Protz, Glanz und Gloria. Die Gegend um die Ludwigstraße repräsentiert die Schickeria wohl besser als kein anderes Eck in München. Gerade rund um den Odeonsplatz reiht sich ein hochpreisiges Geschäft an das andere, im Gegensatz dazu das angrenzende Univiertel: Hip, jung und wenn man es so für München überhaupt sagen kann: relativ preiswert. Das Ludwig 8 will nun eine Verbindung und einen Platz für alle Zielgruppen schaffen. Ein hochgestecktes Ziel, noblen Geschäftsmann und den typischen Studenten an einen Tisch zu bringen. Ob's klappt? Wir haben dem Restaurant mitten auf der Ludwigstraße einen Besuch abgestattet.

Maurizio ist der Mann im Service und verantwortlich  für Wein und Getränke. Florian kümmert sich um die Buchhaltung, die Werbung und zusammen mit Jakob um das Essenskonzept. Letzterer schwingt übrigens den Kochlöffel im Ludwig 8…und wie! Caprese Siziliana aus Büffelmozzarella, Fenchel und Blutorange (12€), ein vegetarisches Thai Curry mit Kichererbsen (10€), Ofenkartoffel mit diversen Toppings (7 - 13€) oder ein Lammgulasch mit Paprika und Zitrone (14€) . Na, läuft dir schon das Wasser im Mund zusammen? Uns auch! 

Uns ist es wichtig täglich frisch zu kochen, deswegen lieber eine kleine, wechselnde Karte, um die Frische zu erhalten.

Florian Spitta, Mitgründer des Ludwig 8

Gab es am Anfang im Ludwig 8 noch aufwendige Menüs, so wurde die Karte mittlerweile deutlich vereinfacht, ohne dabei auf Qualität zu verzichten, denn alles ist immer noch: bio, regional, hausgemacht und  ohne Konservierungsstoffe zubereitet. Lagen die Gerichte damals noch bei deutlich über 10€ , so kommt das Ludwig 8 heute preislich günstiger um die Ecke. „Viele Restaurants nutzen Convinience-Produkte, weil sie einfach nicht anders können bei einer riesigen Speisekarte. Uns ist es aber wichtig die Sachen täglich selber frisch bei uns zu kochen, deswegen dann doch lieber eine kleine, wechselnde Karte, um die Frische zu erhalten“, erzählt Florian. Und nicht nur das: Das Ludwig 8 will auch in Sachen Nachhaltigkeit ein Zeichen setzen und verzichtet komplett auf die Verwendung von Plastik. Stattdessen kommt ein biologisch abbaubarer Ersatzstoff zum Einsatz, der in der Nähe von München hergestellt wird. 

Wir wollen einen Ort schaffen wo jeder sich wohl fühlt - vom Studenten, über den Geschäftsmann, bis hin zur Mama mit Kinderwagen.

Maurizio Giambalvo, Mitgründer des Ludwig 8

Tatsächlich,  lange war der Platz zwischen Universität und Odeonsplatz ein toter Punkt. Shoppingspots oder Restaurants fand man erst wieder in der Nähe der U-Bahnstation. Mit dem Ludwig 8 wollten Florian und Maurizio den Anfang machen, den Platz mehr zu beleben. Laufkundschaft gibt es schließlich genug und auch in dem ehemaligen Gebäude der Politikuni, in dem sich heute das Ludwig 8 befindet, sind viele Büros eingezogen. "Wir haben also: Eine gute Lage mit vielen Geschäftsleuten und einem etwas wohlhabenderem Publikum plus im Gegensatz dazu die Uni und viele Studenten direkt um die Ecke." Für ein einziges Klientel entscheiden, will sich das Restaurant-Team nicht. „Wir wollen einen Ort schaffen, wo jeder sich wohl fühlt…“, erzählt uns Maurizio, „…vom Studenten, über den Geschäftsmann bis hin zur Mama mit Kinderwagen.“ 

Das funktioniert nicht nur durch die exzellente Küche und den durchaus humanen Preis. Alle Gerichte gibt es auch To Go - und zusätzlich zur wechselnden Wochenkarte bietet das Ludwig 8 auch noch diverse Sandwiches und natürlich geile Limos von Eizbach oder M.A.T. Kraft Lemoades an. Die Karte ist trotz weniger Gerichte breit gefächert und deckt für jeden Geschmack - ob Fleischesser oder Vegetarier, alles ab. Das Ludwig 8 schafft es einen Bogen zu spannen zwischen dem schicken Viertel um die Oper und dem hippen Univiertel. Das Interieur ist schick - aber nicht zu schick und unserer Meinung nach etwas für Jung und Alt. 

Wir wollen den Leuten einfach einen gemütlichen Abend bereiten mit gutem Wein - wo man in Ruhe sitzen und reden kann und nicht wie eine Sardine in der Büchse rumsteht.

Florian Spitta, Mitgründer des Ludwig 8

Demnächst soll auch das Abendgeschäft weiter ausgebaut werden. „Wir wollen ja gar nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Läden stehen, weder szenig, noch ein Club sein…“, erzählt uns Florian,“…wir wollen den Leuten einfach einen gemütlichen Abend bieten mit gutem Wein, wo man in Ruhe sitzen und reden kann und nicht wie eine Sardine in der Büchse rumsteht“. Die Öffnungszeiten sollen demnächst erweitert werden und der gemütliche Innenhof wird dann bei wärmeren Temperaturen viele Münchner zum Entspannen und Schlemmen einladen. Ob mit kleinem oder großen Geldbeutel, egal ob man Kaffee oder Schampus bevorzugt, das Ludwig 8 hat einen Platz für alle geschaffen. 

Pic's by Miles Köhler

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt hat mehr Platz zum Tanzen.