Kaffee

KaffeeEine Ode an einen der weltbesten Kumpel

Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Kaffee. Wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch 'nen Kaffee. Wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch 'nen Kaffee. Und wenn ich dann noch traurig bin, dann fang ich an von vorn'... Ok, ich geb zu: ab hier funktioniert’s nicht mehr so gut. Und eigentlich hat Heinz Erhardt damals ja auch nicht den Kaffee besungen... Dennoch: Kaffee erweist sich immer wieder als grandioser Kumpel, mit dem man über die ein oder andere Tasse gebeugt, einiges ausdiskutieren kann. Klar, Kaffee antwortet nicht (und wenn doch, sollte man sich überlegen ob der letzte nicht vielleicht zu viel war). Aber Kaffee hilft einem, die Dinge klarer zu sehen, nicht so verschlafen - mir zumindest. Denn so wie uns ein guter Freund den Rücken stärkt, macht uns Kaffee manchmal zu Iron Man. Und er selber ist auch irgendwie ein Superheld, ein Tausendsassa. Warum? Ich will es euch erklären...

Kaffee führt uns Menschen zusammen - egal ob Urmünchner, zugezogener Preuss, Flüchtling oder Tourist. Denn Kaffee ist Teil jeder Kultur. Kaffee IST eine Kultur. Kaffeekultur. Äußere ich mich so in meinen Seminaren, höre ich immer wieder: “Aber wir Münchner - wir echten Münchner - wir brauchen keinen Kaffee! Wir haben unser Grundnahrungsmittel, wir haben das Reinheitsgebot erfunden, du zugezogener Kaffeesommel… Idiot.” Ja, ist ja gut, das will ich euch auch gar nicht wegnehmen! Aber Fakt ist (und damit meine ich "statistisch belegbar"): WIR Münchner trinken mehr Kaffee als Mineralwasser! Und sogar mehr Kaffee als Bier! Deutschlandweit ist das so. Krass, oder?! Aber irgendwie auch verständlich, denn Kaffee schmeckt halt nicht nur verdammt gut...

Kaffee ist wie ein Getränk der Götter. Ein zartbitteres Lebenselexier. Er lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen, macht uns glücklicher, wacher, aktiver. Lebensqualität in flüssiger Form. Durch ihn können wir nach einem geselligen Abend im Augustiner Keller oder einer durchzechten Nacht "in the Club" sonntagsvormittags einen ausgedehnten Spaziergang durch den EGarten machen. Hand in Hand mit dem Herzblatt und ohne Ausfallzustände... Na gut, vielleicht hat uns auch die ein oder andere Schmerztablette den Ar... Kopf gerettet, aber es war der Koffein, der letztendlich gesagt hat: "Na und, was geht heut so?!". Wie ein Kumpel, der uns jeden Morgen anruft und zum Joggen überredet. Der uns hilft, den Arsch hochzukriegen (oh, jetzt hab ich's ja doch geschrieben...) Der Kumpel, der uns dazu anhält, das Leben einfach zu genießen. 

Was wäre auch unsere Stadt, was wäre München ohne Kaffee?! Ohne die vielen schönen, kleinen Straßencafés, in denen man sich mit Freunden trifft, gemeinsam über die letzte Party lacht, die blöde Alte im Büro diskutiert oder einfach nur über das Leben philosophiert, Zukunftspläne schmiedet, Träume träumt... und das alles über einer Tasse Kaffee. Eine ganz besondere Atmosphäre. Kaffee, ach Kaffee! Mein Liebe zu dir ist unendlich. Du bist immer für mich da. Du bist mir immer ein guter Freund. Du hörst mir immer zu. Du meckerst mich nicht an, wenn ich mal “vergesse” den Müll runterzubringen... Dabei fällt mir noch ein Thema ein, worin der zartbittere Kollege brilliert: Kaffee und das andere Geschlecht. Kaffee IST nicht nur geil er macht UNS auch heiß. Turn me on, Mr. Arabicabohne! Denn Koffein soll angeblich nicht nur Kreislauf und Konzentration, sondern auch de Libido anregen. 

