Hopfen Häcker

Hopfen HäckerDie Kreativbrauerei im Herzen Haidhausens

Wer bei handgemachtem Bier an eine kleine, romantische Produktionsstädte in einem Hinterhof eines Traditionsviertels denkt, denkt an Hopfen Hacker. Wer hier hinkommt, erlebt das alte München, wie es im Buche steht. Man wartet eigentlich nur auf Meister Eder und seinen Pumuckl, die hier wahrscheinlich ihr Bier gebraut hätten (… wenn Bier im Kinderfernsehen Erwähnung fände). Gesetzt den Fall, dass der reale Braumeister Werner Schuegraf in der kleinen Brauerei, die er mitten in Haidhausen betreibt, einen Kobold angestellt hat, so dürfte dieser wahrlich ein Kenner der Hopfennoten sein.

Dass sich im Geheimtipp Team der ein oder andere Fan von Hopfengetränken findet, dürfte bereits aufgefallen sein. Somit sind wir natürlich überaus froh, dass der Carft Beer Trend in der Mutterstadt der Biergartenkultur wächst und gedeiht. Der Kritiker mag sich jetzt am Wort Craft Beer stoßen und darauf hinweisen, welche Tradition Bayern seit eh und je in der Brauereivielfalt hatte und hat. Die Phase des Brauereisterbens ist aber auch an den Bierkonsum-Meistern nicht vorüber gegangen. Erst die Rückbesinnung auf die Schönheit einer breit aufgestellten Geschmackspalette in der Welt des Bieres hat diesem Niedergang der Brauereien ein Ende gesetzt und lässt sie jetzt überall neu entstehen.

Genau in diese Argumentationskette passt auch Werner Schuegraf. Er ist ein klassischer Meister seines Fachs als studierter Brauingenieur aus Weihenstephan. In seinem ersten Bierleben war er international als Konstrukteur für Brauanlagen tätig. So kam er nicht nur mit dem in den USA schon früher entstandenen Craft Beer Trend in Berührung, sondern auch mit dem berühmten amerikanischen Unternehmergeist. Der Amerikaner muss nicht zwangsläufig Ahnung haben vom Bierbrauen, um sich als Brauer berufen zu fühlen. Der häufig besser ausgebildete deutsche Brauer hingegen fühlt sich aber im Zweifel nie zum Unternehmer berufen. Natürlich ist das eine absolut überspitzte Formulierung. So könne es einem Brauer in Übersee aber schnell vorkommen, erzählt uns Werner bei unserem Besuch in seiner Hinterhof-Brauerei.

Seit November letzten Jahres gibt es deswegen eben diese Kreativbrauerei Hopfen Hacker in Haidhausen. Aktuell mit einem Ausstoß von 500 Hektoliter und sechs Sorten im Angebot. Die Besonderheit: Die Biersorten folgen einem, in einer Matrix aufgebauten System. Dieser Matrix folgend, wird es mittelfristig neun Sorten geben. Es gibt drei Produktlinien, namentlich Hopfen, Hefe und Malzlinie. Diese Linien gibt es jeweils in drei Geschmacksstufen. Das Schöne: „Anfänger“ trinken Basic und können sich dann stufenweise zum Craftlevel steigern. Wer dann noch nicht genug hat, kann die radikalste Geschmackswelt im Hopfen Hacker Universum kosten, das Freak Level. Das allerdings befindet sich noch in der Entwicklung. Wir durften uns schon einmal durch alle Vorstufen trinken. Und können nur sagen: Aus der Verbindung von Werner Schuegrafs fachlich kundiger Hand und seinem Hopfenliebenden Herzen entstehen köstliche, interessante und besondere Biergeschmäcker. Man darf also gespannt sein, was der „Freak“ auf dem Kasten haben wird.

Wer kosten mag...

Wer die sechs schon existenten Sorten erleben will, sollte beim Hofverkauf des Hopfen Hacker vorbeischauen, immer freitags (16-20h) und samstags (12-16h). Oder ihr lasst euch seine besonderen Biere in der Craft-Stube „Das Meisterstück“ schmecken.

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.