KINO ASYL Filmfestival

KINO ASYL FilmfestivalVon und über junge Refugees

Das Filmfestival KINO ASYL findet vom 2. bis 7. Dezember 2018 zum vierten Mal in München statt. Und das ist eine richtig gute Sache. Warum? Weil junge Flüchtlinge, die in München leben, ein Festival für Euch gestaltet haben, das Filme aus ihren Herkunftsländern zeigt. Dadurch bekommt Ihr nicht nur Einblicke in ihre Lebenswelten, sondern es verleiht dieser abstrakten Flüchtlingsthematik auch individuelle Gesichter.

Bis die Filme in den fünf Münchner Veranstaltungsorten (Kammerspiele, Gasteig, HFF etc.) über die Leinwände flimmern, braucht es natürlich viel Vorarbeit. Die Jugendlichen wählen die gezeigten Filme aus ihren Herkunftsländern nicht nur aus und übersetzen sie. Sie sind sind auch bei der Festivalorganisation auf allen Ebenen aktiv beteiligt: Von der Erstellung der Flyer und Trailer bis hin zur Präsentation ihrer Filme.

Davon profitieren alle Beteiligten: Wir Besucher können eine gute Filmauswahl erwarten, die Jugendliche sind schliesslich Experten für die Filme aus ihren Herkunftsländern. Oder wisst Ihr sonst jemanden, der sich mit der syrischen Filmkultur auskennt? Und weil die Filme wohl nie auf Netflix laufen werden, bekommt Ihr hier einzigartige Einblicke in fremde Lebenswelten. Damit wird Euch auch bei FILM ASYL etwas geboten, was keine noch so fundierte politische Abhandlung leisten kann: Eine emotionale Perspektive aus Bildern, Geschichten und Stimmungen auf die Länder. Und die führt uns vor allem vor Augen, dass hinter dieser „Flüchtlingsproblematik“ eben Menschen stehen. Jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte.

Was die Jugendlichen davon haben? Natürlich allerlei Einblicke ins Projektmanagement, sie lernen einen souveränen Medienumgang und sprachliche Kompetenzen. Aber vor allem die Erkenntnis, dass sie unsere Kultur nicht nur aktiv mitgestalten, sondern vor allem bereichern können. Und das ist auch das, was sie uns mit all ihren Filme zeigen.

KINO ASYL klingt also nach einer rundum guten Sache. Das fand übrigens auch die bundesweite Initiative „Kultur öffnet Welten“ und zeichnete das Festival aus. Und damit nicht genug: Den renommierten Dieter-Baacke-Preis gab's auch noch für dieses Konzept. Damit zeichnet die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beispielhafte Projekte aus, die einen kreativen Umgang mit Medien vermitteln und fördern. Also, schaut auf jeden Fall einfach rein und lasst Euren Horizont erweitern. Der Eintritt ist übrigens frei, Spenden werden auf diesem Filmfestival aber natürlich gern gesehen. Das komplette Programm könnt ihr hier checken. 

Pics by M. Kratzer, A. Khorosh & F. Bayat.

Henrike Hegner

Lebe Dein Ändern! Henrike hat es irgendwann aufgegeben, „nie“ zu sagen. Immer dann, wenn etwas unbekannt, irritierend oder anders ist, ist das Nordlicht mit vollem Herzen dabei – oft zu ihrer eigenen Überraschung. Feinste Künste und letzter Trash können sie gleichermaßen begeistern. Nervös wird sie nur, wenn die Flasche Cola nicht in Griffweite ist.