Kaffee Klugscheißerwissen

Kaffee KlugscheißerwissenFun Facts vom Münchner Coffeepro

Um das braune Gold ranken sich unzählige Mythen, Legenden und Erzählungen. Wo kommt Kaffee her? Wo wird er angebaut? Wie hat er die Welt erobert? Warum können so viele Menschen nicht ohne ihn? Wie verändert er unser Leben? Hier kommen: Fakten, Skurriles, Faszinierendes rund um den Kaffee...

Ziegen, Prophet, Kaffee?

Wo kommt der Kaffee her? Der Klassiker: Der Erzählung nach gab es in Äthiopien einen Hirten, der eines Tages seine Ziegen dabei beobachtete, wie sie wild aufgeregt umhersprangen, die Hörner aneinander stießen und auf den Hinterbeinen hüpften – ohne Pause, ohne Müdigkeit. Ihm fiel auf, dass dieses Treiben immer an der gleichen Stelle nach dem Fressen desselben Strauches auftrat. Irgendwann hat auch der Hirte von dem Strauch gekostet – erst die Blätter, dann die Beeren – stellte bald eine angeregte Euphorie fest und fing an, mit seinen Ziegen zu tanzen… Die Kunde dieser neu entdeckten Pflanze verbreitete sich schnell und so wurde Kaffee zum Nationalgetränk und Teil der äthiopischen Kultur. Eine weitere Legende erzählt vom Propheten Mohammed, der schwer erkrankt war, bis ihm schließlich der Erzengel Gabriel erschien und eine Schale mit einem heißen, dunklen Getränk zum Verzehr reichte. Mohammed war umgehend wieder gesund, konnte sein religiöses Werk vollenden und unzählige Jungfrauen beglücken. Wohl bekomms!

Kapseln = Recycling… denkste!

Seit einigen Jahren erobern Kaffeekapseln die Haushalte und Büros dieser Welt. Nespresso, Cafissimo, Capsa, … jeder kennt sie. Einen guten Espresso zuzubereiten erfordert – unabhängig von gutem Kaffee – sensorisches und mechanisches Verständnis, ebenso wie viel Fingerspitzengefühl. Mit der Kapselzubereitung kann man dabei erstmal wenig falsch machen. Die Bequemlichkeit ragt heraus. Sau teuer (60 € / kg) ist es auch, klar. Und wie sieht es mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz aus? Bei allein in Deutschland konsumierten 2 Milliarden (!) Kapseln pro Jahr fallen 4000 Tonnen Müll an. „Aber man kann die ja recyceln!“, hört man immer wieder. Jean-Paul Gaillard, ehemaliger Vorstandschef bei Nespresso und mitverantwortlich für den Siegeszug der Kapsel, hat dazu eine klare Meinung: „Recycling is bullshit in general!“, weil das Aluminium durch die Farbe und den Kaffee verunreinigt wird und nur noch minderwertig wiederverwendet werden kann. Der Müll bleibt also. Feierabend. Übrigens: Mr. Gaillard hat mittlerweile die Ethical Coffee Company gegründet.

Sexpresso – what …. next?!

In den 1980ern konnte man zunächst in Japan und Chile das Phänomen der Bikini Baristas beobachten. In der Stadt Everett im US-Bundesstaat Washington gibt es ebenfalls ein paar weibliche Baristas, die es vorziehen, leckeren Espresso, Cappuccino, Latte, usw. im Bikini zu servieren. Das wurde aber kürzlich vom Stadtrat verboten. Sittenwidriges Verhalten und so. Ob die Kleiderordnung von den Geschäftsführer(-inne)n vorgegeben oder „empfohlen“ wird, ist nicht überliefert. Wie auch immer, wollten die lieben Baristas das nicht auf sich sitzen lassen und haben Klage gegen diese Verordnung eingereicht. Ausgang ungewiss… Freiheit für alle? Kaffee für alle? Oder war da nur jemand zu oft bei Hooters naschen?

Grüner Kaffee, Katy Perry, gesund?

Seit ein paar Jahren ist Grüner Kaffee groß im Trend. Diesem wird nachgesagt, ein unglaublich tolles Abnehmprodukt zu sein. Was ist Grüner Kaffee? Grüner Kaffee ist ungerösteter Kaffee, d.h. es wird ein Extrakt aus der aufbereiteten und getrockneten Kaffeebohne gewonnen. Dieser rohe Kaffee enthält noch einen relativ hohen Anteil an Chlorogensäure, die die Aufnahme von Zucker und Fett in den Körper hemmen soll und mithilfe der man folglich ein paar Pfunde verlieren kann. Einige Celebrities, darunter Katy Perry und Demi Moore, schwören drauf. Das blöde daran: Wissenschaftlich ist das noch lange nicht belegt. Außerdem wird der Chlorogensäure nachgesagt, Magenreizungen zu verursachen… Wie hat schon Goethe gesagt: Alles mit Maß und Ziel.

Büro, Kaffee, Idee!

Wie wichtig der Kaffee bzw. die geschaffene Atmosphäre rund um ihn und das Kaffeetrinken selbst für die Produktivität und die Kreativität der Mitarbeiter sind, erkennen immer mehr Unternehmen. Marissa Mayer, CEO von yahoo, hat die Anzahl an Kaffeemaschinen in der Unternehmenszentrale drastisch erhöht, weil „einige der besten Entscheidungen und Ideen aus Diskussionen im Büroflur oder in der Cafeteria entstehen.“ Einige Unternehmen im Silicon Valley, darunter auch SAP, haben angefangen, Whiteboards und Flip Charts neben den Kaffeemaschinen aufzustellen, damit die kreativen Ergüsse der Mitarbeiter gleich festgehalten werden können. Die werden auch nicht weggewischt, wenn man die Koffeintankstelle verlässt. Der nächste Mitarbeiter, der sich seinen Kaffee holt, kann Zeichnungen erweitern oder Ideen anfügen. Kaffee ist und bleibt das Schmiermittel jeder sozialen und professionellen Beziehung.

Michael Stransky

Michael ist Weltenbummler und Kaffejunkie. Nachdem er seine Laufbahn als Unternehmensberater an den Nagel gehängt hat, machte er sein größtes Laster zum Beruf und hat die Münchner Kaffeerösterei mitgegründet. Sollte er mal nicht am Kaffee hängen, dreht er seine Runden an der Isar oder in den Alpen.