Kultur Konsum

Kultur KonsumJunge Kunst im Supermarkt

Mit wenigen Mitteln Neues erschaffen und dabei auf die kreativsten Ideen kommen - Genau das tun zwei Architekturstudierende der TUM. Mit ihrem Projekt „Kultur Konsum“ wollen sie junge und zeitgenössische Kunst am 24. Juli “pop-up-mäßig“ in einem sehr unkonventionellen Rahmen präsentieren. Nämlich in einem Supermarkt. Damit sensibilisieren sie nicht nur für unsere Konsumkultur, sondern hinterfragen auch die gängigen Rezeptionstheorien der Kunst, also den Kulturkonsum. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Museen und Supermärkte sind ähnlicher als man denkt.

Zwischen Eingemachtem und frischen Lebensmitteln gibt's bald Kunst zu entdecken. © Kultur Konsum

Bye, bye White Cube! Hallo Gemüseregal!

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ins Museum geht? Man fühlt sich neben der Architektur dieser meist majestätischen Palastgebäude oft sehr klein und untertan. "Aber come on, das muss echt nicht mehr sein!", finden die Organisatoren der Ausstellung, Konstantin Molodovsky und Tolga Bölükbasi. Gerade weil Kunst heutzutage gar nicht mehr in den Ausstellungskontext eines Museums gehöre. Stattdessen sehen sie es als überlebenswichtiges kulturelles Gut an, das für jeden von uns frei zugänglich sein sollte. Die Street Art geht da mit einem guten Beispiel voran. Im Rahmen eines Seminars und der Abschlussarbeit zur Professur Urban Design bringen die beiden jungen Münchner ebenso junge wie zeitgenössische Kunst an einen Ort, den jeder von uns fast täglich besucht – den Supermarkt. Und darin sehen sie großes Potential.

Der EDEKA Hertscheck – ein besonderer seiner Art…

Das gesamte Arrangement: ein Kunstwerk

Gemeinsam mit dem innovativ denkenden Team vom EDEKA Hertscheck in Neubiberg, das bereits in der Vergangenheit einen Space für unkonventionelle Projekte geboten hat, wollen die beiden Studenten ihre Ausstellung verwirklichen. Am Freitag, den 24 Juli, könnt ihr ab Ladenöffnung um 8 Uhr bis zum Ladenschluss Kunstwerke zwischen Lebensmitteln und Konservendosen begutachten und entdecken. Und euch über die Parallelen zwischen Kunstgalerie und Supermarkt Gedanken zu machen. Was bei dem einen Produkte sind, sind bei dem anderen die Exponate. Der Filialleiter ist aus Sicht des Museums der Kurator. Der Ausstellungsflyer wird zum Angebotsflyer. Aber auch Regale, Truhen und Fließbänder werden zu spannenden Ausstellungsflächen. 

Auch mit dem kritische Umgang unseres Wegwerfkultur befasst sich die Kunst. © Kultur Konsum – Konni Molodovsky

Kritisch, aber offen und mit Humor

Doch was für Kunst stellt man einem Supermarkt aus? Melancholische Landschaftsmalerei aus dem Biedermeier auf jeden Fall nicht. Die Studierenden wollen auf ironischer Art und Weise gesellschaftskritische Kunst präsentieren. In ihrem Repertoire: über 15 internationale Künstler, die sich mit unserer Konsumkultur anhand von Videoinstallationen und Fotoserien auseinandersetzen. Damit stellen sie ebenfalls einen wichtigen Aktualitätsbezug her, denn auch Corona hat unser Kaufverhalten schlagartig verändert. Wir dürfen also gespannt sein, wie die Themen "Konsum Kultur" und "Kultur Konsum" bei diesem jungen und innovativen Projekt Umsetzung finden.

Erst Ausstellung, dann Party

VERNISSAGE AB 18H

Und wie es sich für eine richtige Ausstellung gehört, darf eine Vernissage nicht fehlen. Am 24. Juli um 18 Uhr erwarten euch deshalb Gespräche und Vorträge über die ausgestellten Werke verbunden mit einem Get-together plus Musik und feuchtfröhlichem Vergnügen.

Bang Bang im GOP Varieté-Theater

Eine Show voll Glitzer, Glamour & Lebensfreude

Headerbild von Unsplash. 
Beitragsbilder von Kultur Konsum

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Kultur Konsum entstanden. 

Paul Harhausen

Temporärer „Zuagroaßter“ - so würden wohl waschechte Münchener Paul bezeichnen. Auf der To-Do-Liste des eigentlichen Wahl-Weimarers und geborenen „Jong“ von der Waterkant stand schon immer, irgendwann mal in der südlichsten Großstadt Deutschlands zu leben. Die grandiose Lebensqualität, das beständige Wetter, aber auch die Sehnsucht zu den Bergen, das alles hat Paul nach München gelockt. Mit jedem Tritt in die Pedale seines Rennrads und den Blick auf die Isar gerichtet, spürt er nämlich genau das: Lebensqualität. Darauf ein Prosit!