Aber es geht uns nicht nur um zu aphrodisierende Körperteile, sondern auch ums Herz! Denn obgleich unsere "nördlichste Stadt Italiens" zu den Sonnenstädten Deutschlands gehört, brauchen auch wir Münchner manchmal Wärme und Geborgenheit. Einen Helfer, der für uns die Zeit anhält. Uns durchatmen lässt und (und jetzt kommt’s: ja es wird etwas schnulzig, aber öffnet eure Herzen doch einfach mal kurz für etwas Pathos) der uns nach einem Moment der Ruhe, nach einem Moment des bewussten Genusses auch wieder die Kraft gibt, neue Dinge anzupacken. Denn Alltag zu bezwingen, mit etwas leichteren, tänzelnderen Schritten. Ja vielleicht sogar die Welt zu verändern. Spaß haben. Leben. Menschen. Tanzen. Welt. All das, und noch viel mehr bist du für alle, für uns Münchner, lieber Kaffee! 

Neun von zehn Münchnern trinken täglich Kaffee. Es gibt niemanden, der Kaffee hasst.

Steven Mc Auley, Kaffeesommelier und -philosoph

Als Kaffeephilosoph (ja, ich habe mir den Titel selbst gegeben. Und: ja, ich hab ihn mir ausgedacht) komme ich regelmäßig mit vielen Menschen in Kontakt. Und habe dabei herausgefunden: Neun von zehn Münchnern trinken täglich Kaffee. Der Rest? Riecht ihn zumindest gerne. Es gibt keinen Menschen, der Kaffee hasst. Er ist einfach ein Original. Er vereint Gegensätze. Er spielt mit unseren Emotionen und polarisiert. Und: Er ist weltweit bekannt. Und über alle Zeiten, Generationen und Grenzen hinweg. Beethoven, Goethe, Mozart, Kollegah der Boss… Egal ob Poet, Philosoph, Künstler oder Steuerfachangestellter. Alle wissen: Ohne Kaffee geht gar nichts. Nicht nur am Morgen. Trotzdem ist Kollege Kaffee irgendwie ein armer Kerl, ein einsamer Weltenbummler. Denn obwohl ihn alle mögen, kennt ihn keiner wirklich.

 

Soundvorschlag zur gepflegten Kaffeelektüre

Darum meine Frage an dich... ja genau an DICH, der du da gerade diesen Text liest. Bist du Münchner und liebst Kaffee genauso wie ich? Glaubst du auch, er hat maximale Wertschätzung verdient? Dann eine Frage: Was ist Kaffee? Wo und wie wächst Kaffee? Eins vorweg: ebensowenig wie Kühe lila sind, wachsen braune Kaffeebohne in den Anbaugebieten - sie sind grün! (Danke Milka und Melitta für diese Augenwischerei!). Die Geschichte des Kaffees, wer hat's erfunden? Hmm, alles gute Fragen oder? Dabei sind das noch die einfachen Fragen… Es gibt zum Thema Kaffee einfach so viel zu entdecken. Mein Vorschlag: Gehts raus, trinkt euch durch die unendliche Vielfalt der Kaffeesorten, probiert verschiedene Zubereitungen aus, lest Bücher und Artikel (das hier war also schon einmal ein guter Anfang) und besucht ruhig mal ein Kaffeeseminar. Informiert euch und schenkt Kaffee die Liebe, die er verdient. Nur dann kann er auch all die Magic zurückgeben, die er für euch in petto hat. Jetzt einen guten Kaffee oder?

Aromatische Grüße, euer Kaffeephilosoph Steven

 

P.S.: Zum Schluss noch ein Tipp vom Röstmeister: Es macht NOCH viel wacher den Kaffee morgens über die Tastatur zu kippen, als ihn einfach zu trinken.

Schlägt euer Herz für Kaffee?...

... Dann trefft Kaffeepro Steven Mc Auley persönlich und lass euch in einem seiner Kaffeeseminare in die wunderbare Welt der Bohne entführen. Voller Anekdoten, erstaunlichen Facts and Figures und wunderbaren Geschichten rund um das Thema. Mehr Infos gibt's hier.

Steven Mc Auley

Steven ist ein Querdenker. Ein Entrepreneur wie er im Buche steht und Kaffeesommelier aus Leidenschaft. Wenn er über Aromen, Mahlgrade und Bohnenmythos redet, glänzen seine Augen. Nachdem Steven Hannover mit gutem Kaffee versorgt hat, kümmert er sich jetzt um München. Warum München? Weil die Stadt die beiden Dinge verbindet, die er liebt: Unternehmertum und Kaffeebegeisterung.