des Jahres

Wahre Kunst, Sachbeschädigung, Gesellschaftskritik mit Tiefe, Fassadenverschönerung oder Rotze an der Wand - nichts polarisiert so sehr wie Streetart! Solch eine Ambivalenz der Deutungsmöglichkeiten schreit geradezu nach besonderen Ausstellungsformaten. Aber wenige oder gar niemand hat es bisher so treffend und Szene getreu hinbekommen, wie die Magic City Macher. Vorab an dieser Stelle schon einmal ein Chapeau mit Ausrufezeichen!

Streetart ist länger in der Mitte der (Kunst-) Gesellschaft angekommen, als es manch einer wahrhaben will. Die Möglichkeiten der Kunst der Straße sind viel grenzenloser und somit unkonventioneller, als die einer rechteckigen Leinwand. Und gerade deswegen sollte eine museale Ausstellung auch eher nicht die besten Beispiele gelungener Werke abfotografiert in unterschiedlichen Rahmengrößen an die Wand archivieren. Dass dies keine adäquate Lösung ist, scheint dem Team um Kurator Carlo McCormick klar zu sein.

Der Name ist gleich wörtlich zu verstehen. Magic City ist nichts weiter als eine Adhoc entstandene Stadt, errichtet um die Tiefe der Staßenkunst zu erzählen. Ein Wunderland frei zugänglich für jeden, nicht nur für Alice (naja ok, der Eintritt kostet zwar um die 8 Euro, sonst aber wirklich frei zugänglich!). Hätte uns als Kind jemand gesagt, dass wir für eine Wochenration Taschengeld den verrückten Hutmacher und den Märzhasen besuchen können, hätten wir auch nicht gezögert. So wie heute!

If graffiti changed anything, it would be illegal!

Banksy

3D-Illusionen, Gaffitis, einizigartige begehbare Skulpturen, hausgroße Wandgemälde, Workshops, einen eigens für die Ausstellung komponierten Soundtrack und und und. Die Künstler wollen aber nicht nur, dass ihre Arbeiten bestaunt werden. Sie wollen die Besucher auch aktiv werden und sie die Streetart damit regelrecht erleben lassen. Darum gibt es während der ganzen Eventzeit immer wieder Workshops und Aktionen. Unter anderem mit Beatboxern, Breakdancern, ihr könnt dabei sein, wenn der Weltmeister im Bodypainting sein Model mit einem Kunstwerk verschmelzen lässt, Streetart-Experten geben Entdeckertouren durch die Ausstellung und und und. Vor einem Besuch empfiehl sich also auf jeden Fall ein Blick in das Programm!

Das alles macht Magic City zu viel mehr als einer Ausstellung. Eher zu einer (Klein-) Stadt der Kunst in der neuen Olympiahalle. Am Donnerstag, 13. April, öffnen die Tore dieser Stadt. Jeder, der nur von der Existenz des Wortes „Kunst“ gehört hat, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Hintergrund (aka Infos zum klug daherreden)

  • München gilt als Geburtsstadt der deutschen Streetart. Daher zählen zu den insgesamt 66 involvierten Artists aus 20 Nationen auch viele lokale Künstler aus der Isarmetropole.
  • Nach Dresden ist München der zweite Stopp auf der Tour der bunten und aufwendig gestalteten Wanderausstellung. 

 

Pics by Magic City

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.