Do-it-Yourself ist kein Selbstzweck, es ist eine Lebenseinstellung. Im Land der Baumärkte, denkt man, ist das keine Neuigkeit. Nichtsdestotrotz stehen wir vor einer neuen Ära des Selbermachens. Zu viel Pathos? Weit gefehlt! München ist eine Hochburg der Makerspaces und DIY Supporter. Zum einen schlägt sich das nieder am Make Munich Festival, der Messe zum Selbermachen, die am Wochenende 6. und 7. Mai stattfindet. Zum anderen aber auch in den vielen Spots, an denen ihr in der ganzen Stadt verteilt dem DIY frönen könnt. In allen seinen erdenklichen Gestalten. 

Wo ihr in München was selber machen könnt, wo ihr eure alten Haushaltsgeräte, Autos, Radl selber wieder fit bekommt etc., dazu später mehr. Erst wollen wir uns doch einmal dem Trend an sich widtmen. Eigentlich passt selber bauen, selber reparieren und auch selber erfinden so gar nicht zur oft proklamierten Wegwerfgesellschaft. Auf der anderen Seite dürfte diese Gegensätzlichkeit genau der Grund für die Renaissance des DIY sein. Nur wer selbst dran glaubt, dass es so etwas wie zwei linke Hände nicht nur biologisch nicht gibt, sondern jeder etwas bauen, reparieren, basteln und ertüfteln kann, ist wirklich frei und unabhängig.

Hundertprozentige Abhängigkeit von vorgedachten Gütern und einer 24-Stunden-Service Landschaft bedeutet auch Bevormundung. Und spätestens seit Fynn Kliemann, dem König der deutschen Heimwerker, ist das Phänomen aller Hobby-Daniel-Düsentriebe auch noch voller Coolness und Humor. Eine kleine Kostprobe vom eben genannten "DIY goes Entertainment Beispiel", wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten...

Dank des WWW sind nicht nur den Ideen keine Grenzen mehr gesetzt, auch der Zugang zum Knowhow und Abermillionen von Tutorials über ALLES ist unerschöpflich. Pinterest zeigt uns, wie unser Wohnzimmer zu dekorieren ist und Youtube erklärt, wie der geile Bilderrahmen zusammengeschustert wird. Doch für immer mehr kreative Geister da draußen ist das schon lange nicht mehr genug Herausforderung.

Stichwort MAKER. Was wie schlechtes Denglisch klingt, meint eine ganz eigene neue Bewegung des DIY. Zur schnellen Erklärung sei hier einfach mal die lustige Bande um The Big Bang Theorie erwähnt. Wie gesagt, es gibt Tutorials für alles und da das wörtlich zu verstehen ist, sollte man auch vor Robotern, Laserscheren oder Gehirnscannern nicht zurückschrecken. Doch wer denkt, das sei nur etwas für nerdige, blasse Physiker, lässt sich eine ganze Menge Spaß entgehen! 

Was der Trend um Makerspaces, Hackerspaces und FabLabs so alles mit sich bringt, wird dieses Jahr auch wieder auf der Make Munich zu sehen sein. Und wir versprechen an dieser Stelle hoch und heilig, dass hier wirklich jeder auf seine Kosten kommt, solange er auch nur zu 10% vom DIY-Fieber gepackt ist. Beispielsweise sollte man sich wirklich schleunigst damit auseinandersetzen, wie man Postapokalyptischen Schmuck, 3D gedruckte Haut Couture, einen Bienenstock, selbstgemachtes Craftbeer oder eine eigene Drohnenarmee herstellt. Ohne Scheiß, bei der Münchner Messe zeigt sich, wie vielfältig die menschliche Kreativität wirklich ist.

Make Munich 2017

Wo: Zenith Lilienthalallee 29/ Wann: 6+7 Mai, 10-18 Uhr/ Kostet: Studenten 11€ Regulär 15€

Workshop-Bsp.: Bierbrauen, Drohnenhangar, Rohschokolade, Roboterbau, Schmuck Herstellung, Design Challenge uvm.

Zum Programm geht's hier.

 

Wer sich auf diesem wahrhaft einzigartigen Festival und dem dahinterstehenden Trend hat anstecken lassen, oder wer überhaupt schon längst angesteckt ist und zum Beispiel immer schon selber sein Auto auseinandernehmen wollte, aber eben keine Werkstatt hat, dem geben wir an dieser Stelle noch mit an die Hand, wo er sich in München das ganze Jahr über austoben kann. Und zwar in allen DIY-Bereichen. Darum: Jetzt aber... unsere Top-List der Makerspaces München:

Munich Maker Lab

Werkbox 3

HEI - Haus der Eigenarbeit

Die Schrauberei

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.