Lotería de la Vida

Lotería de la VidaEin verspielter Liebesgruß an Mexiko

Das ganze Leben ist ein Spiel… trällerte einst schon Larissa Mondrus ins Mikro. Der Münchener Grafikdesigner und Illustrator Alexander Hauptkorn hat unter diesem Aspekt seine Leidenschaft für ein ganzes Land zusammengefasst. Sein Projekt „Lotería de la Vida“ (Lotterie des Lebens) ist eine erfrischende Interpretation des alten, volkstümlichen Spiels „Lotería" aus Mexiko, was bei uns gemeinhin unter dem Namen Bingo bekannt ist. Das soll nach Jahren der Schreckensmeldungen und Drogenkriege aus der Atztekenheimat vor allem die schönen und farbenfrohen Seiten des Landes zurück in die Köpfe der Leute bringen.

Lotería de la Vida ist mein erstes großes Projekt in Eigenregie. Es ist eine absolute Herzensangelegenheit für mich, meine Liebeserklärung an Mexiko.

Alexander Hauptkorn

Seine Liebe zu dem Lateinamerikanischen Land und dessen Kultur entflammte schon früh in seiner Kindheit, doch erst ein langer Aufenthalt dort als junger Erwachsener entfachte bei ihm ein loderndes Interesse. „Als ich das erste Mal nach Mexiko gekommen bin, war ich direkt geflashed. Das hat mich persönlich und beruflich sehr in meinem Werdegang geprägt.“ Mit seinem Projekt „Lotería de la Vida" möchte er den üblen Vorurteilen entgegenwirken und Mexiko wieder ein Stück weit ins rechte Licht rücken. „Ich finde es schade das Mexiko so ein schlechter Ruf vorauseilt. Dabei hat das Land so eine wunderschöne Kultur und viele freundliche Menschen.“ Und eben genau diese bunte Kultur und das Lebensgefühl, das das Land vereint, gilt es in all seiner Pracht in seinen Illustrationen widerzuspiegeln.

Das Spiel-Prinzip ist dem Bingo sehr ähnlich, nur dass es sich statt an Zahlen an Illustrationen bedient.

Alexander Hauptkorn

Die Neuinterpretation des schon im 18. Jahrhundert in Mexiko kreierten Spiels „Lotería“ funktioniert hierbei wie das Original, welches in unseren Breitengraden aber eher unter einem anderen Namen bekannt ist. „Das Spiel-Prinzip ist dem Bingo sehr ähnlich nur das es sich statt an Zahlen an Illustrationen bedient.“ Sonst hat es mit der Ursprünglichen Version nicht allzu viel gemein. Ein besonderes Anliegen war Alex nämlich die umfassende Geschichte und Mythologie des Landes zeitgemäßer und in all seiner Farbenpracht zu visualisieren. So bediente er sich bei der Motivwahl vermehrt an Themengebieten und Persönlichkeiten der jüngsten Historie Mexikos.

Zwei arbeitsintensive Jahre verschlang der Prozess von der Idee bis zur finalen Umsetzung. „Es hat stapelweise Illustrationen bis zum Endprodukt gebraucht, es sollte einfach perfekt werden.“ Ein Großteil seines Schaffensprozesses findet zudem am TouchPad seines Laptops in digitaler Form statt. Umso größeren Wert legt er darum auf eine wertvolle Herstellung des Endprodukts und die Nachhaltigkeit der verwendeten Recycling-Materialien. „Den Druck möchte ich im Letterpressverfahren herstellen, das ist für mich die traditionellste und natürlichste Art ein hochwertiges Endprodukt zu erschaffen.“

Das Projekt ist für mich wie ein Kind, dem ich meine ungeteilte Aufmerksamkeit widme. Klingt jetzt vielleicht ein wenig theatralisch, aber Frida hätt's wahrscheinlich genauso ausgedrückt.

Alexander Hauptkorn

Für ihn ist Frida Kahlo eine der authentischsten Persönlichkeiten die je gelebt haben. „Mit ihrer unverblümten, freigeistigen Art hat sie einfach ihr Ding durchgezogen und die Sachen so gemacht wie sie es wollte - ohne Konventionen, ohne Regeln.“ Sein Besuch ihrer farbenfrohen Gedenkstätte in Mexico City fühlte sich für ihn wie ein Nach-Hause-Kommen an. Nicht erst seit diesem Erlebnis teilt er eine tiefe Verbundenheit mit der renommierten Künstlerin, die sich an vielen Stellen auch in der Arbeit des Münchners widerspiegelt.

München bildet für ihn den zentralen Lebensmittelpunkt. Der 29-Jährige ist hier geboren und aufgewachsen. Schon oft habe er mit dem Gedanken gespielt, das Weite zu suchen. Aber er könne der Stadt einfach nicht den Rücken kehren. Genau dieses Heimatgefühl sei auch das, was München für ihn so lebens- und liebenswert mache. Hier finde er seine Inspiration in der Schönheit des Alltäglichen. Das einzige Manko stelle für ihn die schwierige Beziehungssuche dar. Aber wer weiß, vielleicht hängt das ja auch einfach mit seinem Herzensprojekt „Lotería de la Vida" zusammen. Wie heißt es eben so schön: Glück im Spiel - Pech in der Liebe… Oder so ähnlich.

¡Que viva México!

Ihr wollt Alex bei seinem Herzensprojekt unterstützen? Dann sichert euch eins der druckfrischen Exemplare! Noch bis zum 6. August läuft die Kickstarter Crowdfunding-Kampangne rund um die schönsten Seiten Mexikos.

Keine Knete? Wir verlosen eins der wunderschönen „Lotería de la Vida" Postkartensets, sowie ein gerahmtes Poster zur Reihe. Infos dazu gibt's auf unserer Facebookseite.

Miles Köhler

Miles - mit dem Herz auf der Zunge und dem Bass im Ohr, tanzt sich unser ehemaliges Hauptstadtkind munter durch Münchens Elektroclubs. Von Kopf bis Fuß in schwarz - aber mit 'ner großen Portion Konfetti, bitte! Auf der Suche nach dem kleinen Hauch Berliner Luft im Augustinerland und dem Tofu-Steak im Weißwurst-Heaven.